Kaiser Franz Joseph I. (1912)

Kaiser Franz Joseph I.
KaiserFranzJoseph Schiff.jpg
p1
Schiffsdaten
Flagge Osterreich-UngarnÖsterreich-Ungarn (Handelsflagge) Österreich-Ungarn
Italien 1861Königreich Italien Italien
Schiffstyp Passagierschiff
Heimathafen Triest
Reederei Austro-Americana
Bauwerft Cantiere Navale Triestino (Monfalcone)
Baunummer 20
Stapellauf 9. September 1911
Indienststellung Februar 1912
Verbleib 1949/50 verschrottet
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
145,54 m (Lüa)
Breite 18,35 m
Tiefgang max. 7,9 m
Vermessung 12.567 BRT
Maschine
Maschine 2x vierzylindrige Dreifachexpansions-Dampfmaschine von David Rowan & Company
Maschinen-
leistung
12.800 PS
Geschwindigkeit max. 17 kn (31 km/h)
Propeller 2
Transportkapazitäten
Zugelassene Passagierzahl I. Klasse: 125
II. Klasse: 550
III. Klasse: 1230

Die Kaiser Franz Joseph I. war ein 1912 in Dienst gestellter Transatlantik-Ozeandampfer der österreichischen Reederei Austro-Americana. Sie war das größte und schnellste bis dahin gebaute österreichische Handelsschiff und das Flaggschiff der Österreichischen Handelsmarine. 1944 in La Spezia von den Deutschen versenkt, wurde das Wrack des Schiffs in den Jahren 1949/50 gehoben und vor Ort verschrottet.

Geschichte

Der Rauchsalon der Ersten Klasse an Bord der Kaiser Franz Joseph I.

Das aus Stahl gebaute Dampfschiff Kaiser Franz Joseph I. entstand bei der Werft Cantiere Navale Triestino in Monfalcone und lief am 9. September 1911 vom Stapel. Das 145,54 Meter lange und 18,35 Meter breite Schiff war mit einem Rauminhalt von 12.567 Bruttoregistertonnen (BRT) das bis dahin größte Schiff unter österreichischer Flagge. Die Kaiser Franz Joseph I. war mit zwei vierzylindrigen Dreifachexpansions-Dampfmaschinen von David Rowan & Company aus Glasgow ausgestattet, die 12.800 PS leisteten und den Doppelschraubendampfer auf bis zu 17 Knoten beschleunigen konnten. In den Passagierunterkünften war Platz für 125 Reisende in der Ersten, 550 in der Zweiten und 1230 in der Dritten Klasse.

Beim Stapellauf und der Schiffstaufe am 9. September 1911 waren neben Erzherzogin Maria Josepha und Kriegsmarinekommandant Admiral Graf Rudolf Montecuccoli zahlreiche Würdenträger, Industrielle, Kaufleute und Arbeiter anwesend. Im Februar 1912 lief die Kaiser Franz Joseph I. in Triest zu ihrer Jungfernfahrt nach Buenos Aires aus. Am 25. Mai 1912 legte sie in Triest zu ihrer ersten Fahrt nach New York mit Zwischenstopps in Patras (Griechenland), Palermo auf Sizilien und der algerischen Hauptstadt Algier ab. Auf dieser Route verkehrte sie bis zum 13. Juni 1914.

Als Ergänzung zur Kaiser Franz Joseph I. wurde kurz darauf mit dem Bau eines neuen, noch größeren Schiffs begonnen, das auf den Namen Kaiserin Elisabeth getauft werden sollte und einen Rauminhalt von 15.500 BRT gehabt hätte. Die Bauarbeiten wurden aber 1917 eingestellt und der unfertige Schiffskörper wurde kurz nach dem Ende des Kriegs verschrottet. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs im August 1914 befand sich die Kaiser Franz Joseph I. in Triest.

Nach Kriegsende wurde die Stadt 1919 Italien zugesprochen und die österreichische Austro-Americana wurde von der Triestiner Reederfamilie Cosulich übernommen. Die verbliebenen Schiffe der Austro-Americana, darunter die Kaiser Franz Joseph I., gingen dadurch in den Besitz der neu formierten Cosulich Società Triestina di Navigazione (meist Cosulich Line genannt) über. Das Schiff erhielt den neuen Namen Presidente Wilson und lief am 5. Mai 1919 zu seiner ersten Nachkriegsfahrt von Genua über Marseille nach New York aus. Dabei hatte sie hauptsächlich heimkehrende US-Soldaten an Bord.

Am 24. Juni 1919 unternahm die Presidente Wilson ihre erste Fahrt für ihre neuen Eigner von Triest über Messina und Neapel nach New York. Auch bei dieser Überfahrt waren viele Truppen an Bord. Am 12. September 1919 verließ sie Triest zu ihrer dritten Fahrt in Friedenszeiten mit 97 Passagieren in der Ersten, 371 in der Zweiten und 623 in der Dritten Klasse. Es war ihre erste Fahrt unter italienischer Flagge. 1925/26 wurde von Kohle- auf Kraftstoffverbrennung umgestellt. Im November 1929 lief sie zu ihrer letzten Fahrt von Triest über Neapel nach New York aus.

1930 ging der Dampfer an den Lloyd Triestino und wurde in Gange umbenannt. 1936 wechselte die Kaiser Franz Joseph I. noch einmal den Betreiber, als sie dem Lloyd Adriatico übergeben wurde und den neuen Namen Marco Polo erhielt. Am 12. Mai 1944 wurde das Schiff in La Spezia von der deutschen Wehrmacht versenkt. In den Jahren 1949/50 wurde das Wrack gehoben und an Ort und Stelle verschrottet.

Weblinks