Karl Kaus

Karl Kaus (* 17. Juli 1940 in Villach) ist ein österreichischer Prähistoriker und war Landesarchäologe im Rang eines Oberregierungsrates des Burgenlandes.

Leben

Karl Kaus studierte in Wien zunächst Rechts- und Staatswissenschaften. Zwischen 1966 und 1974 absolvierte er das Studium der Ur- und Frühgeschichte bei Richard Pittioni, Fritz Felgenhauer, Herbert Mitscha-Märheim, Franz Hančar und Karl Kromer sowie zusätzlich archäologische Fächer bei Anton Betz, Hedwig Kenner, Robert Göbl, Rudolf Noll, Hermann Vetters und im Nebenfach Volkskunde bei Richard Wolfram, Karoly Gáal und Adalbert Klaar. Er promovierte mit der Arbeit über Chronologie und Bestattungssitten der Hallstattkultur in Niederösterreich und dem Nordburgenland.

Der gebürtige Kärntner begann 1969 mit Ausgrabungen im Burgenland und war ab 1973 am Burgenländischen Landesmuseum in Eisenstadt tätig. Als Landesarchäologe blieb er dem Burgenland bis zu seiner Pensionierung im Dezember 2005 verbunden.

Forschung

Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Urgeschichte des pannonischen Raums. Das Augenmerk richtet er zudem auf Forschungen rund um die römische Bernsteinstraße, römische Inschriften, Weinbau und detailliert auf die Forschungsgeschichte. Wegweisende wissenschaftliche Artikel zu diesen Themenkreisen sind in seinen 2006 erschienen „Opera selecta, Burgenland. Archäologie und Landeskunde“ zusammengefasst.

Mit dem Lehrauftrag für Bodendenkmalpflege, Museumskunde und Ausstellungsgestaltung als Universitätslektor der Universität Wien sensibilisierte er zwischen 1978 und 1995 angehende Prähistoriker für nationale und internationale Denkmalschutzgebung und regte zur kritischen Auseinandersetzung der Darstellung wissenschaftlicher Inhalte für Museumsbesucher an. In über dreißig Jahren archäologischer Tätigkeit leitete Kaus über 600 Ausgrabungen und Fundbergungen, publizierte rund 330 Beiträge – mit dem Schwerpunkt auf archäologische Funde aus dem Burgenland – und war an 200 Sonderausstellungen konzeptionell sowie führend beteiligt. Zusätzlich zu seiner aktiven Teilnahme an zahlreichen nationalen und internationalen Kongressen, ist er in der Erwachsenenbildung tätig und arbeitet eng mit dem ORF Landesstudio Burgenland zusammen.

2001 erhielt er den Kulturpreis für Wissenschaft des Landes Burgenland.

Schriften

  • Zur Zeitstellung von ur- und frühgeschichtlichen Eisenverhüttungsanlagen Burgenlands auf Grund der Kleinfunde. Archäologische Eisenforschung in Europa. In: Symposium Eisenstadt 1975, Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland 59, 1977, 5-10.
  • Archäologische Forschung und Bodendenkmalpflege im Burgenland. Lion 3, Karlsruhe 1977, 129.
  • Zum Herrschaftsbereich hallstättischer „Fürstensitze“ am Alpen-Ostrand. PAN Oddzial we Wroclawiu, Sekcja Archeologiczna – Materialy Konferencyjne. Wroclaw 1980, 139-153.
  • mit E. Jerem und E. Szönyi: Kelten und Römer um den Neusiedlersee. Kelták és Rómaiak a Fertö tó vidékén. Ausstellungskatalog Györ 1981-Eisenstadt 1982.
  • Zwei Messerschmitt Bf 110 – Zeugen des Luftkrieges über dem Burgenland. In: St. Karner (Hg.): Das Burgenland im Jahr 1945. Beiträge zur Landes-Sonderausstellung 1985 auf Burg Schlaining. Eisenstadt 1985. 119–122.
  • Grabhügel der Kalenderbergkultur – Kritische Anmerkungen zu Grabungstechnik, Befundauswertung und Chronologie. In: Hallstatt Kolloquium Veszprém 1984 (Antaeus, Mitt. D. Arch. Inst. Der Ungar. Akad. D. Wiss. Beih. 3, Budapest 1986. 119 – 123.
  • Darufalva (Draßburg), Lócsmand (Lutzmannsburg), Pinkaóvár (Burg) – Burgenlandi vörös sáncok régészeri vizgálatainak eredményei 1891-1986-ig. Soproni smele 41, Sopron 1987, 330-339.
  • Ein Grabstein des 4. Jahrhunderts aus Tadten im Burgenland. In: 2. Int. Koll. Über Probleme des provinzialrömischen Kunstschaffens, Vesprem 1991. 199-204.
  • Burgenland. Archäologie und Landeskunde, Opera selecta. Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland (WAB) 114, 2006 (545 S.). ISBN 3-85405-153-0