kkStB 6

kkStB 6
BBÖ 6 / ČSD 264.0 / PKP Pd12
kkStB 6.05
kkStB 6.05
Nummerierung: kkStB 6.01–68
BBÖ 6.15–58 (von kkStB, mit Lücken)
ČSD 264.001–028
PKP Pd12-1–9
Anzahl: kkStB: 68
BBÖ: 20 (von kkStB)
ČSD: 28 (von kkStB)
PKP: 9 (von kkStB)
Hersteller: Floridsdorf, Wr. Neustadt, StEG
Baujahr(e): 1894–1898
Ausmusterung: BBÖ: bis 1932
ČSD: bis 1938
Bauart: 2'B n2v
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Länge: 10.007 mm
Fester Radstand: 2.800 mm
Gesamtradstand: 7.300 mm
Leermasse: 50,1 t
Dienstmasse: 56,1 t
Reibungsmasse: 28,8 t
Höchstgeschwindigkeit: 90 km/h
Treibraddurchmesser: 2.120 mm
Laufraddurchmesser vorn: 1.024 mm
Zylinderanzahl: 2
ND-Zylinderdurchmesser: 740 mm
HD-Zylinderdurchmesser: 500 mm
Kolbenhub: 680 mm
Kesselüberdruck: 13 atm
Anzahl der Heizrohre: 205
Rostfläche: 2,90 m²
Strahlungsheizfläche: 11,00 m²
Rohrheizfläche: 144,50 m²
Tender: 9, 56, 156, 256, 76, 86, 88

Die Dampflokomotivreihe kkStB 6 war eine Schnellzug-Schlepptenderlokomotivreihe der k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB).

Geschichte

Die kkStB-Reihe 6 war die erste Schöpfung von Karl Gölsdorf im Konstruktionsbüro der kkStB. Da die eingesetzten Schnellzuglokomotiven in den 1890er-Jahren wegen steigender Zuggewichte zu schwach waren, entwarf Gölsdorf als Ersatz für die Reihe 4 die erheblich stärkere Reihe 6 als Verbundmaschine. Der Kessel lag um einen halben Meter höher als bei der Reihe 4. Die Reihe 6 war ein durchschlagender Erfolg. Sie fuhr problemlos 130 km/h, Dauerleistungen von 800 PS und Spitzenleistungen von 1000 PS. In der Ebene zog sie 210 t mit 100 km/h; auf einer 10‰-Steigung sank die Geschwindigkeit nicht unter 58 km/h. Als Höchstgeschwindigkeit wurden 90 km/h zugelassen. Insgesamt wurden 68 Stück von der Lokomotivfabrik Floridsdorf, der Wiener Neustädter Lokomotivfabrik und der Lokomotivfabrik der StEG geliefert.

Mit der Reihe 6 konnte die Fahrzeit WienPrag von zwölf auf acht Stunden gekürzt werden! Außerdem wurden die Loks auf den Strecken Wien–Eger, Prag–Linz und Wien–Salzburg eingesetzt. Natürlich bespannten sie auch den Orient-Express, den Oostende-Express und die Bäderzüge nach Karlsbad.

Nach dem Ersten Weltkrieg kamen 20 Stück zu den Österreichischen Bundesbahnen (BBÖ). 28 Stück bildeten bei der Tschechoslowakische Staatsbahnen (ČSD) die Reihe 264.0. Bei der Polnische Staatsbahnen AG (PKP) wurden neun Stück als Reihe Pd12 eingeordnet. Die übrigen Maschinen waren Kriegsverluste oder wurden ausgeschieden, bevor sie in das Reihenschema der verschiedenen Bahngesellschaften aufgenommen wurden. Die BBÖ schied ihre Maschinen bis 1932, die ČSD bis 1938 aus.

Literatur

  •  Lokomotiv-Typen der k.k. landesbef. Maschinen-Fabrik in Wien der priv. österreichisch-ungarischen Staats-Eisenbahn-Gesellschaft. M. Engel & Sohn, k.k. Hof-Buchdruckerei und Hof-Lithographie, Wien 1888.
  •  Karl Gölsdorf: Lokomotivbau in Alt-Österreich 1837–1918. Verlag Slezak, Wien 1978, ISBN 3-900134-40-5.
  •  Helmut Griebl, Josef Otto Slezak, Hans Sternhart: BBÖ Lokomotiv-Chronik 1923–1938. Verlag Slezak, Wien 1985, ISBN 3-85416-026-7.
  •  Bernhard Schmeiser: Lokomotiven von Haswell, StEG und Mödling 1840–1929 (Nachdruck). Verlag Slezak, Wien 1992, ISBN 3-85416-159-X.
  •  Heribert Schröpfer: Triebfahrzeuge österreichischer Eisenbahnen - Dampflokomotiven BBÖ und ÖBB. alba, Düsseldorf 1989, ISBN 3-87094-110-3.
  •  Johann Stockklausner: Dampfbetrieb in Alt-Österreich. Verlag Slezak, Wien 1979, ISBN 3-900134-41-3.
  •  Johann Blieberger, Josef Pospichal: Enzyklopädie der kkStB-Triebfahrzeuge, Band 1. Die Reihen 1 bis 228. bahnmedien.at, 2008, ISBN 978-3-9502648-0-7.

Weblinks