Kilometerbank

Kilometerbank ist bzw. war der Name verschiedener Fahrkartensysteme im Schienenverkehr auf Basis eines Guthabens. Allen Systemen gemein ist, dass der Kunde im Vorfeld ein gewisses Guthaben an Kilometern (manchmal auch einen Wertbetrag) erwirbt, welches anschließend auf dem Schienennetz des Bahnunternehmens eingelöst werden kann.

Österreich

Deckblatt einer Kilometerbank der ÖBB von 1989

Die ÖBB Kilometerbank und die Grüne Bank waren ein Blankofahrscheinsystem für den Schienenpersonenfernverkehr. Ein Kunde konnte entweder ein Guthaben von 2000 Kilometern (Kilometerbank) oder von 2000 ÖS (Grüne Bank) erwerben und damit Fahrten, mit bis zu sechs Personen und in beiden Klassen, ab einer Mindeststrecke von 71 km, im gesamten österreichischen Schienennetz absolvieren. Anstatt eines klassischen Fahrscheins wurden die Reiseangaben in ein Datenheft eingetragen und vom Schaffner bestätigt. Beide Produkte wurden mit 30. September 1999 eingestellt.[1]

Die WESTbahn bietet seit Betriebsbeginn 2011 übertragbare Kilometerbanken zu 1000 km (79,90 €), 5000 km (389,90 €) oder 10000 km (749,90 €), die ohne Mindeststrecke in den Zügen genutzt werden können (Preise mit Stand vom August 2012).[2]

Tschechien

Die Tschechische Bahn bietet mit der Kilometerbank 2000 eine ähnliche Fahrkarte an. Mit dieser 2000 Kronen teueren Fahrkarte kann der Fahrgast insgesamt 2000 km mit den Zügen der ČD fahren. Die Fahrkarte kann bis zu 2 Monate im Voraus erworben werden und ist ab dem ersten Gültigkeitstag maximal 6 Monate gültig. Die Fahrstrecken werden einzeln abgebucht. Mindestentfernung sind 100 km bei Erwachsenen und 50 km bei Kindern. Es werden bei einer Einzelfahrt maximal 400 km abgebucht. Der Kunde muss die Fahrstrecke auf dem Fahrschein vermerken. Die Abbuchung erfolgt durch den Zugbegleiter.

Einzelnachweise

  1. Grüne NÖ: Service statt Schikane, abgerufen am 4. August 2009
  2. Allgemeine Tarifbestimmungen WESTbahn, abgerufen am 24. August 2011