Kaindorf (Steiermark)

Kaindorf
Wappen von Kaindorf
Kaindorf (Steiermark) (Österreich)
Kaindorf (Steiermark)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Hartberg
Kfz-Kennzeichen: HB
Fläche: 14,26 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 15° 55′ O47.22638888888915.911388888889342Koordinaten: 47° 13′ 35″ N, 15° 54′ 41″ O
Höhe: 342 m ü. A.
Einwohner: 1.470 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 103,09 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8224
Vorwahl: 03334
Gemeindekennziffer: 6 07 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kaindorf 29
8224 Kaindorf bei Hartberg
Website: www.markt-kaindorf.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Loidl (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
11 ÖVP, 2 FPÖ, 2 SPÖ
Lage der Marktgemeinde Kaindorf im Bezirk Hartberg
Bad Waltersdorf Blaindorf Buch-Geiseldorf Dechantskirchen Dienersdorf Ebersdorf Eichberg Friedberg (Steiermark) Grafendorf bei Hartberg Greinbach Hartberg Hartberg Umgebung Hartl Hofkirchen bei Hartberg Kaibing Kaindorf Lafnitz (Steiermark) Limbach bei Neudau Mönichwald Neudau Pinggau Pöllau Pöllauberg Puchegg Rabenwald Riegersberg Rohr bei Hartberg Rohrbach an der Lafnitz Saifen-Boden Sankt Jakob im Walde Sankt Johann bei Herberstein Sankt Johann in der Haide Sankt Lorenzen am Wechsel Sankt Magdalena am Lemberg Schachen bei Vorau Schäffern Schlag bei Thalberg Schönegg bei Pöllau Sebersdorf Siegersdorf bei Herberstein Sonnhofen Stambach Stubenberg Tiefenbach bei Kaindorf Vorau Vornholz Waldbach (Steiermark) Wenigzell Wörth an der Lafnitz Großhart SteiermarkLage der Gemeinde Kaindorf (Steiermark) im Bezirk Feldbach (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Kaindorf ist eine Marktgemeinde mit 1470 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Gerichtsbezirk bzw. Bezirk Hartberg in der Oststeiermark (Österreich).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Kaindorf liegt im oststeirischen Hügelland, ca. 8 km südwestlich der Bezirkshauptstadt Hartberg und ca. 40 km nordöstlich der Landeshauptstadt Graz. Durch die Gemeinde fließt die Pöllauer Safen, die im Süden der Gemeinde den Tiefenbach aufnimmt. Im Norden wird die Marktgemeinde durch den Dombach begrenzt. Der äußerste Süden gehört zu Nörning.

Gemeindegliederung

Die Marktgemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Kaindorf (1.060 Einwohner) und Kopfing bei Kaindorf (423) (Stand: 15. Mai 2001). Die vordem selbständige Gemeinde Kopfing wurde 1968 der Gemeinde Kaindorf eingegliedert. Die Marktgemeinde Kaindorf setzt sich aus insgesamt zwölf Ortsteilen (früher eigene Gemeinden) zusammen: Amhof, Dreihof, Gießhübl, Hinterbüchl, Holzhöf, Kaindorf, Kopfing, Lebenhof, Marbach, Obernörning, Pirchegg und Safenhof.

Am 20. November 2011 stimmten die Wahlberechtigten der sieben Gemeinden Dienersdorf, Ebersdorf, Großhart, Hartl, Hofkirchen bei Hartberg, Kaindorf und Tiefenbach bei Kaindorf über die Zusammenlegung zu einer Großgemeinde ab. Bei einer Wahlbeteiligung von insgesamt 65,66 Prozent wurden 3351 gültige Stimmen gezählt. Von diesen sprachen sich lediglich 436 Wähler (13,01 Prozent) für eine Zusammenlegung aus, während 2915 Wähler (86,99 Prozent) gegen eine Fusion stimmten. Damit wurde den Plänen der Steiermärkischen Landesregierung eine deutliche Absage erteilt.[1][2]

Nachbargemeinden

Hofkirchen bei Hartberg Dienersdorf Hartberg Umgebung
Hartl Nachbargemeinden Ebersdorf
Hartl Großhart Ebersdorf

Geschichte

Kaindorf wurde um 1128 durch Konrad von Safen gegründet, der das Gebiet der heutigen Pfarre Kaindorf vom steirischen Markgrafen Leopold dem Starken kurz zuvor geschenkt bekommen hatte. Kaindorf wird erstmals 1255 als Chundorf (das Dorf des Chuno oder Konrad) urkundlich erwähnt. Nach dem Aussterben der Herren von Safen im 13. Jahrhundert kam ihr Besitz an die Herren von Stubenberg, Neuberg und Stadeck sowie an die Teuffenbacher.

