Kössen

Kössen
Wappen von Kössen
Kössen (Österreich)
Kössen
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Kitzbühel
Kfz-Kennzeichen: KB
Fläche: 69,37 km²
Koordinaten: 47° 40′ N, 12° 24′ O47.66861111111112.404444444444589Koordinaten: 47° 40′ 7″ N, 12° 24′ 16″ O
Höhe: 589 m ü. A.
Einwohner: 4.202 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 60,57 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6345
Vorwahl: 05375
Gemeindekennziffer: 7 04 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Dorf 14
6345 Kössen
Website: www.koessen.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Stefan Mühlberger (Bürgermeisterliste Stefan Mühlberger AAB Kössen)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
3 Wir für Alle - Wirtschaft und Arbeit,
1 Jung, dynamisch trifft ...bewährtes, die neue Kössner Bauernliste,
5 Bürgermeisterliste Stefan Mühlberger,
2 Eine Liste für Alle - Michael Schwentner,
1 FPÖ und Parteifreie Kössener,
3 Team Zukunft Kössen - Josef Hechenbichler
Lage der Gemeinde Kössen im Bezirk Kitzbühel
Aurach bei Kitzbühel Brixen im Thale Fieberbrunn Going am Wilden Kaiser Hochfilzen Hopfgarten im Brixental Itter Jochberg Kirchberg in Tirol Kirchdorf in Tirol Kitzbühel Kössen Oberndorf in Tirol Reith bei Kitzbühel Schwendt St. Jakob in Haus St. Johann in Tirol St. Ulrich am Pillersee Waidring Westendorf TirolLage der Gemeinde Kössen im Bezirk Kitzbühel (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Talstation des Unterberghorns im Winter

Kössen, im Dialekt Kessn, ist eine Gemeinde mit 4202 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Kitzbühel in Tirol, Österreich. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Kössen ist schon seit etwa 5000 Jahren besiedelt und seitdem ein wichtiges Handelszentrum. Durch den Pass Klobenstein, der sich im Norden des Dorfes befindet, bildete sich eine wichtige Route zwischen den umliegenden Orten von Kössen und des bayrischen Aschaus. Der Fund einer Lappenaxt aus der Bronzezeit belegt die frühe Nutzung dieses Weges. Im Jahre 1160 wird der Name Kössen, der sich vom Wort „kezzin“ ableitet und so viel bedeutet wie "Kessel", erstmals urkundlich erwähnt, wobei die Kirchengeschichte schon ab dem 8. Jahrhundert begann. Ab dem 10. Jahrhundert gehörten etwa 144 Höfe im heutigen Gemeindegebiet dem Kloster Frauenchiemsee.

Dank der Passstraße, die entlang der Ortshäuser führte, wurden auch bald Gasthäuser errichtet. Der im Jahre 1587 im gotischen Stil errichtete „Gasthof Erzherzog Rainer“ besteht heute noch.

Bedeutend war auch der Erzabbau in vielen Regionen Tirols. In Kössen grub man ebenfalls nach Metallen. Zu finden waren Blei und Eisen, welche geschürt wurden. 1549 gründete man den „Kössentaler Berg- und Schmelzwerkshandel“, der sich auf die Verarbeitung von Erzen spezialisierte. Des Weiteren wurde eine Hütte im Kössener Ortsteil "Hütte" betrieben. Diese Eisenhütte war bis ins 19. Jahrhundert aktiv. Nebenbei fertigte man auch industriellen Draht, jedoch wurde die Produktion um 1880 eingestellt. Somit wurde Kössen wieder zur reinen Agrargemeinde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich hauptsächlich der Tourismus, der heute eine der wichtigsten Einnahmequellen ist.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Geografie

Kössen liegt in der Region Kaiserwinkl in einem weiten Kessel zwischen den Chiemgauer Alpen im Norden und dem Kaisergebirge im Süden, am Zusammenfluss der Großache, des Kohlenbachs und des Weißenbachs. Nach Norden hin wird dieser Kessel durch die Talenge des Antenloch abgeschlossen. Durch die Schlucht führt über die Wallfahrtskirche Klobenstein ein alter Schmugglerpfad nach Schleching. Bedingt durch seine Lage an einem Fluss mit großem Einzugsgebiet und dem daran schließenden Schluchtabschnitt wurde Kössen mehrere Male Opfer großer Überschwemmungen.

