K.u.k. Husaren-Regiment „Friedrich Wilhelm III. König von Preußen“ Nr. 10

Der immerwährende Oberstinhaber, König Friedrich Wilhelm III.

Das Husaren-Regiment „Friedrich Wilhelm III. König von Preußen“ Nr. 10 war als Österreichisch-Habsburgischer Kavallerieverband 1741 aufgestellt worden. Die Einheit existierte danach in der k.k. bzw. Gemeinsamen Armee innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Landstreitkräfte bis zur Auflösung 1918.

Bei der Aufstellung einer Kavallerie-Rangliste im Jahre 1769 erhielt der Verband die Bezeichnung Cavallerie-Regiment Nr. 35 zugewiesen.

Im Jahre 1888 wurde angeordnet, dass das Regiment den Namen „Friedrich Wilhelm III. König von Preußen“ für alle Zeiten zu führen habe.

Inhaltsverzeichnis

Status und Verbandszugehörigkeit 1914

IV. Korps - 10. Kavallerie Truppendivision - 4. Kavalleriebrigade
Nationalitäten: 97 % Magyaren - 3 % Sonstige
Uniform: Lichtblaue Attila mit gelben Oliven und lichtblauem Tschakobezug
Garnison: Budapest (Franz Josef-Kavalleriekaserne - X. Bezirk, Kerepesi-út 41) Ersatzkader in Szekesvehervar
Kommandant: Oberstleutnant Koloman Markovits
Regimentssprache: ungarisch

Errichtung

  • Am 8. Dezember 1741 erteilte Kaiser Franz I. dem Obristen Beleznay das Patent zur Aufstellung eines Husaren-Regiments. Acht Kompanien konnten zunächst errichtet werden.
  • 1748 konnte eine Kompanie des aufgelösten Husaren-Regiments Trips eingegliedert werden
  • 1768 wurde eine weitere Kompanie aus dem aufgelösten Husaren-Regiment Hadik zugewiesen
  • 1769 erhielt das Regiment die Kavallerie-Stammlistennummer 35
  • 1775 wurde eine Division des aufgelösten Husaren-Regiments Török zugewiesen
  • 1798 musste eine Division an das neu aufgestellte Husaren-Regiment Nr. 7 abgegeben werden
  • 1849 wegen der Teilnahme an der Revolte in Ungarn wurde das Regiment nach Klattau in Böhmen verlegt und dort neu aufgestellt
  • 1860 wurde aus der aufzulösenden 4. Division eine Eskadron formiert und an das Freiwilligen-Husaren-Regiment Nr. 2 abgegeben

Ergänzungsbezirke

Friedensgarnisonen

I. II. III.
Denkmal für das 10. Husaren-Regiment in Stuhlweißenburg

Regimentsinhaber

  • 1741 Obrist Johann von Beleznay (Husaren-Regiment Beleznay)
  • 1754 Feldmarschallleutnant Emerich Freiherr von Morocz (Husaren-Regiment Morocz)
  • 1759 Generalmajor Joseph Adam Graf Bethlen (Husaren-Regiment Graf Bethlen)
  • 1772 unbesetzt (Husaren-Regiment Dées)
  • 1773 Feldmarschallleutnant Vincenz Freiherr von Barcó (Husaren-Regiment Barcò)
  • 1797 Feldmarschallleutnant Johann Freiherr von Mészáros (Husaren-Regiment Mészarós)
  • 1798 Änderung der Namensgebung in Husaren-Regiment Nr. 10
  • 1802 Feldmarschallleutnant Joseph Freiherr Stipsicz von Ternova
  • 1814-40 Friedrich Wilhelm III., König von Preußen
  • 1840 Friedrich Wilhelm IV., König von Preußen
  • 1861 Feldmarschallleutnant Carl Freiherr von Lederer
  • 1868-73 unbesetzt
  • 1873 Wilhelm I., Deutscher Kaiser und König von Preußen
  • 1888 Friedrich III. Deutscher Kaiser und König von Preußen
  • 1888 Inhaber-Stelle wurde nicht mehr besetzt

Gefechtskalender

Schlacht bei Lauffeldt

Österreichischer Erbfolgekrieg

  • 1741 Unmittelbar nach der Aufstellung nach Schlesien abgerückt, nahm eine Abteilung am Gefecht bei Olberndorf teil
  • 1742 Kämpfe vor Brünn aus, das Regiment durchbrach den Belagerungsring und konnte in die Stadt gelangen. Winterfeldzug in Mähren und Teilnahme an der Belagerung von Prag
  • 1743 Patrouillen- und Sicherungsdienste in Deutschland
  • 1744 Patrouillen- und Aufklärungsdienste in den spanischen Niederlanden, eine Abteilung im Gefecht bei Brügge

Siebenjähriger Krieg

  • 1756 Patrouillen- und Aufklärungsdienste in Böhmen
  • 1757 Patrouillen- und Aufklärungsdienste vor Prag, später in Schlesien, Streifzug gegen Zittau
  • 1758 Patrouillen- und Aufklärungsdienste in Mähren, später bei der Belagerung von Neisse eingesetzt.
  • 1759 Dem Korps Beck zugeteilt. Gefecht bei Grünberg
  • 1760 Dem Korps Loudon zugeteilt. Scharmützel bei Cosdorf, Kämpfe bei Landshut und Liegnitz
  • 1761 Gefecht bei Oppeln
  • 1762 Gefecht bei Peilau (am Fischerberge)