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
1869 1.014
1880 1.088
1890 1.005
1900 1.037
1910 1.100
1923 1.046
1934 1.117
1939 1.064
1951 1.108
1961 1.054
1971 1.203
1981 1.303
1991 1.317
2001 1.483

Im Jahre 1523 wurde der Ort erstmals urkundlich mit dem heutigen Namen Khaindorff erwähnt.

Die Kirche St. Jakob wird erstmals 1313 als Vikariatskirche erwähnt. Die heutige Pfarrkirche wurde am Anfang des 18. Jahrhunderts unter Einbeziehung älterer Bauteile errichtet.

Kaindorf lag im häufig heimgesuchten Grenzgebiet und wurde 1418 von den Ungarn, 1532 von den Türken und 1605 von den Haiducken zerstört. Am 25. Juli 1704 wurde das Dorf von den Kuruzen angezündet. Kaindorf hat sich erst im 20. Jahrhundert aus einer rein agrarischen Siedlung zu einem gewerblichen Zentrum des Safentales entwickelt.

Am 1. Jänner 1968 wurde die Gemeinde Kaindorf mit der Gemeinde Kopfing zur neuen Gemeinde Kaindorf vereinigt.

Ab Ende des 2. Weltkrieges herrschte in Kaindorf aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs eine rege Bautätigkeit, wodurch sich der Gebäudebestand in den letzten 50 Jahren mehr als verdoppelt hat.

Am 1. Juli 1998 wurde Kaindorf zur Marktgemeinde erhoben. Seit 2007 ist sie Teil der Ökoregion Kaindorf.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die Pfarrkirche St. Jakob wurde von 1716 bis 1722 unter Einbeziehung des Vorgängerbaus errichtet, nachdem die gotische Kirche 1704 durch die Kuruzen stark beschädigt worden war.

Bei den vermutlich im 14. Jahrhundert entstandenen Frauenhöhlen von Kaindorf, die der Bevölkerung eine Zuflucht zu Kriegszeiten sein sollten, handelt es sich um einen Erdstall. Der Zugang von Kaindorf ist heute nicht mehr möglich. Das Gangsystem reicht bis Hofkirchen, wo sich neben der Kirche der Eingang befindet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Kaindorf ist als ländliche Gemeinde gut an das Straßennetz angebunden. Durch den Ort verlaufen die Wechsel Straße (B 54) von Wien über Hartberg und Gleisdorf nach Graz, sowie die Landesstraße von Pöllau über Sebersdorf, Bad Waltersdorf und Blumau nach Fürstenfeld. Nach ca. 8 km kreuzt die Straße die (126) die Süd Autobahn (A 2) von Wien nach Graz bei der Anschlussstelle Sebersdorf / Bad Waltersdorf.

Kaindorf hat keinen Eisenbahnanschluss. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Sebersdorf und bietet Zugang zur Thermenbahn mit zweistündlichen Regionalzug-Verbindungen nach Wien und Fehring.

Der Flughafen Graz ist ca. 50 km entfernt.

Ansässige Unternehmen

In Kaindorf befindet sich der Firmensitz des Fleisch- und Wurstherstellers Schirnhofer.

Politik

Gemeinderat

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse:

Partei 2010 2005 2000 1995 1990
Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate Stimmen  % Mandate
ÖVP 575 65 11 688 75 12 625 69 11 599 69 11 718 82 13
SPÖ 146 16 2 138 15 2 181 20 3 187 22 3 161 18 2
FPÖ 152 17 2 89 10 1 106 12 1 82 9 1
Wahlbeteiligung 75 % 82 % 87 % 90 % 94 %

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2005 Friedrich Loidl (ÖVP), der Nachfolger von Walter Bruchmann (ÖVP) wurde. Vizebürgermeister ist Thomas Teubl.

Wappen

Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Mai 1987.
Wappenbeschreibung: Über einem blauen Lindenblattschnitt im Schildfuß in Gold ein blaues Jakobuskreuz.[3]

Sonstiges

Persönlichkeiten

  • Bischofsvikar Prälat Willibald Rodler
  • Karin Ammerer, Kinderbuchautorin
  • Franz Hauptmann, Landesfeuerwehrkommandant von 2001–2006

Weblinks

 Commons: Kaindorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wiener Zeitung vom 20.November 2011: Befragte oststeirische Gemeinden gesamt zu 87 Prozent gegen Fusion (abgerufen am 20. November 2011)
  2. Kleine Zeitung vom 20.November 2011: Große Mehrheit stimmte gegen Gemeindefusion (abgerufen am 20. November 2011)
  3. Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 38, 1988, S. 31