Gliederung

Die Gemeinde setzt sich aus verschiedenen Weilern und Höfen zusammen. Die nördliche und östliche Gemeindegrenze bildet zugleich die Grenze zu Bayern.

Ortsteile

Achenweg, Alleestraße, Am See, Außerkapelle, Bichlach, Blaik, Durchen, Dorf, Erlau, Erlengrund, Fritzing, Gundharting, Hütte, Hüttfeldstraße, Kranebittau, Kaltenbach, Klobensteinerstraße, Kranzach, Loferberg, Leitwang, Lendgasse, Moosen, Mooslenz, Moserbergweg, Mühlbachweg, Mühlberg, Niederachen, Oberbichlach, Ried, Schinterwinkl, Schwandorf, Staffen, Steinbruchweg, Thurnbichl, Waidach, Wiesenweg

Nachbargemeinden

Aschau im Chiemgau, Kirchdorf in Tirol, Reit im Winkl, Schleching, Schwendt, Unterwössen, Waidring, Walchsee

Klima

Kössen liegt in der schneereichsten Region Tirols. Für seine Höhenlage von rund 600 m ü. A. fällt hier am meisten Schnee in den ganzen Alpen. Die Durchschnittstemperaturen liegen hier im Januar bei -3,3 °C, und im Juli bei 15,9 °C. Die jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 1718 mm. Da es im Winter sehr kalt ist und es sehr viel Niederschlag gibt, sind Schneehöhen bis 1,50 m möglich.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kössen (600m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) -3,3 -1,7 1,7 5,9 10,8 14,0 15,9 15,3 12,4 7,6 1,7 -2,7 Ø 6,5
Niederschlag (mm) 130 107 121 128 153 204 207 193 123 96 120 136 Σ 1718

Verkehr

Kössen hätte um die Jahrhundertwende an eine bis Reit im Winkl projektierte Lokalbahn von Kufstein über Ebbs und Walchsee angebunden werden sollen. Der östliche Anschluss, die Waldbahn von Reit im Winkl bis Ruhpolding wurde tatsächlich später gebaut aber nur von 1923 bis 1931 betrieben. Später wurden in diesem Bereich Teile der Deutschen Alpenstraße realisiert. Heute wie damals ist der Ort ein wichtiger Knotenpunkt bedingt durch seine Lage zwischen Kitzbühel und Rosenheim bzw. Kufstein und Traunstein.

Im Oktober 1904 wurde das Projekt einer von Kufstein nach Kössen führenden normalspurigen Lokalbahn mit Rücksicht auf die dem Vorhaben entgegenstehenden Bedenken und Schwierigkeiten zurückgezogen und an dessen Stelle der Bau einer Kössen mit St. Johann in Tirol verbindenden schmalspurigen Lokalbahn angestrebt.[1]

Wirtschaft/Tourismus/Sport

Kössen ist wirtschaftlich vom Tourismus dominiert und besonders bei Gleitschirm- und Drachenfliegern bekannt. Kössen erreicht durch seinen Hausberg, dem Unterberghorn, immer mehr den Status eines attraktiven Wintersport-, und Wandergebietes. Auch das Fellhorn befindet sich auf dem Gemeindegebiet.

Maria Klobenstein

Die Gästenächtigungen zeigen diese Tourismusorientierung deutlich:

  • 1999: 580.000 Nächte
  • 2000: 539.000 Nächte
  • 2001: 544.800 Nächte
  • 2002: 592.800 Nächte
  • 2003: 607.600 Nächte
  • 2004: 589.651 Nächte
  • 2005: 581.671 Nächte
  • Neben u. Freizeitwohnsitze: 807 (Stand 10. Oktober 2005)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Wallfahrtskirche Maria Klobenstein: die 'Wallfahrtskirche Maria Klobenstein' liegt in der Gemeinde Kössen in Tirol an der Grenze zu Bayern (Gemeinde Schleching). Sie gehört zur Pfarrgemeinde Kössen, Dekanat St. Johann im Erzbistum Salzburg.

Persönlichkeiten

Einzelnachweise

  1. Lokalbahnprojekt Kössen–St. Johann. In: Wiener Zeitung, Nr. 227/1904, 4. Oktober 1904, S. 7, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz.

Weblinks

 Commons: Kössen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien