Károly Beregfy

Beregfy im Kabinett Szálasi (sitzend der zweite von rechts)

Károly Beregfy (Beregffy) (* 12. Februar 1888 in Cservenka, Ungarn; † 12. März 1946 in Budapest, hingerichtet) war ein ungarischer Generaloberst und nationalsozialistischer Politiker. Von 1944 bis 1945 war er Verteidigungsminister des Szálasi-Regimes.

Biografie

Beregfy trat in die Armee Österreich-Ungarns ein und wurde 1912 zum Leutnant befördert. Nach Verwendungen als Offizier im Ersten Weltkrieg erfolgte 1919 seine Beförderung zum Hauptmann.

In der Zwischenkriegszeit wurde er während der Herrschaft von Reichsverweser Miklós Horthy später als Offizier reaktiviert und war im Range eines Brigadegenerals vom 1. Oktober 1939 bis zum 1. November 1941 Inspekteur der Grenztruppen.

Während des Zweiten Weltkrieges war er als Generalleutnant vom 12. Juni 1943 bis zum 15. Mai 1944 Oberbefehlshaber der 3. Armee und danach der 1. Armee. In dieser Position wurde er Anfang August 1944 von General Béla Miklós abgelöst.

Beregfy bei seinem Eintreffen auf der Budapester Burg während des Putsches im Oktober 1944

Beregfy, der Mitglied der nationalsozialistischen Partei Nyilaskeresztes Párt – Hungarista Mozgalom NYKP (Pfeilkreuzler) war, wurde am 16. Oktober 1944 nach der Machtübernahme dieser Partei im Rang eines Generaloberst Chef des Generalstabes sowie Verteidigungsminister in der Regierung von Ministerpräsident Ferenc Szálasi.[1] Als Verteidigungsminister verpflichtete er bereits in seiner Verordnung vom 21. Oktober fortan auch Juden weiblichen Geschlechts von 16 bis 40 Jahren zum Arbeitseinsatz an den Befestigungsanlagen des Südostwalls. Verordnet wurde auch, Ausrüstung, Rucksack und Lebensmittelvorrat für drei Tage mitzunehmen. Der letzte Satz der Verfügung enthielt folgende Mahnung:

„Jene zur Meldung verpflichteten Juden, die dem Aufruf nicht Folge leisten, haben mit schwersten Strafen zu rechnen.“[2]

Am 4. November 1944 wurde er nach der erzwungenen Abdankung von Miklós Horthy neben Sándor Csia und Ferenc Rajniss auch Mitglied des Regentschaftsrates unter dem Vorsitz von Szálasi und behielt dieses Amt bis zum 28. März 1945.[3]

Während der Schlacht um Budapest vom 25. Dezember 1944 bis zum 13. Februar 1945 war er auch Oberkommandierender der ungarischen Armee.[4] Am 7. Januar 1945 bot er Generaloberst Heinz Guderian, dem damaligen Chef des Generalstabes des Heeres, die Teilnahme seiner Armeeverbände, der 1. Husarendivision, der 2. Panzerdivision sowie der 23. Reservedivision, für die militärischen Operationen der Wehrmacht, dem bis zum 4. April 1945 andauernden Kampf um Ungarn, an. Allerdings waren diese Verbände zu aufgebraucht für weitere Kampfeinsätze.[5]

Die Funktion des Verteidigungsminister hatte er bis zum 27. März 1945 inne, während er das Amt des Chefs des Generalstabes bis zum 9. Mai 1945 ausübte.[6]

Beregfy wurde wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Zweiten Weltkriegs zusammen mit Gábor Vajna, József Gera und Szálasi von einem ungarischen Volksgericht in einem Gerichtsverfahren, welches am 5. Februar 1946 in der Budapester Musikakademie stattfand, zum Tode verurteilt und am 12. März 1946 in Budapest öffentlich gehängt.[7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kabinett SZÁLASI
  2. Szabolcs Szita: "Die Todesmarsche der Budapester Juden im November 1944 nach Hegyeshalom- Nickelsdorf", Zeitgeschichte 3-4/ 22. Jahrgang/ 1995
  3. rulers.org: Ungarn
  4. Krisztián Ungváry: "Battle for Budapest: one hundred days in World War II", 2004, ISBN 1-85043-667-3, S. 235
  5. Krisztián Ungváry,John Lukacs,Ladislaus Lob: "The Siege of Budapest: One Hundred Days in World War II", S.190, 2006, ISBN 0-300-11985-2
  6. Nigel Thomas,Laszlo Szabo,Darko Pavlović: "The Royal Hungarian Army in World War II", S.6, 2006, ISBN 0-300-11985-2
  7. Befreiung von Budapest und Kriegsverbrecherprozesse