Karl Gall (Rennfahrer)

Karl Gall (* 27. Oktober 1903 in Wien, Österreich-Ungarn; † 13. Juni 1939 in Ramsey, Isle of Man) war ein österreichischer Motorradrennfahrer.

Gall war lange Jahre BMW-Werksfahrer und wurde 1937 Deutscher Motorrad-Straßenmeister in der Klasse bis 500 cm³.

Karriere

Karl Gall war der jüngste von drei Brüdern – Franz, Adolf, und Karl –, die allesamt Rennfahrer waren, und erlernte den Beruf des Kraftfahrzeugmechanikers. Er bestritt sein erstes Rennen 1924 auf einer 350-cm³-Zenith-J.A.P. auf einer Sandbahn in seiner Heimatstadt. 1925 gewann Gall auf einer New Imperial das 250-cm³-Rennen um die Österreichische TT in Hinterbrühl. 1927 wurde der Österreicher Werksfahrer bei BMW, für die er Straßenrennen fuhr. Er stand bei BMW mit Ausnahme von 1929, als er für den Ludwigsburger Hersteller Standard startete, bis 1933 und zwischen 1936 und 1939 unter Vertrag.

1930 hatte Karl Gall beim Rennen um den Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring einen schweren Unfall, bei dem er sich einen komplizierten Handbruch zuzog, der ihn drei Jahre lang daran hinderte, an Rennen teilzunehmen. In der Saison 1936 ging Gall erstmals auf der neu entwickelten 500-cm³-Kompressormaschine an den Start.

1937 war Galls erfolgreichstes Karrierejahr. Er gewann das Eilenriede-Rennen, den Großen Preis von Ungarn, das Eifelrennen auf dem Nürburgring, die Dutch TT in Assen sowie den Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring und wurde Deutscher Straßenmeister in der 500-cm³-Klasse. Ab 1938 startete der Österreicher nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich für Deutschland. Im selben Jahr gewann Karl Gall das Hamburger Stadtparkrennen sowie das AVUS- Rennen in Berlin. Auf der Hannoveraner Eilenriede musste er nur seinem Teamkollegen Schorsch Meier den Vortritt lassen. Im weiteren Saisonverlauf stürzte er bei der Vorbereitung auf die Tourist Trophy, das damals schwierigste Motorradrennen der Welt, schwer und musste verletzungsbedingt alle weiteren Rennen auslassen.

Tödlicher Unfall

Am 2. Juni 1939 verunglückte Karl Gall im Abendtraining zur Tourist Trophy auf der Isle of Man, an der er in der 500-cm³-Klasse, der sogenannten Senior TT teilnahm, schwer. Auf seiner ersten Runde kam er beim Sprung über die Ballaugh Bridge zu Sturz und zog sich dabei schwere Kopfverletzungen zu. Er wurde ins nahe gelegene Ramsey Cottage Hospital gebracht und operiert. Dennoch verschlechtere sich sein Zustand in den folgenden Tagen. Am 13. Juni 1939 erlag Gall seinen Verletzungen.

Karl Gall liegt auf dem Münchner Waldfriedhof begraben. Auf der Isle of Man erinnert heute ein Gedenkstein an ihn.

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