Kalköfen (Stattegg)

Die beiden Kalköfen im Dezember 2009

Die zwei Kalköfen in der Gemeinde Stattegg in der Steiermark wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und stehen seit 1981 unter Denkmalschutz. Sie sind die letzten Reste eines 1966 stillgelegten Kalk- und Schotterwerkes. Zu Blütezeit des Werkes wurden ungefähr 8000 Tonnen Kalk pro Jahr in den Öfen gebrannt.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Öfen stehen im Stattegger Ortsteil Ursprung.

Geschichte

Im Jahr 1890 erwarb der Grazer Unternehemer Franz Jammernegg den so genannten „Stattegger Hof“ und errichtete an dessen Stelle ein Kalk- und Schotterwerk. In diesem Jahr wurde zumindest der linke Kalkofen errichtet. Das Werk war über eine Feldbahn mit der Schleppbahn der Maschinenfabrik Andritz verbunden. 1920 wurde in der zum Anwesen gehörenden Moosmühle eine Francis-Turbine zur Stromerzeugung aufgestellt. 1926 wurde ein Maschinenhaus mit Dieselmotor, einem Kompressor für die Bohrhämmer sowie einem Gleichstromgenerator errichtet. 1938 und 1939 wurden beide Öfen ausgebaut. 1943 wurde das Kalkwerk zum Deutschen Eigentum erklärt. Zwischen 1943 und 1948 lag das Werk still. 1966 erfolgte die endgültige Stilllegung des Kalkwerkes. Seit dem Jahr 1981 stehen die Kalköfen unter Denkmalschutz.

Beschreibung

Die Kalköfen mit einem blockförmigen Baukörper sind nach oben hin leicht verjüngt und bestehen aus unregelmäßigem Quader- und Bruchsteinmauerwerk. Das Mauerwerk wurde in regelmäßigen Abständen mithilfe von Zugeisen verankert. Die dafür nötigen Mauerschließen sind bei dem linken Ofen ornamental ausgestaltet. An den Wandflächen befinden sich Durchbrüche für die rundbogigen Feuerungs- und Entnahmeöffnungen.

Die Gewölbe für die Öffnungen sind aus Ziegeln gemauert. Der Innenmantel des Kerngemäuers ist mit künstlich hergestellten Schamotteziegel ausgekleidet. Die Erhöhung der Öfen in den Jahren 1938/39 erfolgte durch zylindrische, aus Ziegeln gemauerte und mit ringförmigen Bandeisen umschlossenen Schornsteinen. Diese waren ursprünglich verputzt. Der linke Ofen hat auf Höhe der Gichtebene ein reicht profiliertes Kranzgesims im Gründerzeitstil. Beim rechten Ofen wurde das Gesims einfach ausgeführt.

Die heute nicht mehr erhaltene Gichtglocke bestand aus einem Fülltrichter mit versenkbarem Kegelverschluss. Vom ursprünglich hölzernen Hüttengebäude sind nur mehr Auflagenischen für die Balken im Raugemäuer der Öfen erhalten.

Quellen

  •  Manfred Wehdorn, Ute Georgeacopol-Winischhofer, Paul W. Roth: Baudenkmäler der Technik und Industrie in Österreich. 2, Steiermark und Kärnten, Böhlau Verlag Gesellschaft m.b.H und Co. KG, Wien 1991, ISBN 3-205-05202-1, S. 102-103 (Bei Google Books).

47.13023815.434587Koordinaten: 47° 7′ 49″ N, 15° 26′ 5″ O