Karl Mostböck

Karl Mostböck (* 12. April 1921 in Grein) ist ein österreichischer Maler und technischer Grafiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Aquarell auf Papier, 343 x 275 mm, 2001, Beispiel für eines der Werke Karl Mostböcks

Mostböck war bis 1940 in der Buchhaltung eines Perger Großhandelsunternehmens tätig und arbeitete nach dem Krieg als technischer Grafiker in den Steyr-Werken, wo er technische Konstruktionen für die Werbung umsetzte. Er lebt seit seiner Übersiedlung 1949 in Steyr und ist mit Hertha Mostböck verheiratet.[1]

Er zeigte bereits während der Schulzeit besondere Begabung für Malerei und Musik, allerdings fehlte ihm die Möglichkeit zum Besuch einer Zeichenschule oder Akademie, sodass er auf sich selbst angewiesen war und zwangsläufig eine persönliche Eigenständigkeit entwickelte, die für seinen gesamten künstlerischen Werdegang charakteristisch wurde.

Aus seiner beruflichen Tätigkeit erhielt er neue Impulse, verschiedenste Kunstbände, die er sorgsam und gezielt zusammentrug, gaben ihm Hinweise und waren Einführung in seine Entwicklung von Malerei und Zeichnung. Durch das gründliche Studium der Klassiker der Malkunst erweiterte er seine Fähigkeiten.

Der Einfluss der Zen-buddhistischen Philosophie auf sein Werk ist ab 1964 erkennbar, wobei ihn die Kraft, die aus der Einfachheit und in der Stille erwächst, beeindruckte. Die Beschäftigung mit der Art Brut führte zu einer weiteren Entwicklung, wobei ab 1985 auch Informelles in die Arbeiten einfloss.

Karl Mostböck gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Maler der informellen und skripturalen Malerei (Informel)[2] in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Seine Werke sind in in- und ausländischen Museen vertreten, u.a. in der Albertina Wien, in der Kunstsammlung Liechtenstein, im Leopold Museum Wien, dem Gustav Lübcke-Museum der Stadt Hamm (Deutschland), im oberösterreichischen Landesmuseum, im niederösterreichischen Landesmuseum, im Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, dem Lentos Museum Linz und im Museum der Sammlung Essl in Klosterneuburg.

Werke

Zu den Werken Mostböcks zählen zahlreiche Zeichnungen, Ölbilder, Kopien verehrter Vorbilder, Landschaften, Städtebilder, Köpfe, Blumen-Aquarelle, Stillleben, Farbkompositionen, informelle Arbeiten, Tuschbilder u.a.m.

Einzelausstellungen (Auswahl)

  • 1964 Galerie Kontakt, Linz
  • 1967 Galerie Tao, Wien
  • 1969 Wiener Secession
  • 1976 Internationaler Kunstmarkt, Düsseldorf
  • 1977 Internationale Kunstmesse Wien
  • 1977 Palais Liechtenstein,
  • 1977 Art Basel
  • 1977 Washart Kunstmesse, Washington
  • 1978 Galerie Radicke, Bonn
  • 1978 Art Basel
  • 1978 Internationale Kunstmesse, Düsseldorf
  • 1979 Musee de Letat, Luxemburg
  • 1979 Galerie Welz, Salzburg
  • 1979 Internationale Kunstmesse, Köln
  • 1980 Galerie Prisma, Wien
  • 1980 Residenzgalerie, München
  • 1981 Galerie Kutter, Luxemburg
  • 1981 Internationale Kunstmesse, Wien
  • 1981 Galerie Kontakt Wien
  • 1983 Galerie Haas, Vaduz
  • 1983 Art Kettering, USA
  • 1986 Kunsthaus Schaller, Stuttgart
  • 1986 Galerie Schlossgraben, D+sseldorf
  • 1986 Galerie Gabriel, Wien
  • 1991 Kunstverein, Linz
  • 1994 Retrospektive, Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz
  • 1998 Karl Mostböck - Arbeiten in Caput Mortuum, Oberösterreichischer Kunstverein, Landeskulturzentrum Ursulinenhof, Linz
  • 1999 Stadtgalerie Hamm, BRD
  • 2000 Deutsche Bank, Lippstadt, BRD
  • 2001 Galerie im Ragenhaus, Bruneck
  • 2001 Galerie Artmark, Spital am Pyhrn
  • 2001 Karl Mostböck - Ausgewählte Arbeiten 1960 bis 2001, Galerie Lang, Wien
  • 2002 Danubiana Meulensteen Art Museum, Bratislava
  • 2003 Karl Mostböck - Große Retrospektive Ausstellung in Steyr, Kunstverein und Galerie Steyrdorf
  • 2004 Karl Mostböck - Neue Arbeiten, Galerie Pehböck, Naarn
  • 2006 Karl Mostböck - Zum 85. Geburtstag, Galerie Pehböck Naarn, Galerie Steyrdorf, Steyr
  • 2007 Gustav-Lübcke-Museum, Hamm, BRD
  • 2008 Siegerlandmuseum der Stadt Siegen, BRD
  • 2011 Karl Mostböck - Zum 90. Geburtstag, Theaterkeller Grein, Briefmarkensammlerverein Grein

