Kalmtal

Kalmtal
Italienische BezeichnungValclava, Deutsch ursprünglich: Kalmthal oder Falserthal
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Südtirol (BZ)
Gemeinde: St. Martin in Passeier
Koordinaten: 46° 46′ N, 11° 12′ OKoordinaten: 46° 46′ 2″ N, 11° 11′ 40″ O
Höhe: 598,9 m s.l.m.
Fläche: 5,04 km²
Einwohner: 314 (2001)
Bevölkerungsdichte: 62 Einw./km²
Telefonvorwahl: 0473 CAP: 39010

Kalmtal ist eine Fraktion der Gemeinde St. Martin in Passeier in Südtirol (Italien). Die Fraktion umfasst die Weiler des gleichnamigen Hochtales und mehrere Weiler des angrenzenden Riederbergs.

Der Weiler Neuhaus, hier zweigt das Kalmtal vom Passeiertal ab (linke Bildseite)
Jausenstation Naserhof, Kalmtal

Kalmtal liegt 14 km entfernt von Meran und ist sowohl flächenmäßig als auch bevölkerungsmäßig die größte Fraktion von St. Martin.

Die Anzahl der Einwohner hat in den letzten Jahren stets zugenommen und somit ist das Tal im Gegensatz zu anderen ländlichen Gegenden nicht von Abwanderung betroffen, das Kalmtal zählt 314 (Volkszählung 2001) Einwohner.

Geographie

Das Tal

Das Kalmtal umfasst eine Fläche von 5,04 km² und ist somit die flächenmäßig größte Fraktion von St. Martin in Passeier.

Das Tal wird von Wiesen und Wäldern überzogen, es befindet sich auf der rechten (westlichen) Talseite des Passeiertales.

Der Kalmbach

Ein Bach, der Kalmbach, zieht sich durch das Tal und mündet in die Passer. Er wird von vielen Touristen und Einheimischen im Sommer gerne besucht.

Ein Wasserkraftwerk wurde an diesem Bach zur Stromgewinnung errichtet, das sowohl Gemeinde als auch private Investoren als Eigentümer hat. Nun ist ein weiteres Wasserkraftwerk in Planung, welches ebenfalls mit dem Wasser des Kalmbaches versorgt werden soll.

An diesem Bach liegt außerdem der bekannte Passeirer Wasserfall.

Der Kolbenspitz

Der Hausberg des Kalmtales ist der Kolbenspitz, der eine Aussicht über das Passeiertal und über das Burggrafenamt bietet.

Almen

Im Kalmtal befinden sich zwei Almen, die Faglsalm, die auf 1980 m liegt und eine herrliche Aussicht über das Passeiertal bietet, und die Falseralm, die auf 1929 m und am Talende mitten im Naturpark Texelgruppe liegt. Außerdem befindet sich auf der Höhe der Faglsalm der Faglssee, der schon seit alters her in der Bevölkerung als eher unheimlich und gefährlich eingestuft wird.

Ortsnamen im Kalmtal

Die in kursiver Schrift gehaltenen italienischen Ortsnamen wurden zwar im Zuge der Italianisierung eingeführt, werden jedoch heute weder von privater noch von offizieller Seite benutzt.

Ortschaft Italianisierte Bezeichnung Zugehörige Weiler
Spath oder Spat - Spathof
Neuhaus Ponte Clava Neuhaus-Hof; Lanthaler; Kalbbauer
Kalmrausch (Kalmbach) Rio della Clava Kalbe; Passeirer Hof; Schenk
Abl - Unter- und Oberabl; Pfandler; ehem. Schule
Wieden Saletto Unter- und Oberwieden
Tschaggen Cava (in Passiria) Innerer- und Ausserer Tschager
Glamitz - Glamitzhof
Schupfer Malánder Schupferhof
Seeber - Seeberhof
Bach Masi del Rio Unter- und Oberbach; ehem. Schule
Gruber Cava Gruberhöfe
Steinwand Pietra Unter- und Obersteinwandhöfe; Steinerhof
Eggenstein Sasso Unter- und Obereggensteinerhof
Magdfeld (Riffian) Campo Gasthof Magdfeld, Magdfeld-Hof
Naser - Jausenstation Naserhof
Luimes Lùimes Luimeshof

Geschichte

Die Grundschulen im Kalmtal

Im Kalmtal gab es zwei Schulen, die Grundschule von Abl, die von den Kindern des vorderen Kalmtales besucht wurde und die Grundschule von Kalmtal, die von den Kindern des hinteren Kalmtales besucht wurde.

In den letzten Jahren wurden beide Schulen geschlossen. Die Grundschule von Kalmtal aufgrund der Erschließung des Kalmtales durch die Kalmtaler Straße, so konnten diese Kinder in Abl die Schule besuchen. Die Grundschule Abl wurde einige Jahre später geschlossen, da die Aufrechterhaltung des Unterrichts in Abl mit hohen Kosten und Aufwänden verbunden war und so hat man beschlossen, auch diese Schule zu schließen und die Schüler nach St. Martin zu transportieren, um dort die Schule zu besuchen.

Beide Schulgebäude wurden verkauft und bereits zu Wohnhäusern umgebaut.

Wirtschaft

Ein großer Teil der Bevölkerung lebt im Kalmtal von der Berglandwirtschaft, dabei liegt die Viehwirtschaft an erster Stelle. Großteils werden Kühe, Schafe, Ziegen, Hühner oder auch Schweine gehalten.

Landwirtschaft

Da die meist kleinen Höfe (Landwirtschaft) meist aber keinen hohen Ertrag abwerfen, sind die meisten Landwirte gezwungen, bereits am Morgen zu einer anderen Arbeitsstelle zu pendeln. Ein weiterer Teil der Beschäftigten im Kalmtal ist in der Baubranche tätig.

Tourismus

Die Gastbetriebe sind in ganz Südtirol und über dessen Grenzen hinaus bekannt. Diese Betriebe stellen inzwischen beliebte Ausflugsziele in Passeier dar und ziehen in den Sommer- und Herbstmonaten tausende Besucher in das Hochtal.

Verkehr

Das Kalmtal ist über die Staatsstraße 44 über Meran oder über Sterzing erreichbar. Mit dem Auto ist das Kalmtal von Meran aus innerhalb von ca. 20 Minuten zu erreichen.

Mit Kraftfahrzeugen zugänglich ist die Fraktion seit Ende der 70er-Jahre über die Kalmtaler Straße, weiters über die Gruber-Straße, den Trifterweg und die Peter-Mitterhofer-Straße. Die Kalmtaler Straße führt durch das Kalmtal und endet in der Ortschaft Magdfeld, die bereits der Gemeinde Riffian angehört.

Der Steinerhof ist einer der wenigen Plätze im Kalmtal, der sehr ungünstig, eingeschlossen von Felsen auf allen Seiten, liegt, und so war es bisher nicht möglich, den Steinerhof durch einen Weg zu erschließen. Die Bauarbeiten zur Erschließung des Hofes haben aber bereits vor einigen Jahren begonnen, das Bauvorhaben wird durch das Land Südtirol finanziell unterstützt.

Außerdem führen mehrere Wanderwege durch das Kalmtal, wie z.B. der Meraner Höhenweg.