Königlich ungarische Geologische Anstalt

Das 1899 errichtete Gebäude der geologischen Anstalt

Die Königlich Ungarische Geologische Anstalt in Pest war nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich die zweite Geologische Anstalt in Österreich-Ungarn.

Die k.u. Geologische Anstalt wurde von Kaiser Franz Joseph am 18. Juni 1869 gegründet. Der erste Präsident war Maximilian Hantken, der mit Franz von Hauer, dem Leiter k.k. Geologische Reichsanstalt in Wien, eng befreundet war. Aber bereits 1870 lehnte das ungarische Ministerium einer weitere Hilfe aus Wien ab. So wurde die Kartierung der heutigen Slowakei kurzfristig eingestellt. Ab dem Jahr 1871 führte die ungarische Anstalt die Arbeiten allein weiter und legte den Schwerpunkt auf die geologische Kartierung von Transdanubien. Ein regelmäßiger Austausch der geologischen Kartenblätter wurde aber weiterhin durchgeführt.

Gemeinsam mit der Ungarischen Geologischen Gesellschaft wurde die Herausgabe der Földtani Közlöny (Geologischen Mittheilungen) begonnen. Dabei wird auch über geologische Arbeiten aus Wien stammender aber Ungarn betreffend referiert, wie von Wilhelm Ritter von Haidinger, Emil Tietze, Guido Stache und andere. Besonders der Geologe Gustav Tschermak war interessant, da er zahlreiche Arbeiten über Ungarn erstellte.

Nachdem Hantken im Jahr 1882 zum ersten Professor der Baläontologie der Universität Budapest ernannt wurde, wurde Johann Böckh sein Nachfolger. Böckh war gleichzeitig auch korrespondierendes Mitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften. Direktor blieb Böckh bis 1908. Unter ihm wurde das Verhältnis zur Reichsanstalt nach Wien wieder lockerer.

Im Jahr 1896 fand in Budapest anlässlich der Tausendjahrfeierlichkeiten der ungarischen Landnahme ein Milleniumskongreß für Bergbau, Hüttenkunde und Geologie in Budapest statt. Sämtliche Vorträge wurden neben der ungarischen Sprache auch in deutsch und französisch gedruckt. Das ist insofern bemerkenswert, da die Verwendung anderer Sprachen als ungarisch immer wieder als unpatriotisch vermieden oder zumindest diskutiert wurde.

1899 wurde ein neues Gebäude für die Anstalt vom ungarischen Jugendstilarchitekten Ödön Lechner erbaut.

Der Bruch mit Wien war aber all die Jahre zu bemerken. So wurde der IX. Internationale Geologenkongress fast durchwegs von allen Mitgliedern der Geologischen Anstalt boykottiert. Nur einzelne Geologen nahmen daran teil.

In den Jahren 1904 bis 1910 war Antal Koch der Präsident der Geologischen Anstalt.

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