Karl List

Karl List (* 24. April 1854 in Großweikersdorf; † 15. Juli 1939 ebenda) war ein österreichischer Politiker (CSP) und Wirtschaftsbesitzer. Er war Abgeordneter des Abgeordnetenhauses, Abgeordneter zum Landtag von Niederösterreich und zum Nationalrat sowie Mitglied des Bundesrates.

Karl List wurde als Sohn eines Gastwirts geboren. Er besuchte die Volksschule und war danach beruflich in der Gastwirtschaft und Landwirt tätig. Er war Gründungsmitglied der Niederösterreichischen Molkerei und 1895 Gründer und Obmann des Landesverbandes der Landwirte Niederösterreichs. Zudem wirkte er als 1906 als Mitbegründer und 1. Obmann-Stellvertreter des Niederösterreichischen Bauernbundes.

Lokalpolitisch engagierte sich List ab 1880 als Gemeinderat in Groß-Weikersdorf und übernahm von 1895 bis 1909 das Bürgermeisteramt dieser Gemeinde. Daneben war er Präsident des Niederösterreichischen Landeskulturrates und als Mitglied des Bezirksschulrates und des Bezirksstraßenausschusses aktiv. Er vertrat die Christlichsoziale Partei vom 19. Dezember 1902 bis zum 8. Jänner 1915 im Niederösterreichischen Landtag und war dabei zunächst Vertreter der Landgemeinden des Gerichtsbezirks Horn und ab 1909 Vertreter der Landgemeinden der Gerichtsbezirke Krems und Kirchberg am Wagram. 1907 wurde er als Vertreter des Wahlkreises Niederösterreich 64 (Gerichtsbezirke Krems, Kirchberg am Wagram, Stockerau, etc.) als Abgeordneter zum Abgeordnetenhaus angelobt, dem er bis 1918 angehörte. Nach dem Ersten Weltkrieg war er vom 21. Oktober 1918 bis zum 16. Februar 1919 Mitglied des Provisorischen Nationalversammlung und von 4. März 1919 bis 25. Juni 1919 Abgeordneter der Konstituierenden Nationalversammlung. Daneben wirkte er vom 5. Juni 1918 bis 4. Mai 1919 als Mitglied des provisorischen Landtags von Niederösterreich und ab 20. Mai 1919 als Abgeordneter des Landtags. Vom 10. November 1920 bis zum 11. Mai 1921 war er dabei Mitglied der Kurie Niederösterreich Land. List schied am 20. Mai 1927 aus dem Landtag aus, wobei er zwischen dem 30. November 1920 und dem 11. Mai 1921 auch Landesrat in Niederösterreich gewesen war. List beendete seine politische Karriere zwischen dem 20. Mai 1927 und dem 3. Juni 1932 als Mitglied des Bundesrates.

Auszeichnungen

  • Silbernes Verdienstkreuz des Landes Niederösterreich

Literatur

  • Fritz Freund: Das österreichische Abgeordnetenhaus. Ein biographisch-statistisches Handbuch, 1907 - 1913, XI. Legislaturperiode (XVIII Session). Wiener Verlag, Wien, Leipzig 1907
  • NÖ Landtagsdirektion (Hrsg.): Biographisches Handbuch des NÖ Landtages und der NÖ Landesregierung 1861–1921, St. Pölten 2005
  • NÖ Landtagsdirektion (Hrsg.): Biographisches Handbuch des NÖ Landtages und der NÖ Landesregierung 1921–2000, St. Pölten 2000

Weblinks