Gruppenausstellungen (Auswahl)

  • 1991 Gleichzeitig - Arbeiten aus dem Jahr 1990, Oberösterreichisches Landesmuseum, Francisco-Carolinum, Linz
  • 1997 Die Farbe Blau, Oberösterreichischer Kunstverein, Landeskulturzentrum Ursulinenhof, Linz
  • 1999 Die Kunst der Linie - Möglichkeiten des Graphischen, Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum Linz
  • 2000 Das Wasser - Der Fluss - Die Landschaft, Rathausgalerie der Stadt Waidhofen an der Ybbs
  • 2005 Viennafair - Internationale Messe für zeitgenössische Kunst mit Fokus Zentral- und Osteuropa, Wien (Galerie Lang, Wien)
  • 2006 Clarisse PÜraun, Karl Mostböck, Artmark Galerie Wien
  • 2006 Kurzweil, Schloss Grafenegg
  • 2008 Sommerausstellung, Galerie.Z, Hard, Vorarlberg
  • 2009 88 Jahre - 88 Werke, Galerie Schloss Parz

Literatur

  • Karl Mostböck, Oberösterreichisches Landesmuseum -Francisco-Carolinum Linz, 1984
  • Eva Bosch (Herausgeber): Gleichzeitig - 140 Jahre Oberösterreichischer Kunstverein, Oberösterreichischer Kunstverein, Linz, 1991
  • Karl Mostböck, Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Museum, Linz 1994
  • Herta Mostböck (Herausgeber): Karl Mostböck - Die Steyr ist nicht so nass wie die Enns - Arbeiten auf Papier 1960 bis 1994, im Verlag Steyrdorf, 1998, ISBN 978-3-902207-03-6
  • Die Kunst der Linie - Möglichkeiten des Graphischen, Landesgalerie Linz am Oberösterreichischen Landesmuseum, Linz, 1999
  • Siegfried Wichmann: Karl Mostböck - der Maler der kodifizierten Form, mit Vorwort von Walter Koschatzky, Einführung Siegfried Wichmann, Spital am Pyrn, 2001
  • Karl Mostböck - Körpererfahrung, Arbeiten auf Papier aus fünf Jahrzehnten, Katalog zur Ausstellung in der Oberbank-Galerie, Steyr, mit Einführung von Martin Hochleitner und Vorwort von Ferdinand Reisinger, Steyr, 2001
  • Peter Klimitsch: Treffen in der Stille, Große Karl Mostböck Retrospektive in Steyr, in: Kulturbericht Oberösterreich, Jahrgang 57 (2003), F. 8, S 7
  • Siegfried Wichmann: Die große Geste im kleinen Format, Der Maler Karl Mostböck, in: Parnass, Kunstmagazin, 2003
  • Siegfried Wichmann u.a.: Karl Mostböck, Modulationen in Farbe und Zeichen, Steyr, 2006
  • Carl Aigner, Peter Baum (Autoren), Johannes Jetschgo und Wilhelm Molterer (Herausgeber): Karl Mostböck, Verlag Brandstätter 2010, ISBN 978-3-85033-466-2
  • Johann Hintersteiner (Herausgeber): Der stille Klang aus Strich und Farbe - Karl Mostböck, Ausstellungskatalog, Grein, 2011

Auszeichnungen

  • Ehrenmedaille (1991), Ehrenring (2001), Ehrenbürger (2008) der Stadt Steyr
  • Ehrenbürger der Stadt Grein (1994)
  • Berufstitel Professor (1984)
  • Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse
  • Personalisierte Marke mit Bildnis von Karl Mostböck (Fotograf: Nikolaus Korab) samt Katalog mit einem kleinen Querschnitt des Schaffens von 1945 bis 2005 und Texten von Siegfried Wichmann, Ellen Schwinzer und Erich Fröschl, aufgelegt vom Philatelieverein Grein anlässlich seines 90. Geburtstags 2011
  • ACAT Kalender 2006 mit ausgewählten Werken

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gildis Grabner (Redaktion): Künstlerportrait: Karl Mostböck - Ein Visionär der Stille in: Inside ACAT, Das Magazin für Kunden, Freunde und Mitarbeiter 2/2005, Wien
  2. Geschichte der Bildenden Kunst Österreichs, Prestel-Verlag, Band VI, herausgegeben von Wieland Schmied