Karl Mocker

Karl Mocker (* 22. November 1905 in Horatitz, Böhmen; † 17. Juli 1996 in Schwäbisch Gmünd) war ein deutscher Politiker (GB/BHE, später CDU).

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Leben und Beruf

Mocker promovierte 1929 zum Doktor der Rechte und arbeitete anschließend als Rechtsanwalt in Komotau im Sudetenland. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Mocker als Heimatvertriebener nach Schwäbisch Gmünd und ließ sich dort erneut als Rechtsanwalt nieder. Mocker war seit 1949 Vorsitzender des Landesverbandes der vertriebenen Deutschen in Württemberg.

Partei

In den 1930er Jahren war Mocker Mitglied der Sudetendeutschen Partei, nach Anschluss des Sudetenlandes 1938 in der NSDAP.[1] 1949 war Mocker Mitbegründer der Notgemeinschaft der Heimatvertriebenen in Württemberg-Baden. 1950 beteiligte er sich an der Gründung des GB/BHE. 1971 trat Mocker der CDU bei.

Abgeordneter

Für den GB/BHE zog Mocker 1950 in den Landtag Württemberg-Badens ein und wurde dort zunächst stellvertretender Fraktionsvorsitzender der DG/BHE-Fraktion. Als Vorsitzender des „Landesverbandes der vertriebenen Deutschen“ in Baden-Württemberg unterschrieb er die Charta der deutschen Heimatvertriebenen. Die Fraktion des BHE erreichte, dass das in dieser Charta postulierte „Recht auf die Heimat“ in die Landesverfassung aufgenommen wurde. Als sich die DG/BHE-Fraktion kurz vor den gesamt-baden-württembergischen Landtagswahlen 1952 spaltete, wurde Mocker Fraktionsvorsitzender der BHE-Fraktion. 1952 wurde er in den Landtag des neuen Landes Baden-Württemberg gewählt, dieses Mandat legte er am 9. März 1954 nieder. Sein Nachfolger wurde Alexander Eschenbach. 1953 gelang Mocker der Sprung in den Deutschen Bundestag, dem er bis 1957 angehörte. Im Bundestag war er zunächst stellvertretender Vorsitzender seiner Fraktion, bevor er am 15. März 1955 Fraktionsvorsitzender wurde. Von 1956 bis 1964 war Mocker erneut Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg und legte daher am 26. April 1956 sein Amt als Fraktionschef im Bundestag nieder.

Öffentliche Ämter

Am 8. Juni 1972 wurde Mocker als Nachfolger von Josef Schwarz Staatssekretär für Vertriebenenfragen in Baden-Württemberg. Aus Altersgründen schied er bei der Regierungsneubildung am 2. Juni 1976 aus diesem Amt aus.

Literatur

  • Rudolf Vierhaus und Ludolf Herbst (Hrsg.): Biographisches Handbuch der Mitglieder des Deutschen Bundestages 1949–2002. Band 1, A–M, Saur, München 2002, ISBN 3-598-23781-2, S. 570.
  • Josef Weinmann: Egerländer Biografisches Lexikon. Bd. 1 (A-M), S. 354.

Einzelnachweise

  1. Heike Amos: Vertriebenenverbände im Fadenkreuz : Aktivitäten der DDR-Staatssicherheit 1949 bis 1989. Oldenbourg, München 2011, S. 164.