Künstlerhaus Salzburg

Künstlerhaus Salzburg

Das Künstlerhaus Salzburg liegt am südlichen Rand der Altstadt von Salzburg bei der Nonntaler Brücke an der Hellbrunner Strase 3. Der Gründerzeitbau von 1885 befindet sich direkt neben dem heutigen Bezirksgericht.

Inhaltsverzeichnis

Baugeschichte

Das Salzburger Künstlerhaus ist die bauliche Heimat des Salzburger Kunstvereins. Die Idee zum Bau eines Künstlerhauses stammt von Sigmund Graf Thun-Hohenstein, obwohl gerade in dieser Zeit die finanzielle Situation des Kunstvereins nicht mehr die Beste war. Das Komitee für den Künstlerhausbau bestand neben seinem Initiator aus dem Kunstvereinsvorstand Ritter von Negrelli, dem Vereinskassier Ludwig Zeller sowie Matthias Gschnitzer, Hyazinth Michel, Josef Mayburger und Franz von Pausinger. Durch die Idee, für den Bau eine Lotterie zu veranstalten, kamen die Hälfte der Baukosten zusammen. Das Protektorat über den Bau übernahm Erzherzog Ludwig Victor. Als Architekt wurde Professor Hyazinth Michel gewonnen, der durch zahlreiche Villenbauten fachlich bestens ausgewiesen war und wegen seiner Verdienste um den Bau mit dem Ritterkreuz des Franz-Joseph-Ordens geehrt wurde. Mit dem Bau wurde 1884 begonnen und bereits am 1. August 1885 konnte das Künstlerhaus in das Eigentum des Salzburger Kunstvereins übertragen werden.

Der damals konzipierte Ausstellungssaal im Hochparterre hatte Oberlicht. Er wurde von Künstlerateliers umschlossen. Damit hatte man die Idee, nicht nur einen dauerhaften Ausstellungsraum, sondern auch Schaffensräume für finanziell minderbemittelte Künstler zu gestalten und dem Salzburger Künstlerhaus Platz für ein Sekretariat zu besorgen, verwirklicht. Allerdings kam es auch zu intensiven Auseinandersetzungen, da die Künstler über unpraktisch angebrachte Fenster, schlechte Beheizungsmöglichkeiten in den hohen Räumen und dergleichen mehr Klage führten.

Bei der Hochwasserkatastrophe von 1899 wurden dem Künstlerhaus schwere Schäden zugefügt, die vorerst durch den Fonds für Überschwemmte beglichen wurden, aber neben den Rückzahlungsverpflichtungen der Baukosten auf die Dauer zu einer hohen Belastung für den Kunstverein wurde. Dies führte sogar mehrmals zu Bestrebungen des Kunstvereins, das Gebäude zu verkaufen, allerdings immer ohne greifbares Ergebnis.

Eine erste umfassende Sanierung des Künstlerhauses wurde zwischen 1971–1974 vorgenommen. Die Decke des mit natürlichem Licht versehenen Ausstellungssaal wurde abgesenkt, um sechs neue Künstlerateliers zu schaffen. Spätere Sanierungsarbeiten bezogen sich auf eine Absicherung des Untergrundes, die Neugestaltung des Eingangsbereiches und die Erweiterung des Cafés. 2001 wurde die Renovierung abgeschlossen.

Künstlerhaus heute

Das Konzept des Künstlerhauses Neu sieht vor, dass das Künstlerhaus Ort der Produktion, Vermittlung und Präsentation aktueller internationaler wie regionaler Kunst und aller verwandten Felder in Salzburg sein soll. Weiterhin befinden sich im Künstlerhaus 24 Ateliers, von denen 20 ausschließlich an Mitglieder des Salzburger Kunstvereins vergeben werden (in der Regel auf drei Jahre mit einmaliger Verlängerungsmöglichkeit).

Seit 2001 hat sich der Salzburger Kunstverein mit anderen Kulturvereinen zum Künstlerhaus Neu zusammengeschlossen. Weitere Mitglieder sind goldextra, die Initiative Architektur Salzburg und die Vermittlungsgruppe ARTgenossen. Später stießen wohnbund:consult, das Büro für Stadt.Raum.Entwicklung (ab 2002), ohnetitel (das Netzwerk für Theater- und Kunstprojekte, ab 2008) und oenm (das österreichische Ensemble für Neue Musik, 2011) hinzu. Dadurch sollen Synergieeffekte geschaffen und dem Bedürfnis des Publikums nach einem vielfältigen Angebot entgegen gekommen werden. Alle diese Initiativen belegen Atelierräume im Künstlerhaus.

Literatur

  • Christa Svoboda: Zur Geschichte des Salzburger Kunstvereins. In: 150 Jahre Salzburger Kunstverein (Hrsg.), Kunst und Öffentlichkeit 1844-1994. Salzburg 1994, S. 9-46.
  • Roman Höllbacher: Das Künstlerhaus als Denkmal des Kunstvereins. In: 150 Jahre Salzburger Kunstverein (Hrsg.), Kunst und Öffentlichkeit 1844-1994. Salzburg 1994, S. 47-77.

Weblinks

47.79680277777813.054730555556Koordinaten: 47° 47′ 48″ N, 13° 3′ 17″ O