Karl von Ergert

Karl von Ergert (* 1795 in Gabel; † 16. Juli 1865 in Prag) war ein österreichischer Kavallerie-Offizier und erfolgreicher Kavallerieführer während der österreichischen Revolutionskriege.

Leben

Ergert wurde in die wohlhabenden Verhältnisse einer Ratsherren- und Fabrikantenfamilie geboren und studierte zunächst Philosophie an der Karls-Universität in Prag. Das Unternehmen seiner Familie war 1809 an der Ausrüstung der Truppen gegen Napoleon beteiligt und wurde durch die folgenden Napoleonische Kriege schwer in Mitleidenschaft gezogen (siehe Franz Ergert). Ergert entschloss sich daraufhin, am Befreiungskampf teilzunehmen. Er meldete sich als Freiwilliger und wurde Kadett im Chevauxlegers Regiment Nr. 4 „Freiherr von Vincent“.

Ergert erhielt seine Feuertaufe bei Schlettstadt (1815). 1821 zog sein Regiment nach Neapel, wo er als Brigade-Adjutant des Generalmajors Baron von Taxis fungierte. Danach folgten lange Friedensjahre in verschiedenen Garnisonen.

Bei Ausbruch der piemontesischen Revolution 1848 in Oberitalien trug Ergert als Kommandant einer Division seines Regiments wesentlich zur Erhaltung der Festung Mantua und damit zur erfolgreichen Niederhaltung der Revolution in der Stadt Mantua bei. Anschließend befehligte er dieselbe Division mit Auszeichnung bei den Gefechten um Castelnuovo und bei der Schlacht von Santa Lucia.

Bei der siegreichen Schlacht von Novara 1849 war Ergert Kommandant der 2. Majors-Division seines Regiments, welche die Avantgarde des 4. österreichischen Armeekorps bildete. Mit dieser sicherte er durch eine eigenmächtige Aktion gegen feindliche Artillerie den gefährdeten Übergang des Korps über die Agogna-Brücke. Das Korps durchbrach daraufhin erfolgreich die rechte Flanke der Piemontesen. Ergert hatte am Tag nach der Schlacht die Ehre, mit seiner Division an der Spitze der österreichischen Truppen in die Stadt Novara einzureiten.

Ergert – seit 1853 Oberstleutnant – kommandierte später noch zeitweise das Dragoner Regiment Nr. 6 Graf Ficquelmont. Jedoch aufgrund seines jahrelangen Gichtleidens – er ging bereits am Stock – erhielt er kein eigenes Regimentskommando mehr und wurde 1856 in den Ruhestand versetzt.

Literatur

  • Peter Frank-Doefering, Adelslexikon des Österreichischen Kaisertums, Herder 1989
  • Anton Ernstberger, Böhmens freiwilliger Kriegseinsatz gegen Napoleon 1809, 1963
  • Gustav Ritter Amon von Treuenfest, Geschichte des Dragoner-Regimentes Feldmarschall Alfred Fürst Windisch-Graetz Nr. 14, Wien 1886
  • F.J. Grüll, Feldzug der k.k. österreichischen Armee in Italien im Jahre 1848. Nach k.k. Feld-Akten, Wien 1860
  • Josef Strack, Geschichte des Sechsten Dragoner Regiments Carl Ludwig Graf Ficquelmont, Wien 1856