Karl von Plettenberg

General Karl von Plettenberg rechts von Kaiser Wilhelm II (m.) bei einer Feier, 1913

Karl Freiherr von Plettenberg (* 18. Dezember 1852 in Neuhaus; † 10. Februar 1938 in Bückeburg) war ein preußischer Offizier, zuletzt General der Infanterie, Kommandierender General des Gardekorps und Generaladjutant Wilhelm II.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Karl entstammte dem westfälischen Uradelsgeschlecht Plettenberg aus dem Sauerland. Ein Vorfahre wurde erstmalig im 11. Jahrhundert erwähnt. Sein Vater Eugen von Plettenberg war Offizier, zuletzt Major und Eskadronchef. Seine Mutter war Minette von der Borch.

Plettenberg wurde im Kadettenkorps erzogen und trat 1870 in das 5. Westfälische Infanterie-Regiment Nr. 53 in Köln ein. Mit diesem nahm er als Sekondeleutnant 1870-1871 am Deutsch-Französischen Krieg teil. Im Anschluss daran besuchte er die Preußische Kriegsakademie und wurde in das 1. Garde-Regiment zu Fuß versetzt. Dort fungierte er nach der Beförderung zum Hauptmann als Kompaniechef. 1890 übernahm Plettenberg als Major die Führung des Westfälischen Jäger-Bataillons Nr. 7 in Bückeburg. 1894 wurde er Kommandeur des Garde-Jäger-Bataillons in Potsdam und in dieser Funktion 1896 zum Oberstleutnant befördert. 1898 ernannte man ihn zum Kommandeur des 1. Garde-Regiments zu Fuß. Ab 1902 fungierte er als Inspekteur der Jäger und Schützen und wurde gleichzeitig mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kommandeurs des Reitenden Feldjägerkorps beauftragt. 1906 übernahm der den Befehl über die 22. Division in Kassel. Am 12. April 1912 wurde Plettenberg zum General der Infanterie beförderte und gleichzeitig zum Kommandierenden General des IX. Armee-Korps in Altona ernannt. 1913 schließlich übernahm er das Gardekorps.

Zu Beginn des Ersten Weltkriegs marschierte er mit seinem Korps im Verbund mit der 2. Armee in Belgien ein. Am 14. Mai 1915 wurde Plettenberg mit dem Pour le Mérite, dem höchsten preußischen Tapferkeitsorden, ausgezeichnet sowie am 27. Januar 1916 à la suite des 1. Garde-Regiments zu Fuß gestellt. Nach Kritik an der Kriegsführung von Erich Ludendorff und Paul von Hindenburg während der Materialschlachten an der Westfront musste Plettenberg am 24. Januar 1917 zurücktreten. Er wurde zu den Offizieren von der Armee versetzt und am 6. Februar 1917 zur Disposition gestellt.

Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Bückeburg zurück, wo noch heute die Plettenbergstraße nach ihm benannt ist. Er war außerdem Besitzer von etwa 80 Morgen Land des ehemaligen Ritterguts Stockum, mit dem die Familie am 16. April 1494 belehnt worden war.

Sonstiges

Plettenbergs ältester Sohn Karl-Wilhelm war Leutnant im 1. Garde-Regiment zu Fuß und damit Offizier im Gardekorps unter Führung seines Vaters. Er fiel am 30. August 1914 bei Colonfay/Le Sourd in der Schlacht von St. Quentin.

Sein zweiter Sohn Kurt Freiherr von Plettenberg war Generalbevollmächtigter des vormaligen Preußischen Königshauses und gehörte zum engeren Kreis der Widerständler vom 20. Juli 1944. Dieser stürzte sich vor einem Verhör im Gestapo-Hauptquartier am 10. März 1945 aus einem Fenster.

Auszeichnungen

Literatur

  • Hanns Möller: Geschichte der Ritter des Ordens pour le mérite im Weltkrieg, Band II M-Z., Verlag Bernard & Graefe, Berlin 1935, S. 138–140
  • Fredrich Schulte-Kramer: Das Rittergut Stockum. Sunderner Heimatblätter 18:14.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab Rangliste der Königlich Preußischen Armee und des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps für 1914, Hrsg.: Kriegsministerium, Ernst Siegfried Mittler & Sohn, Berlin 1914, S.47
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