k.u. Gendarmerie

Die k.u. Gendarmerie (königlich-ungarische Gendarmerie, ungarisch Csendőrség) war die in Transleithanien, dem ungarischen Reichsteil Österreich-Ungarns, 1881 gegründete einheitliche Landessicherheitswache.

Im Zuge des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs 1867 verlor die k.k. Gendarmerie die Zuständigkeit für die ungarische Reichshälfte. Lediglich im Königreich Kroatien-Slawonien und Siebenbürgen blieb die Gendarmerie aktiv. 1881 kam es in Transleithanien mit der Installierung der königlich-ungarischen Gendarmerie zur Gründung einer einheitlichen Landessicherheitswache. Zuvor hatten sich die zuständigen lokalen Behörden als Ordnungsmacht überfordert gezeigt. Die 1871 wiederaufgestellten Grenzregimenter, die "Seressaner-Corps", die ihren Dienst an der ehemaligen Militärgrenze verrichtet hatten, gingen in der neuen k.u. Gendarmerie auf. In ihrer äußeren Organisation wich die k.u. Gendarmerie von der k.k. Gendarmerie erheblich ab, indem sie die Institution der diensttuenden Flügel (statt der neuen k.k.-Abteilungskommanden) bis zum Untergang der k.u.k.-Doppelmonarchie 1918 beibehielt. Bis dahin umfasste sie sieben Gendarmerie-Distrikts-Kommanden, mit je einem Oberst, Oberstleutnant und Major als Stab. An der Spitze der nachgeordneten diensttuenden Flügel (Schwadronen) standen Rittmeister, die Züge wurden von Leutnants, teils auch Fähnrichen befehligt.

Die Bezeichnung "königlich-ungarische" Gendarmerie blieb auch nach 1918 bestehen, da Ungarn offiziell bis zum 21. Dezember 1944 als Königreich Ungarn firmierte. Die k.u. Gendarmerie war am Ende des Zweiten Weltkriegs an der Deportation der ungarischen Juden beteiligt. Sie wurde 1945 aufgelöst.

 Commons: Military uniforms of Austria-Hungary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Details of military uniforms of Austria-Hungary – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien