K.u.k. Husaren-Regiment „Arthur Herzog von Connaught und Strathearn“ Nr. 4

Der letzte Regimentsinhaber Arthur, Duke of Connaught and Strathearn

Das Husaren-Regiment Arthur Herzog von Connaught und Strathearn“ Nr. 4 war als Österreichisch-Habsburgischer Kavallerieverband aufgestellt worden. Die Einheit existierte danach in der k.k. bzw. Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte bis zur Auflösung 1918.

Bei der Aufstellung einer Kavallerie-Rangliste im Jahre 1769 erhielt der Verband die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 34 zugewiesen.

Inhaltsverzeichnis

Status und Verbandszugehörigkeit 1914

VII. Armeekorps - 1. Kavallerie Truppendivision - 12. Kavalleriebrigade
Nationalitäten: 71 % Magyaren - 29 % Sonstige
Kommandant: Oberstleutnant Gotthard Jańky von Bulcs
Regimentssprache: ungarisch
Uniform:Lichtblaue Attila mit weißen Oliven (Knöpfen). Der Tschakobezug war krapprot.

Aufstellung

Am 5. November 1733 erhielt der Obrist Nicolaus Graf Hávor von Kaiser Karl VI. ein Patent, auf eigene Kosten ein Husaren-Regiment zu errichten. Letztendlich musste er jedoch nur für 3 Kompanien aufkommen, für die übrigen 7 Kompanien wurde ihm die Erstattung des Werbegelds aus der Kasse des Kriegsministeriums zugesagt. Werbebezirk und Sammelplatz war das Komitat Zala. Die Werbung scheint nicht sehr intensiv betrieben worden zu sein, da im Juni 1734 erst 5 Kompanien zur Aufstellung gelangt waren.

  • 1746 konnten fünf Kompanien des aufgelösten Husaren-Regiments Bertolotti übernommen werden.
  • 1748 wurde eine Kompanie des Husaren-Regiments Trips eingegliedert
  • 1768 wurde eine Eskadron des aufgelösten Husaren-Regiments Emerich Esterházy eingegliedert.
  • 1769 in diesem Jahr erhielt das Regiment innerhalb der Kavallerie die Stammlisten Nr. 34.
  • 1798 wurde die 3. Majorsdivision an das Husaren-Regiment Nr. 7 abgegeben.
  • 1849 Neuaufstellung in Pardubitz
  • 1860 aus der aufzulösenden 4. Division wird eine Eskadron zusammengestellt und an das Freiwilligen-Husarenregiment Nr. 2 abgegeben

Ergänzungsbezirke

Friedensgarnisonen

I. II. III.

Regimentsinhaber

  • 1733 Obrist Nicolaus Graf Hávor (Husaren-Regiment Hávor)
  • 1744 Feldmarschallleutnant Joseph Freiherr Dessewffy (Husaren-Regiment Dessewffy)
  • 1768 Generalmajor Ferdinand Graf Ujházy (Husaren-Regiment Ujházy)
  • 1762 Husaren-Regiment Kálnoky
  • 1773 Feldmarschallleutnant Martin Freiherr von Graeven (Husaren-Regiment Graeven)
  • 1791 Feldmarschallleutnant Siegbert Freiherr Vécsey von Hajnácskeö (Husaren-Regiment Hajnácskeö)
  • 1798 Änderung der Namensgebung, ab jetzt Husaren-Regiment Nr. 4
  • 1803 Feldmarschallleutnant Friedrich Erbprinz von Hessen-Homburg
  • 1820 General der Kavallerie Friedrich VI. Landgraf von Hessen-Homburg
  • 1829 Feldmarschallleutnant Leopold Freiherr von Geramb
  • 1839 Grossfürst Alexander Czesarewitsch von Russland
  • 1849 General der Kavallerie Franz Graf Schlik zu Bassano und Weisskirchen
  • 1862 Feldmarschallleutnant Victor Cseh von Szent-Kátolna
  • 1867 General der Kavallerie Leopold Freiherr von Edelsheim-Gyulai
  • 1893 Arthur, Duke of Connaught and Strathearn

Gefechtskalender

Polnischer Erbfolgekrieg

  • 1734: Sofort nach erfolgter Aufstellung rückten die vorhandenen fünf Kompanien nach Italien ab und nahmen dort am Scharmützel bei Quistello, der Schlacht bei Guastalla und dem Gefecht bei Revere teil
  • 1735: erneutes Gefecht bei Revere und S. Michele, Scharmützel bei Sabbionetta

