Karl von Grolman

Karl Wilhelm Georg von Grolman (1777–1843) nach einer zeitgenössischen Lithographie

Karl Wilhelm Georg Grolman, ab 1786 von Grolman (* 30. Juli 1777 in Berlin; † 15. September 1843 in Posen) war preußischer General der Infanterie, Chef des Generalstabes und preußischer Reformer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Karl von Grolman stammte aus der ursprünglich westfälischen, in den preußischen Adelsstand erhobenen Familie Grolman, sein Vater war der Berliner Obertribunalspräsident und Mitautor des preußischen Allgemeinen Landrechts Heinrich Dietrich von Grolman. Karl von Grolman trat sehr jung im Jahre 1791 in das Regiment Möllendorf ein. Über seine ersten Dienstjahre ist wenig bekannt. Er war jedoch Mitglied der renommierten Militärischen Gesellschaft in Berlin. Da er sich dabei durch seinen hellen Geist auszeichnete wurde er im Krieg von 1806 Adjutant des Feldmarschalls Möllendorf. Nach der Niederlage des preußischen Heeres in der Schlacht bei Jena und Auerstädt wurde er Adjutant des Fürsten von Hohenlohe. Mit Nachrichten an den preußischen König Friedrich Wilhelm III. entsendet, entging Grolman der Kapitulation von Prenzlau und entkam zur Armee nach Ostpreußen. Er fand im Stab des preußischen Korps des Generals L’Estocq Verwendung. In dieser Funktion nahm er am 8. Februar an der Schlacht bei Preußisch Eylau teil und erhielt nach der Schlacht bei Heilsberg seine Beförderung zum Major.

Nach dem Krieg gehörte Grolman der Militär-Reorganisationskommision von Scharnhorst an und wurde am 1. März 1809 als Direktor des ersten Departements des Kriegsministeriums an den Arbeiten zur Reorganisation des Heers beteiligt. Gleichzeitig stieg er damit zum Chef des neugeschaffenen Militärkabinetts auf.

Da er jedoch unbedingt gegen die französische Besatzung Deutschlands kämpfen wollte, nutzte er noch 1809 die Gelegenheit um in österreichische Dienste zu treten und machte im Korps des Generals von Kienmayer den Feldzug in Franken und Sachsen mit. Dieser Krieg war jedoch nicht erfolgreich und Grolman flüchtete über England in die spanische Armee (1810), wo er als Major und Kommandeur eines Fremdenbataillons Dienst tat. Er nahm am Krieg gegen die französischen Truppen teil, doch bereits im Januar 1812 wurde er bei der Belagerung Valencias gefangen genommen. Er konnte im Juni in die Schweiz entkommen und begab sich dann von Bayern aus als Student zur Universität in Jena.

Im Frühjahr 1813 wurde Grolman wieder als Major in der preußischen Armee angestellt. Er diente in den folgenden Feldzügen als Generalstabsoffizier in verschieden Korps und nahm an den wichtigsten Schlachten der Befreiungskriege bei Großgörschen, Bautzen und an dem Gefecht bei Hainau teil. Nach dem Waffenstillstand erhielt Grolman seine Beförderung zum Oberstleutnant und einen Posten als Generalstabsoffizier beim II. Armeekorps. In der Schlacht bei Kulm wurde er schwer verwundet, kämpfte aber dennoch als Oberst in der Völkerschlacht bei Leipzig mit und nahm dann am Feldzug von 1814 bis zum Pariser Frieden teil. Im Jahre 1814 wurde er zum Wiener Kongress entsandt, doch schon im März 1815 wurde er zum Generalquartiermeister der Armee des Generals Blücher. In dieser Funktion diente er im Feldzug von 1815.

Nach dem Krieg diente Grolman in der Topographischen Abteilung des preußischen Generalstabes. Er avancierte zum Generalmajor und Chef des Generalstabes (damals noch 2. Departement des Kriegsministeriums). Doch schon im Jahre 1819 verließ er die Armee unter dem Druck der Restauration der preußischen Monarchie. Dabei erhielt er nicht einmal eine Pension bewilligt. Er zog in das kleine Dorf Gosda. Fünf Jahre später bewog ihn Prinz August von Preußen wieder in den aktiven Dienst zurückzukehren. Grolman diente als Generalleutnant und Kommandeur der 9. Division in Glogau. Im Jahre 1830, zur Zeit des polnischen Aufstandes, kommandierte er unter Gneisenau an der preußischen Grenze Truppen. Im Jahre 1832 wurde er interimistisch und 1835 definitiv zum Kommandierenden General des in Posen stehenden V. Armee-Korps ernannt. Noch 1837 avancierte er zum General der Infanterie. 1843 starb Grolman in dieser Funktion.

Erinnerung

Mit Boyen trat er für die Befestigung Ostpreußens ein. Nach Grolman war eine Bastion der Fortifikationsbauten Königsbergs zwischen Königstor und Roßgärter Tor benannt.[1]

Ab 1889 führte ein zuletzt in Osterode stationiertes Regiment den Namen Infanterieregiment „von Grolmann“ (1. Posensches) Nr. 18. In der Festung Posen trug ein Fort bis 1918 Grolmans Namen.

Werke

Grolman trug wesentlich zu zwei von Carl v. Damitz veröffentlichten Werken bei:

  • Geschichte des Feldzuges von 1815 in den Niederlanden und Frankreich (2 Bde., Berlin 1837-38).
  • Geschichte des Feldzuges von 1814 in dem östlichen und nördlichen Frankreich bis zur Einnahme von Paris (4 Bde., Berlin 1842-43)

Literatur

  • Julius HartmannGrolman, Karl Wilhelm Georg von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 9, Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 714–716.
  • Heinz Kraft: Grolman, Karl von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7, Duncker & Humblot, Berlin 1966, S. 123–125 (Digitalisat).
  • Gothaische Adelige Taschenbücher, Teil B 1907, Seite 229, Justus Perthes Verlag, Gotha 1907.
  • Wolfgang Paul: Die Grolmans. Eine preußische Adelsfamilie 1777–1856. Bechtle, München 1989, ISBN 3762804885.
  • Bernhard von Poten (Hrsg.): Handwörterbuch der gesamten Militärwissenschaften (9 Bde.). Velhagen und Klasing, Leipzig 1877–1880.
  • von Conrady: Leben und Wirken des Generals Karl von Grolman (Berlin, 1894-1896).
  • Jaromir Hirtenfeld: Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder, Wien 1857, S.1319

Weblinks

 Commons: Karl von Grolman – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002, ISBN 3-88189-441-1