Klaus Ebner

Klaus Ebner (* 8. August 1964 in Wien) ist ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer. Er ist Autor von Prosa, Essays und deutscher sowie katalanischer Lyrik.

Klaus Ebner (2011)

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach der Matura 1982 nahm Ebner ein Studium der Romanischen und Deutschen Philologie sowie der Übersetzungswissenschaft[1] an der Universität Wien auf. Gleichzeitig war er in einem Literaturverein tätig und arbeitete von 1983 bis 1986 an der Wiener LiteraturzeitschriftTEXTE[2] mit. Nach dem Studium bot er Übersetzungsdienstleistungen an, leitete Sprachkurse und arbeitete in IT-Ausbildungsprojekten.[3] Von 1998 bis 2002 absolvierte Ebner noch zusätzlich das berufsbegleitende Studium "Europäische Wirtschaft und Unternehmensführung" an der Fachhochschule des bfi Wien.

Ebner lebt und arbeitet in Wien. Er ist Mitglied der Grazer Autorinnen Autorenversammlung[4], des Österreichischen Schriftstellerverbandes[5], der Autorenvereinigung Die Kogge und der IG Autorinnen Autoren.

Werk

Seit dem Ende der Schulzeit entstanden kleinere Prosatexte, Lyrik und Hörspiele[6]. Mit katalanischer Sprachwissenschaft und Literatur befasste sich Ebner später in mehreren einschlägigen Fachartikeln[7] und Rezensionen. Lyrik schreibt er auf Deutsch und Katalanisch.

Während der 1990er-Jahre veröffentlichte er nur wenige literarische Texte, verfasste aber Fachartikel, hauptsächlich für die Zeitschriften Output/Eurocom in Österreich, Inside OS/2 in Deutschland und NT Update sowie AIX Update in Großbritannien. Darüber hinaus schrieb er Sachbücher zu Software- und Netzwerkthemen für die Verlage Data Becker, Markt & Technik, IWT, TEWI und Microsoft Press.

Im selben Jahrzehnt begann er den Roman Feuers Geraun; zwei Kapitel daraus wurden in frühen Fassungen von der oberösterreichischen Literaturzeitschrift die Rampe veröffentlicht: Der Schreiber von Aram 1994 und Das Gesetz 1997.[8] Jüdische und biblische Traditionen stehen im Mittelpunkt dieser beiden Kapitel. Im Jahr 2007 entstand ein kulturhistorischer Reise-Essay über den Pyrenäenstaat Andorra.[9]. Seit 2009 tritt der Autor vermehrt auch als Rezensent in Erscheinung. Er veröffentlichte Rezensionen in den Zeitschriften Etcetera, Driesch und Schreibkraft sowie im Online-Magazin Kultur-Online.

Publikationen

Werke in deutscher Sprache

Werke in katalanischer Sprache

Sonstiges

  • Josep Pla; Essay. In: Zitig (Online-Zeitschrift), Wien 2008
  • Was blieb vom Weißen Ritter?; Essay zu Tirant lo Blanc. In: Wordshop X - Wiener Werkstattpreis 2007, FZA Verlag, Wien 2008
  • Die Stadt und das Meer; Essay zu Barcelona. In: Reisenotizen, FZA Verlag, Wien 2007, ISBN 978-3-9502299-4-3
  • Die Freiheit ist eine Funzel; Essay. In: Lichtungen Nr. 109, Graz 2007
  • Von der Legende zur Modernität - Kulturbrief aus Andorra; Essay. In: Literatur und Kritik Nr. 411/412, Salzburg 2007
  • Die Kunst ist der Anfang; Essay zur literarischen Übersetzung. In: Literarisches Österreich Nr. 1/07, Wien 2007
  • Das Reizvolle der Prophezeiung; Essay. In: Sterz Nr. 99, Graz 2006
  • Das Gfrett mit der Reform; Essay zur deutschen Rechtschreibreform. In: Literarisches Österreich Nr. 2/04, Wien 2004

Preise und Auszeichnungen

1982 erhielt Ebner den Großen Österreichischen Jugendpreis für die Novelle Das Brandmal. Als Mitglied der Jury hatte Hans Weigel den Text hervorgehoben.[10] Ein Jahr nach der Preisvergabe wurde die Novelle in mehreren Folgen von Israels deutschsprachiger Tageszeitung Israel-Nachrichten abgedruckt.[11]

Beim Internationalen Lyrikpreis Nosside wurde das Gedicht ein Zettler durch eine Erwähnung und die Aufnahme in die Wettbewerbsanthologie ausgezeichnet. Die Jury sprach von einer großstädtischen Tristesse, die durch den obdachlosen Zettler verkörpert werde, dessen Mahl aus Einsamkeit bestehe.[12] Das Gedicht[13] lautet:

ein Zettler krank
vergessen ganz im Suff
die Wagenräder sperren
zäh
sein Mahl besteht aus Einsamkeit
garniert
mit Sehnsucht nach Vergangenem
betört von lauten Rufen
Hoffnung
wie vor langem sie
verlosch

Anfang 2008 wurde Ebner der Wiener Werkstattpreis 2007 verliehen. Der Gewinnertext Der Flügel Last, eine Kurzgeschichte, behandelt den Spitalsaufenthalt eines an Krebs erkrankten siebenjährigen Mädchens. Dabei orientiert sich der Erzählstil an der Perspektive des Kindes. Der Siegertext der Sparte Essay, mit dem Titel Was blieb vom Weißen Ritter?, gibt einen Einblick in den mittelalterlichen Roman Tirant lo Blanc des Valencianers Joanot Martorell.[14]

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Angaben zu den Studien vgl. Ebner: Auf der Kippe, Gosau 2008, S. 139.
  2. Dokumentation der Österreichischen Nationalbibliothek zur Literaturzeitschrift TEXTE.
  3. Vgl. Lorenz, Dieter und Klaus Ebner: DNS-Implementierung im Windows-Netzwerk, Microsoft Press, Unterschleißheim 2004, S. 427 (Über die Autoren - Klaus Ebner). ISBN 978-3-86063-657-2.
  4. Vgl. Mitgliederverzeichnis der GAV: Eintrag Klaus Ebner. (5. März 2009)
  5. Vgl. Mitgliederverzeichnis des ÖSV: Mitgliederliste. (5. März 2009)
  6. Vgl. Publikationen in den Literaturzeitschriften Texte (1983-1986) und Lesezirkel (Nr. 20 u. Nr. 27); nach 2000 Veröffentlichungen in Außer.dem, Lichtungen, Literatur und Kritik, Neue Sirene, Schreibkraft, etc.
  7. Vgl. Die katalanische Computersprache in: Zeitschrift für Katalanistik (15) ISSN 0932-2221, Freiburg 2002, S. 91-116; Estudis sobre els goigs in: Zeitschrift für Katalanistik (17), München 2004, S. 264-266; Die rechtliche Stellung des Katalanischen in der EU in: Europa Ethnica (1/2/05) ISSN 0014-2492, Wien 2005, S. 23-32.
  8. Vgl. die Rampe 2/94 und 2/97, Linz 1994 und 1997.
  9. Vgl. das von Christof G. Pelz geführte Interview auf der offiziellen Autorenwebsite zum Thema Essays. (5. März 2009)
  10. Vgl. den Artikel Ab nach Frankreich in: Club 1 Magazin Nr. 1/83, Wien 1983, S. 10f.
  11. Das Brandmal, in: Israel-Nachrichten, Ausgaben im April 1983.
  12. Amoroso, Giuseppe: L'immaginario dei poeti del Nosside 2007 e il loro potere di esprimere il mondo, Città del Sole Edizioni, ISBN 978-88-7351-184-7, Reggio Calabria 2007; S. 41 (Italienische Version), S. 49f. (Spanische Version), S. 58 (Portugiesische Version).
  13. Ebner, Klaus: ein Zettler krank, in: Amato, Pasquale und Mariela Johnson Salfrán: Nosside 2007, Città del Sole Edizioni, Reggio Calabria 2007, S. 113.
  14. Beide Texte wurden in der Broschüre zum Werkstattpreis abgedruckt: Schaden, Peter (Hrsg.): wordshop x, FZA Verlag, Wien 2008.
  15. Club 1 Magazin Nr. 01, Wien 1983, S. 10f.
  16. Vgl. Auflistung auf der Autorenwebseite (5. März 2009).
  17. Texte Nr. 8, Wien 1984, S. 33. Das Hörspiel ist auf den Seiten 27-33 abgedruckt. Alle Ausgaben der Zeitschrift Texte sind im Zeitschriftenarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek einsehbar. (7. Juli 2010)
  18. Club 1 Magazin Nr. 54, Wien 1988, S. 11.
  19. Cervera, Jordi (Hrsg.): "la catalana de lletres 2004", Cossetània Edicions, Barcelona 2005, S. 40. ISBN 84-9791-098-2.
  20.  Erika Kronabitter (Hrsg.): Lyrik der Gegenwart: Feldkircher Lyrikpreis 2003–2007. Wien/St. Wolfgang 2008, ISBN 978-3-902157-43-0.
  21. Schaden, Peter (Hrsg.): "wordshop x", FZA Verlag, Wien 2008.
  22. Vgl. Kunstbericht 2007 des BMUKK, Liste der Reisestipendien-Empfänger, S. 71 (7. Juli 2010)
  23. Amato, Pasquale und Mariela Johnson Salfrán: "Nosside 2007", Città del Sole Edizioni, Reggio di Calabria 2007. ISBN 978-88-7351-184-7
  24. Vgl. Kunstbericht 2008 des BMUKK, Liste der Arbeitstipendien-Empfänger, S. 72 (7. Juli 2010)
  25. Vgl. Kunstbericht 2009 des BMUKK, Liste der Reisestipendien-Empfänger, S. 76 (7. Juli 2010)
  26. Vgl. Festveranstaltung des ÖSV am 6. Oktober 2010 im Literaturhaus Wien. Archiv des Literaturhauses mit Nennung aller fünf Preisträger. (5. Dezember 2010)