Bayerischer Erbfolgekrieg

  • 1778 Gefecht Trautenau in Böhmen, eine Division führt ein Gefecht bei Dittersbach
  • 1779 Teile des Regiments sind an der Erstürmung von Habelschwerdt, zwei Divisionen beim Angriff auf Ober-Schwedeldorf beteiligt

Russisch-Österreichischer Türkenkrieg (1787–1792)

  • 1788 Der Armee des Prinzen Coburg zugeteilt, stand das Regiment bei Chotin. Kleinere Gefechte bei Poljano, Rukszin und Chotin
  • 1789 Eine Division führt ein Gefecht bei Vale-Saka, das ganze Regiment kämpft mit Auszeichnung bei Foksani und Martinestie Turnul

Koalitionskriege

Befreiungskriege

  • 1813 Kämpfe in Innerösterreich bei Krainburg, dann auf dem Vormarsch bei Villanova, Monzambano und Caldiero
  • 1814 Vier Eskadronen in der Division Sommariva bei Monzambano und an den Blockaden von Mantua, Legnago und Venedig beteiligt.

Herrschaft der Hundert Tage

  • 1815 in Südfrankreich Einnahme von Macon, dann bei der Besatzungsarmee im Elsass.

Revolution von 1848/49 im Kaisertum Österreich

  • 1848 Zwei Divisionen folgten dem Aufruf der ungarischen Sezessionsregierung und marschierten aus Galizien nach Ungarn, wo sie an der Revolte teilnahmen und gegen die kaiserlichen Truppen und deren Verbündete kämpften. Die beiden anderen Divisionen konnten bei der Fahne gehalten werden, litten jedoch stark durch Fahnenflucht.

Sardinischer Krieg

Deutscher Krieg

Erster Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg sahen sich die Husaren den unterschiedlichsten Verwendungen ausgesetzt. Sie kämpften zunächst im Regimentsverband kavalleristisch, wurden aber auch auf allen Kriegsschauplätzen infanteristisch verwendet. Ob das Regiment als Verband oder aufgeteilt als Divisionskavallerie eingesetzt war, ist gegenwärtig nicht bekannt. Der Status als Kavallerie-Regiment bestand bis Kriegsende.

Nach Ende des Krieges kehrte das Regiment geordnet aus Bulgarien zurück und wurde in Budapest demobilisiert.

Kappenabzeichen des Regiments

Gliederung

Ein Regiment bestand in der Österreichisch-Ungarischen Kavallerie in der Regel ursprünglich aus drei bis vier (in der Ausnahme auch mehr) Divisionen. (Mit Division wurde hier ein Verband in Bataillonsstärke bezeichnet. Die richtige Division wurde Infanterie- oder Kavallerie-Truppendivision genannt.) Jede Division hatte drei Eskadronen, deren jede wiederum aus zwei Kompanien bestand. Die Anzahl der Reiter in den einzelnen Teileinheiten schwankte, lag jedoch normalerweise bei etwa 80 Reitern je Kompanie.

Die einzelnen Divisionen wurden nach ihren formalen Führern benannt:

  • die 1. Division war die Oberst-Division
  • die 2. Division war die Oberstlieutenant (Oberstleutnant)-Division
  • die 3. Division war die Majors-Division
  • die 4. Division war die 2. Majors-Division
  • die 5. Division (soweit vorhanden) war die 3. Majors-Division

Im Zuge der Heeresreform wurden die Kavallerie-Regimenter ab 1860 auf zwei Divisionen reduziert.

Bis zum Jahre 1798 wurden die Regimenter nach ihren jeweiligen Inhabern (die nicht auch die Kommandanten sein mussten) genannt. Eine verbindliche Regelung der Schreibweise existierte nicht. (z.B. Regiment Graf Serbelloni - oder Regiment Serbelloni.) Mit jedem Inhaberwechsel änderte das betroffene Regiment seinen Namen. Nach 1798 galt vorrangig die nummerierte Bezeichnung, die unter Umständen mit dem Namen des Inhabers verbunden werden konnte. Bedingt durch diese ständige Umbenennung sind die Regimentsgeschichten der österreichisch-ungarischen Kavallerie nur sehr schwer zu verfolgen. Hinzu kommt die ständige und dem Anschein nach willkürliche, zu Teil mehrfache Umklassifizierung der Verbände. (Zum Beispiel: Böhmisches Dragoner-Regiment „Fürst zu Windisch-Graetz“ Nr. 14)

Alle Ehrennamen der Regimenter wurden im Jahre 1915 ersatzlos gestrichen.

Literatur

  • Obstlt. Alphons Frhr. v. Wrede: Geschichte der K.u.K. Wehrmacht von 1618 bis Ende des XIX Jh. Wien 1898–1905.
  • Georg Schreiber: Des Kaisers Reiterei. Österreichische Kavallerie in 4 Jahrhunderten. Mit einem Geleitwort von Alois Podhajsky. Speidel, Wien 1967.
  • B. M. Buchmann: Österreich und das Osmanische Reich. WUV-Univ.-Verl., Wien 1999.
  • Allmayer-Beck/Lessing: Die k.u.k. Armeee 1848–1918. Bertelsmann, München 1974.