Karl Heider

Karl Heider (* 28. April 1856 in Wien; † 2. Juli 1935 im Schloss Thinnfeld, Deutschfeistritz, Steiermark) war ein österreichischer Zoologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Herkunft und Studium

Heider war der Sohn von Prof. Dr. Moritz Heider (1816–1866) Begründer der wissenschaftlichen Zahnmedizin Österreichs und von 1859 bis zu seinem Tode 1866 der erste Präsident des Centralvereins deutscher Zahnärzte (CVdZ) war, sowie von Marie Freiin von Thinnfeld, deren Vater Ferdinand von Thinnfeld (1793–1868) nicht nur Unternehmer, sondern zeitweise auch Bergbauminister Österreichs war. Ein Großonkel mütterlicherseits war der Geologe und Mineraloge Wilhelm Ritter von Haidinger.

Nach dem Schulbesuch am Schottengymnasium in Wien sowie am Obergymnasium in Marburg an der Drau begann er 1871 ein Studium der Medizin und studierte dort bis 1877, wobei er weniger die medizinischen Vorlesungen besuchte, sondern vielmehr die des Philosophen Alois Riehl, des Botanikers Hubert Leitgeb (1835–1888), des Paläontologen Karl Peters sowie des Zoologen Franz Eilhard Schulze. 1877 wechselte er an die Philosophische Fakultät der Universität Wien und studierte nunmehr Zoologie am Lehrstuhl von Carl Claus, wobei er dort eine lebenslange Freundschaft mit dessen Assistenten Karl Grobben schloss.

Nachdem er am 23. Dezember 1879 seine Promotion zum Doktor der Philosophie abschloss, nahm er wiederum ein Studium der Medizin am Lehrstuhl des Physiologen Ernst Wilhelm von Brücke auf. Daneben war er von der Arbeit des Anatomen Carl Rabl beeindruckt, beendete 1883 das Studium mit der Promotion zum Doktor der Medizin und leistete danach bis 1884 seinen Militärdienst.

Hochschullehrer in Innsbruck und Berlin

Nach seiner Habilitation wurde er Professor an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Später nahm er den Ruf an den Lehrstuhl für Zoologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin. Dort wurde er 1924 schließlich auch Direktor des Zoologischen Instituts.

Neben seiner Lehrtätigkeit leistete er auch bedeutende Beiträge auf dem Gebiet der Entwicklungsgeschichte der Wirbellosen.

Daneben war er mehrere Jahre Mitglied des Vorstandes der Deutschen Zoologischen Gesellschaft (DZG) als Dritter sowie Erster Vizepräsident sowie als Präsident von 1914 bis 1915.[1]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Vorstand der Deutschen Zoologischen Gesellschaft. Gesamtübersicht von 1890–2012