Kierling

Kierling ist eine Katastralgemeinde, die seit 1954 ein Teil von Klosterneuburg in Niederösterreich (Bezirk Wien-Umgebung) ist. Der Ort umfasst etwa 3.000 Einwohner auf 11 km². Früher war Kierling ein beliebter Erholungsort für Lungenkranke, weshalb Franz Kafka aufgrund seiner Lungenerkrankung seine letzten Monate in Kierling verbrachte.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Erste frühsteinzeitliche Funde belegen eine Besiedlung Kierlings ab ca. 3000 v. Chr.. Bereits 1072 wurde Kierling erstmals urkundlich erwähnt, damals allerdings unter dem Namen „Chirchlingen“. 1683 plünderten die Osmanen im Zuge der Zweiten Wiener Türkenbelagerung Kierling. 1901 wurde die Stadt an das öffentliche Stromnetzwerk angeschlossen. Am 15. Oktober 1938 wurde Klosterneuburg und auch Kierling als 26. Wiener Gemeindebezirk an Wien bzw. Groß-Wien angeschlossen. Während des Zweiten Weltkrieges wurde am Haschhof in Kierling eine Flakstellung errichtet. Am 6. April 1945 wurde Kierling von der Roten Armee befreit.

1903 war die Errichtung einer elektrischen Straßenbahn geplant, die Kierling mit der Station Klosterneuburg bei Wien verbinden sollte. [1]

Sonstiges

Der Jugendstilaltar der Kierlinger Pfarrkirche

In Kierling existieren das Museum Kierling mit der weltweit größten Scherenschnittsammlung von Hans und Josefine Allmayer sowie vielen chinesischen Scherenschnitten, einer einmaligen Gastronomiesammlung, einer heimatkundlichen, Gewerbe- und Landwirtschaftlichen Sammlung und dem einzigen, in Österreich erhaltenen fahrbaren Feldbackofen aus der Monarchie, sowie das Franz-Kafka Gedenkmuseum.[2] Viele Wander- und Radfahrwege verlaufen durch Kierling, zahlreiche Heurige prägen das Stadtbild. Die zweitgrößte private Sternwarte Europas, die Purgathofer-Sternwarte hat ihren Standort in Kierling. Die Historikerin und Politikerin Alma Motzko wurde in Kierling geboren.

Die Kierlinger Pfarrkirche ist eine von zwei Kirchen in Niederösterreich, die eine Jugendstilausstattung hat.

Siehe auch Liste der denkmalgeschützten Objekte in Klosterneuburg, Abschnitt Katastralgemeinde Kierling.

Literatur

  • Kierling. In: Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Oesterreich unter der Ens. Band 2, Viertel unterm Wienerwald. Dritte ganz unveränderte Auflage. Mechitaristen, Wien 1834, S. 333 ff. [3]
  • Josef Schmutzer: Heimatkunde von Kierling. Amandus, Wien 1961. [4]
  • Friedrich Chlebecek, Barbara Eckstein: 1945–1955. „Blickpunkte und Streiflichter aus einem Dezennium“. (Ausstellung) 2005. Eigenverlag des KBV-Arbeitskreises „Kierlinger Heimatmuseum“, Kierling 2005. [5]
  • Friedrich Chlebecek: Kierlinger Geschichte(n). 1108–2008. Verein Museum Kierling, Kierling 2008.. [6]

Einzelnachweise

  1. Verschiedenes. (…) Neue Bahnen. Von der Station (…). In: Der Naturfreund, Jahrgang 1906, (X. Jahrgang), S. 24, oben links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/dna
  2. Museum Kierling abgerufen am 24. Februar 2012
  3. Text online.
  4. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  5. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.
  6. Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund.

Weblinks

48.30833333333316.274166666667Koordinaten: 48° 18′ N, 16° 16′ O