Karl Schlögl (Politiker)

Karl Schlögl (* 28. Jänner 1955 in Wien) ist ein österreichischer Politiker (SPÖ). Er war von 1995 bis 1997 Staatssekretär, danach Bundesminister für Inneres. Anschließend war er Landeshauptmannstellvertreter von Niederösterreich, bis er 2001 in die Privatwirtschaft ging.

Inhaltsverzeichnis

Politische und berufliche Karriere

Seine politische Karriere begann Karl Schlögl 1989 als Bürgermeister in Purkersdorf. Er blieb dies bis zu seiner Berufung in die Regierung durch Franz Vranitzky. 6. April 1995 – 28. Januar 1997 (IV. und V. Kabinett Vranitzky) war er Staatssekretär im Bundeskanzleramt, anfangs für den öffentlichen Dienst, ab 27. Oktober 1995 auch für Europa, ab 12. März 1996 zusätzlich für Sport.[1] Innenminister war er 1997 bis zum 4. Februar 2000.

Im Jahre 2000, nach dem Ende der SPÖ/ÖVP-Koalition, wurde er wieder Bürgermeister. 2001 trat er als Landeshauptmannstellvertreter von Niederösterreich zurück. Eine neuerliche Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von Purkersdorf 2005 war wiederum erfolgreich. 2010 wurde er mit 63,2 % an Wählerstimmen erneut gewählt.

Von 2004 bis 2011 war Schlögl Mitglied des Aufsichtsrats der Novomatic AG, einer der größten integrierten Glücksspielkonzerne der Welt. Ende 2008 wurde er in den Aufsichtsrat der niederösterreichischen HYPO Investmentbank berufen.

Zeit als Innenminister

In der Zeit, als Karl Schlögl Innenminister war, gab es eine Reihe von spektakulären Kriminalfällen. Unter anderem die Briefbombenattentate, wo einige prominente Österreicher wie Helmut Zilk Briefbomben zugesandt bekamen. Es gelang im Jahre 1998 diese Attentatsserie aufzuklären und Franz Fuchs als Täter zu überführen.

Das Innenministerium hatte in der Zeit zwischen 1997 und 2000 den höchsten Stand an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ein Budget, das umfangreiche Investitionen ermöglichte. In diesen Zeitraum fiel auch die Einführung der DNA-Analyse bei Ermittlungen.

In die Amtszeit Schlögls als Innenminister fiel der Fall Omofuma. Dabei erntete Schlögl Kritik – auch aus der eigenen Partei. Ihm wurde vorgeworfen, von rechtswidrigen Praktiken gewusst zu haben und die später verurteilten Verantwortlichen in Schutz genommen zu haben. Rückendeckung bekam Schlögl in diesem Fall von der FPÖ sowie der Kronen Zeitung. Ebenfalls viel diskutiert wurde Schlögls Rolle bei der umstrittenen Polizeiaktion Operation Spring.

Auszeichnungen

Sonstiges

Karl Schlögl ist seit 1991 Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Purkersdorf mit dem Dienstgrad Löschmeister. [4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Abgeordneter Karlheinz Kopf, Rede, 24. April 1996, in: Nationalrat, XX.GP Stenographisches Protokoll 17. Sitzung / Seite 175 f
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952
  3. Hohe Ehrenzeichen des Landes NÖ für Schlögl und Knotzer vom 10. Dezember 2012, abgerufen am 10. Dezember 2012
  4. Mitgliederinfo der Freiwilligen Feuerwehr Purkersdorf, abgerufen am 11. Juli 2010