Karl Kurt Klein

Karl Kurt Klein (* 6. Mai 1897 in Weißkirch (rumänisch: Albeștii Bistriței), Siebenbürgen, Österreich-Ungarn; † 10. Januar 1971 in Innsbruck) war ein deutscher Journalist, Theologe, Germanist und Historiker.

Leben

Karl Kurt Klein gehörte der Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen an und besuchte das Brukenthal-Lyzeum in Herrmannstadt (rumänisch Sibiu). Nach dem Studium der Theologie und Sprachwissenschaften in Debrecen, Marburg an der Lahn und Klausenburg (Cluj) arbeitete er zunächst als Lehrer und Journalist in Herrmannstadt. 1923 trat er eine Stelle als evangelischer Pfarrer in Iași (deutsch: Jassy) an, 1932 wurde er Professor der dortigen Universität und Direktor der Universitätsbibliothek. Später erhielt der den Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur der Universität Klausenburg. Nachdem er im Zweiten Weltkrieg Siebenbürgen verlassen musste, übernahm er 1956 Professur für Germanistik an der Innsbrucker Universität.

Klein war ein ungewöhnlich vielseitiger Wissenschaftler, der neben literaturgeschichtlichen Arbeiten viele altgermanistische, sprachgeschichtliche und dialektologische Abhandlungen hinterlassen hat. Er hat wesentliche Beiträge zur Geschichte der deutschen Minderheit in Rumänien geliefert. Dabei beschäftigte er sich insbesondere mit der siebenbürgisch-sächsischen Siedlungsgeschichte und Sprachforschung. 1935 legte er eine Grammatik der deutschen Sprache vor. Bahnbrechend und völlig neue Erkenntnisse bringend waren seine Arbeiten über Oswald von Wolkenstein und Arbeo von Meran, den Verfasser des ältesten deutschen Buchs.

Sein Enkel ist der Wissenschaftsautor Stefan Klein.

Literatur

Werke (Auswahl)

  • Beiträge zur Geschichte des Protestantismus in der Moldau, Bukarest 1924;
  • Adolf Meschendörfers Drama..., Hermannstadt, 1924;
  • Die deutsche Dichtung Siebenbürgens im Ausgange des 19. u. 20. Jhd, Verlag Gustav Fischer, Jena, 1925
  • Beziehungen Martin Opitzens zum Rumänentum, 1927;
  • Rumänisch-Deutsche Literatur Beziehungen, Heidelberg, 1929;
  • Splitter zur Geschichte der Herkunftsforschung..., Iași, 1931;
  • Un germanist român - profesorul Traian Bratu - extras din Revista germaniștilor români, anul VI, nr. 2/1937
  • Limba germană pentru clasa a V-a secundară și Limba germană pentru clasa a VI-a secundară (în colaborare cu profesorul Traian Bratu), Cartea Românească, Bukarest 1935.
  • Siebenbürgisch-Deutscher Sprachatlas, Marburg 1961
  • Transsylvanica, München 1963
  • Die Lieder Oswalds von Wolkenstein. Hrsg. von Karl Kurt Klein und Notburga Wolf. 3. neubearbeitete und erweiterte Auflage Tübingen 1987, ISBN 3-484-20155-X

Biografisches und Sekundärliteratur

  • Karl Kurt Klein: Stationen des Lebens - Aspekte des Werkes - Spuren der Wirkung Hgg. von Peter Motzan, Stefan Sienerth, Anton Schwob. München, 2001
  • Franz Menges: Klein, Karl Kurt. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 11, Duncker & Humblot, Berlin 1977, S. 744–746 (Digitalisat).

Weblinks