Klára Póczy

Klára Póczy (auch Klára Sz. Póczy, * 6. Februar 1923 in Klausenburg, Rumänien; † 16. Oktober 2008 in Budapest, Ungarn) war eine ungarische Provinzialrömische Archäologin, zu deren Fachgebieten die römische Keramik, die pannonische Städteforschung und im Speziellen die Erforschung des antiken Aquincum gehörte.

Póczy wurde als Tochter einer ungarischen Familie in Siebenbürgen geboren, das erst 1920 auf Grundlage des Vertrags von Trianon, von Ungarn an Rumänien abgetreten werden musste. Nach ihrem Abitur 1942 schrieb sie sich an der Philosophischen Fakultät der Universität in Budapest ein und belegte zunächst die Fächer Geschichte, Kunstgeschichte und Italienisch. Doch bereits nach kurzer Zeit erkor sie die Archaeologia Terrae Hungaricae – Geschichte und Archäologie des Karpatenbeckens – unter Andreas Alföldi (1895–1981) zu ihrem neuen Hauptfach. Zum Lehrstuhl gehörte auch ein Forschungsinstitut, dem Alföldi vorstand. Dieser Lehrer sollte ihre Arbeitsweise zeitlebens prägen. Póczy begann sich während des Studiums auf die römische Keramik zu konzentrieren und schrieb ihre Dissertation über die Keramik des Legionslagers Brigetio am Limes Pannonicus. Wenig später folgen weitere Untersuchungen zur pannonischen Keramikherstellung und zur Importware. Ab 1950 arbeitete die Archäologin am Historischen Museum Budapest und wurde 1953 stellvertretende Leiterin der Archäologischen Abteilung. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin gehörte Póczy zum Stab des Archäologen Tibor Nagy (1910–1995) und war bei ihm insbesondere für den Bereich der römerzeitlichen Keramik zuständig. Nachdem sie 1973 die Leitung der großflächigen Grabungen im Budapester Stadtteil Óbuda übernommen hatte, wurde sie in der Folge mit dem Erhalt und der Eingliederung der gewonnenen Befunde in das heutige Stadtbild beauftragt. Diese Arbeiten dauerten bis 1981. Anschließend wurde sie zur Fachberaterin der Gruppe Provinzialrömische Archäologie am Historischen Museum ernannt und nahm diese Position auch nach ihrer Pensionierung 1986 bis zu ihrem Tode wahr.

Neben dieser Tätigkeit war sie zusammen mit lokalen Museen für die Organisation vieler Ausstellungen im In- und Ausland mitverantwortlich und äußerte sich vielfach durch ihre Publikationen sowie auf Fachkongressen. Póczy war ordentliches Mitglied des Österreichischen Archäologischen Instituts und korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Schriften (Auswahl)

  • Die Keramik von Brigetio. (Dissertation) 1947
  • Städte in Pannonien. Athenäum Verlag, Frankfurt am Main, 1978
  • mit Paula Zsidi: Römische Keramik in Aquincum. Historisches Museum Budapest, 1992
  • Aquincum. Die römische Stadt in Budapest. Aquincum Museum, Budapest, 1997
  • Aquincum. Das römische Budapest. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2005. ISBN 3-8053-3473-7

Literatur

  • Jenő Fitz: Klára Póczy zum 80. Geburtstag. In: Paula Zsidi (Hrsg.): Forschungen in Aquincum, 1969-2002. Zu Ehren von Klára Póczy. Budapesti Történeti Múzeum, Budapest 2003, ISBN 963-9340-23-5, S. 12–13.
  • Maria R. Alföldi: Klara Póczy (1923-2008) Nachruf. In: Archäologisches Nachrichtenblatt. 14, 2009, S. 188-190.
  • Dénes Gabler, V. Kovács: Abschied von Klára Póczy (1923–2008). Bibliographie der wissenschaftlichen Tätigkeit. In: Acta Archaeologica Academiae Scientiarum Hungaricae. 61, 2010, S. 445–456.