Kinsky

Dieser Artikel beschreibt das Adelsgeschlecht derer von Kinsky. Für weitere Namensträger, siehe Kinsky (Begriffsklärung).
Stammwappen der Kinsky

Kinsky von Wchinitz und Tettau (ursprünglich Wchinsky) ist der Name eines aus Böhmen stammenden Hochadelsgeschlechts (urkundlich 1237), Grafen 1628, 1676, 1687, Fürsten 1747.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Palais Kinsky in Wien

Das Geschlecht ist seit 1150 nachweisbar. Es erscheint erstmals urkundlich am 16. Mai 1237.[1] Die Brüder Protivec und Vecemil nennen sich am 1. März 1307 nach der ehemaligen Burg Wchynic (Chynic) im Bezirk Leitmeritz von Wchynic. Am 13. März 1596 erfolgte zu Prag die Böhmische Bestätigung des Herrenstandes und Vereinigung des Namens Wchynic und Tettau. Der Kaiserliche Rat und Kämmerer Wilhelm Kinsky von Wchynitz und Tettau wurde am 2. Juli 1628 in Znaim in den Reichsgrafenstand erhoben. 1784 erbte die Familie das 1713-16 von Johann Lucas von Hildebrandt erbaute Palais Daun-Kinsky in Wien (bis 1987 in Familienbesitz). Sie war im Besitz zahlreicher Burgen und Schlösser, unter anderem auch des berühmten Palais Kinsky in Prag. Das Geschlecht teilt sich 1746 und 1747 in die fürstliche und die gräfliche Linie.

Nach der Machtübernahme der kommunistischen Partei der Tschechoslowakei 1948 wurde die Familie enteignet und des Landes verwiesen. Nach der Samtenen Revolution erhielten Norbert Kinský und Giovanni Kinský dal Borgo in Restitution u.a die Burg Kost, das Schloss Karlova Koruna und der Wildtiergarten Žehuňská obora mit dem Jagdschlösschen zurück.

Zur Verwaltung der Güter, Wälder und Teiche in den Bezirken Hradec Králové, Nymburk, Mladá Boleslav, Pardubice, Kolín und Jičín gründete die Familie 2004 die Kinský dal Borgo a.s. mit Sitz in Chlumec nad Cidlinou.

Wappen

Fürstliches Wappen am Palais Kinsky in Prag
  • Das Stammwappen zeigt in Rot drei vom linken Schildesrand ausgehende, abwärts gebogene silberne Wolfszähne. Auf dem Helm mit rot-silbernen Decken steht ein offener, rechts silberner und links roter Adlerflug.[2]
  • Das Wappen von 1746 und 1747 hat den Schild wie das Stammwappen, Fürstenhut und Fürstenmantel.

Namensträger

Bertha von Suttner geb. Gräfin Kinsky von Wchinitz und Tettau, die erste Friedensnobelpreisträgerin (Fotografie von Carl Pietzner, 1906)

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Original im Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien
  2. Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VI, Band 91 der Gesamtreihe, S. 233

Literatur

  • Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band VI, Band 91 der Gesamtreihe, S. 233-234, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1987, ISSN 0435-2408
  • Seger, Otto: Überblick über die Geschichte des Hauses Kinsky // In : Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Bd. 66, 1967, S. 15 - 35
  • VALENTA, Aleš. Dějiny rodu Kinských. České Budějovice : Veduta, 2004. ISBN 80-86829-05-7.
  • HALADA, Jan. Lexikon české šlechty. Praha : Akropolis, 1999. ISBN 80-85770-79-2. Heslo Kinští, s. 265-267.
  • MAŠEK, Petr. Modrá krev. Praha : Mladá fronta, 1999. ISBN 80-204-0760-X. Heslo Kinští, s. 129-133.
  • RICHTER, Karel. Sága rodu Kinských. [s.l.] : [s.n.]. 54 s. Pravděpodobně vydáno nákladem chlumecké větve Kinských.

Weblinks

 Commons: Kinsky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien