Kürnberger Wald

Der Kürnberger Wald, von Süden aus gesehen

Der Kürnberger Wald mit dem 526 m hohen Kürnberg ist ein forstwirtschaftlich genutztes Naherholungsgebiet an der Donau im Westen von Linz. Er befindet sich in den Gemeinden Wilhering und Leonding und ist Teil des österreichischen Granit- und Gneishochlands

Inhaltsverzeichnis

Geologie

Der Kürnberg gehört geologisch zur böhmischen Masse und wird oberflächlich durch die Donau von dieser getrennt. Ebenfalls zum Kürnbergmassiv gehören der Schlossberg, der Römerberg, der Froschberg, der Freinberg, das Zaubertal sowie die Zaubertalerfalte, die sich jeweils in westnordwestlicher Ausrichtung, in den Verwaltungsbezirken Linz bzw. Linz Land befindend, unmittelbar vor dem eigentlichen Kürnberg aufbauen. Weiterhin zählen die westlichen Ausläufer jener, nördlich von der Donau begrenzten Granit - und Gneisvorkommen zur Masse des Kürnberges, welche sich, als uncharakteristisch abrupte Landschaftsfalten von Wilhering - Mühlbach bis Kirchberg Thening, abheben von der gemäßigt anmutenden, horizontalen, durch großräumige Molassevorkommen und von Traunterrassen definierten, Weite der Welser Heide. Somit wird der geologische Kürnberg östlich unmittelbar von der Stadt Linz, nördlich von der Donau, westlich von Mühlbach bzw. Kirchberg-Thening sowie südlich von Leonding und Pasching begrenzt. Der Kürnberg besteht zum Großteil aus Perlgneis, im westlichen Teil finden sich Sandsteinvorkommen, vereinzelt Quarzkonglomeratblöcke.[1]

Geschichte

Ruinen eines römischen Wachturmes aus dem 2. Jahrhundert

Die Gegend um den Kürnberger Wald war bereits in vorchristlicher Zeit besiedelt gewesen. Funde im Wald können selbst bis in die Jungsteinzeit, ein Hügelgräberfeld am Südwesthang in die späte Bronzezeit (Urnenfelderzeit) zurückdatiert werden. Ebenso existieren Funde aus der Hallstattzeit, wie etwa der Doppelringwall, der durch seine frühere, fälschliche Deutung als Fundament einer mittelalterlichen Burg den Namen Kürnbergburg erhielt (in Wahrheit handelt es sich hier um die Verteidigungswälle sowie das Hauptplateau eines keltischen Oppiduums) sowie aus der in die norische Epoche der Römer übergehenden La-Tène-Zeit (diverse Keramikfunde).[2]

Aus römischer Zeit existieren Ruinen, wie etwa die eines Wachturmes aus dem 2. Jahrhundert nach Christus.[2]

Hallstattzeitliche Felsritzung auf einem plattenförmigen Kultstein im Kürnberger Wald

Die Wege, welche den Kürnbergerwald durchziehen, sind bis in die heutige Zeit zu einem großen Teil den alten, in paläontologischen Epochen angelegten Pfaden entsprechend. Heutzutage sind diese jedoch in Folge von land- und vor allem forstwirtschaftlicher Nutzung sowie der Nutzung zu Erholungszwecken der umliegenden Bevölkerung stark verbreitert, begradigt und mit Schlackeschutt, welcher als Abfallprodukt der Stahlproduktion in der Voest Linz anfällt, haltbar gemacht.[3]

Ausgehend von dem nahe gelegenen Linzer Schloss fanden ab etwa 1500 kaiserliche Jagden im Kürnberger Wald statt, unter anderem von Maximilian I. Die letzte kaiserliche Jagd wurde 1732 veranstaltet. Seit dem 18. Jahrhundert befindet sich das gesamte Forstgebiet im Besitz des Stift Wilhering.[4]

Der Kürnberg war als möglicher Herkunftsort des Minnesängers von Kürenberg und einer Adelsfamilie von Kürnberg genannt bekannt, was sich jedoch als Fehlinterpretation des Namens dieses Waldgebietes erwies. Man glaubte, mit den oben näher beschriebenen Wällen "auf der Kürnbergburg" die Grundfesten jenes mittelalterlichen Sitzes eines der vielen Verfasser des Niebelungenlieds gefunden zu haben, was sich jedoch später als Trugschluss herausstellen sollte. Allein die Tatsache, dass der Kürnberg noch 1542 als "Kirnuvberg" in der ersten bekannten Kartografie Oberösterreichs eingetragen wurde, entlarvt dieses Gerücht als schlampige Parallelsetzung.[5]


Als von Kürnberg oder Kürnberg wurde im 12. Jahrhundert eine Reihe von Bauern aus den umliegenden Gemeinden bezeichnet.[6]

Einzelnachweise

  1. Ronald Peschel: Erläuterungen zur "Geologischen karte von Linz und Umgebung", erschienen in: Naturkundliches Jahrbuch der Stadt Linz 28, 1982, S. 181-236
  2. a b Christine Schwanzar: Der römische Wachturm im Kürnbergerwald. Erschienen in: Jahrbuch des OÖ. Musealverbandes für Gesellschaft und Landeskunde, 183. Band, Linz 1993, S. 10-40
  3. Siegrid Hirsch, Wolf Ruzicka: Kultplätze in Oberösterreich, Wilhering, Z'klobener Stein, Flurbezeichnung Kürnberger Wald, Bezirk Linz Land, Freya-Verlag, S. 168-171
  4. Homepage des Stift Wilhering
  5. Rudlolf Lehr: LandesChronik Oberösterreich, Rubrik 1501-1550, Das Erczherzogtumb Oesterreich ober Enns, Verlag Christian Brandstätter, Wien, S. 105
  6. Walter Aspernig: Geschichte des Kürnbergs bei Linz, erschienen in: Archiv der Stadt Linz (Hrsg.): Historisches Jahrbuch der Stadt Linz 1967, S. 36-47

Weblinks

48.314.2526Koordinaten: 48° 18′ N, 14° 12′ O