Österreichischer Erbfolgekrieg

  • 1742: zwei Eskadronen wurden zur Armee in Bayern abgestellt und nahmen am Gefecht bei Mainburg teil
  • 1743: die beiden Kompanien kehrten nach Italien zurück, das Regiment kämpfte in der Schlacht bei Camposanto
  • 1744: Marsch bis vor Neapel, Überfall auf Velletri
  • 1746: Das Regiment kämpfte mit Auszeichnung in der Schlacht bei Piacenzza. Kämpfe in der Provence.
  • 1747: Sicherung der Belagerungstruppe von Genua, Gefecht bei Campofreddo

Siebenjähriger Krieg

Bayerischer Erbfolgekrieg

  • 1778: Das Regiment stand mit der Hauptarmee in Böhmen und zeichnete sich, zusammen mit dem Ulanenregiment Nr. 6 im Gefecht bei Libochowitz aus.

Russisch-Österreichischer Türkenkrieg

  • 1786: Teile des Regiments hielten beim Rückzug der Hauptarmee von Lazu-Mare nach Fenis die nachrückenden Türken auf und kämpften bei Armenis und Uj-Palánka. Die übrigen 4 Eskadronen kämpften in Kroatien bei Dubica und Novi.
  • 1789: Teile des Regiments unter Oberst Poutet waren bei der Belagerung von Berbir in Kroatien beteiligt, später wurden sechs Eskadronen zur Belagerung von Belgrad abgestellt. Der Rest der Einheit stand in dieser Zeit bei Semendria
  • 1790: eine Eskadron wurde zum Patrouillendienst nach Serbien abgestellt.

Koalitionskriege

  • 1793: Sechs Eskadronen wurden an den Rhein verlegten die restlichen vier blieben in West-Galizien
  • 1794: nahmen die an den Rhein beorderten Eskadronen an Gefechten bei Schifferstadt, Schwengenheim, Eppstein und Kaiserslautern teil.
  • 1795: Kämpfe am Hartberge (Hartenberg) vor Mainz, bei Landstuhl und Kaiserslautern
  • 1796: Abstellung zur Niederrhein-Armee. Teilnahme an Gefechten bei Wallhausen-Neukirchen, bei Wetzlar und Burgebrach. Das Regiment kämpfte bei Sulzbach, Amberg und Würzburg, Abteilungen nahmen an Gefechten bei Aschaffenburg und Gießen teil.
  • 1797 Sechs Eskadronen kämpften im Gefecht bei Cambach (Limburg)
  • 1799: Gefechte bei Ostrach, Stockach und Schaffhausen. Eine Eskadron zeichnete sich bei der Verteidigung von Wehr aus. Die Husaren waren an der Einnahme von Mannheim beteiligt und führten Gefechte bei Neckarshausen und Philippsburg
  • 1800: Scharmützel in Süddeutschland. Bei Landshut deckten vier Eskadronen den Rückzug der Infanterie. Im Gefecht bei Neumarkt, konnten zwei Eskadronen der feindlichen Umklammerung entkommen.
  • 1805: gehörte das Regiment zum Korps Merveldt am Inn und führte Nachhutgefechte nach der Schlacht von Amstetten, Krems an der Donau und Schöngraben. Teilnahme an der Schlacht bei Austerlitz.
  • 1809: Als Teil des II. Korps in Deutschland. Gefecht bei Landshut. Danach Verlegung nach Oberösterreich mit Gefechten bei Gallnenkirchen und Urfahr-Linz. Dann zur Hauptarmee abgeordnet mit Gefechten bei Wagram und Znaim

Russlandfeldzug

  • 1812: Als Teil des Auxiliar-Korps unter Fürst Schwarzenberg fochten Abteilungen bei Kartuszkaja-Bereza, Kobrin und Sielo-Welykoje, zwei Eskadronen kämpften an der Moskona.

Befreiungskriege

  • 1813: Zur böhmischen Hauptarmee abgeordnet. Patrouillendienst in der Gegend um Dresden. Teilnahme an der Schlacht bei Kulm, einzelne Streifkorps kämpften bei Tilisch und Dolma. Teilnahme an der Völkerschlacht bei Leipzig. Verfolgungskämpfe und Übergang über den Rhein. Gefecht bei Colmar.
  • 1814: Kämpfe einzelner Abteilungen bei Troyes und Moret (Arrondissement Fontainebleau) und bei Bourg-en-Bresse. In den Kämpfen vor Lyon durchschwamm das Regiment die reißende Rhone und konnte so im Rücken des Gegners große Verwirrung hervorrufen.

Herrschaft der Hundert Tage

  • 1815: Streifzüge in Frankreich. Kleinere Gefechte bei Dannemarie und Belfort
Husaren der ungarischen Revolutionsregierung (sog. Kossuth-Husaren) beim „fouragieren“ in der Slowakei

Revolution von 1848/49 im Kaisertum Österreich

  • 1848: Zunächst zur Unterdrückung des Wiener Aufstandes eingesetzt, wurde das Regiment nach Ungarn verlegt und von der Sezessionsregierung in Budapest anlässlich der ungarischen Revolte gegen die kaiserlichen Truppen und deren Verbündete eingesetzt.

Deutscher Krieg

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg sahen sich die Husaren den unterschiedlichsten Verwendungen ausgesetzt. Sie kämpften zunächst im Regimentsverband kavalleristisch, wurden aber auch auf allen Kriegsschauplätzen infanteristisch verwendet.

Nach der Proklamation Ungarns als eigenständiger Staat im Oktober 1918 wurden die ungarischstämmigen Soldaten von der Interimsregierung aufgerufen, die Kampfhandlungen einzustellen und nach Hause zurückzukehren. In der Regel wurde dieser Aufforderung Folge geleistet. Somit war der Verband seinem bisherigen Oberkommando, dem k.u.k. Kriegsministerium entzogen und konnte von diesem nicht demobilisiert und allenfalls theoretisch aufgelöst werden. Ob, wann und wo eine solche Auflösung stattgefunden hat ist gegenwärtig nicht bekannt.

Gliederung

Ein Regiment bestand in der Österreichisch-Ungarischen Kavallerie in der Regel ursprünglich aus drei bis vier (in der Ausnahme auch mehr) Division. (Mit Division wurde hier ein Verband in Bataillonsstärke bezeichnet. Die richtige Division wurde Infanterie- oder Kavallerie-Truppendivision genannt.) Jede Division hatte drei Eskadronen, deren jede wiederum aus zwei Kompanien bestand. Die Anzahl der Reiter in den einzelnen Teileinheiten schwankte, lag jedoch normalerweise bei etwa 80 Reitern je Kompanie.

Die einzelnen Divisionen wurden nach ihren formalen Führern benannt:

  • die 1. Division war die Oberst-Division
  • die 2. Division war die Oberstlieutenant (Oberstleutnant)-Division
  • die 3. Division war die Majors-Division
  • die 4. Division war die 2. Majors-Division

Im Zuge der Heeresreform wurden die, zu diesem Zeitpunkt aus drei Divisionen bestehenden Kavallerie-Regimenter ab 1860 auf zwei Divisionen reduziert.

Bis zum Jahre 1798 wurden die Regimenter nach ihren jeweiligen Inhabern (die nicht auch die Kommandanten sein mussten) genannt. Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht. (z.B. Regiment Graf Serbelloni - oder Regiment Serbelloni.) Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment seinen Namen. Nach 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Bedingt durch diese ständige Umbenennung sind die Regimentsgeschichten der österreichisch-ungarischen Kavallerie nur sehr schwer zu verfolgen. Hinzu kommt die ständige und dem Anschein nach willkürliche, zu Teil mehrfache Umklassifizierung der Verbände. (Zum Beispiel: Böhmisches Dragoner-Regiment „Fürst zu Windisch-Graetz“ Nr. 14)

Alle Ehrennamen der Regimenter wurden im Jahre 1915 ersatzlos gestrichen.

Literatur

  • Alphons von Wrede: Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien 1898–1905.
  • Georg Schreiber: Des Kaisers Reiterei. Österreichische Kavallerie in 4 Jahrhunderten. Mit einem Geleitwort von Alois Podhajsky. Speidel, Wien 1967.
  • B. M. Buchmann: Österreich und das Osmanische Reich. WUV-Univ.-Verl., Wien 1999.
  • Allmayer-Beck/Lessing: Die k.u.k. Armeee 1848–1918. Bertelsmann, München 1974.