Kleßheim

Kleßheim ist eine Katastralgemeinde von Wals-Siezenheim und liegt unmittelbar am nördlichen Stadtrand von Salzburg.

Stadion und Schloss

Kleßheim ist der Standort der „Landwirtschaftlichen Schulen Kleßheim“ und der "Tourismusschulen Salzburg - Kleßheim". Unmittelbar an der Autobahnabfahrt „Kleßheim“ befindet sich das EM Stadion.

Dahinter als größte Sehenswürdigkeit auf dem Gebiet der Gemeinde Wals-Siezenheim das Schloss Kleßheim, das ab 1690 im Auftrag von Fürsterzbischof Johann Ernst Graf Thun nach Plänen des Johann Bernhard Fischer von Erlach als fürst-erzbischöflicher Sommersitz samt dem damals stets zugehörigen Ziergarten, dem Wirtschaftsgarten und dem ebenfalls architektonisch gestalteten größeren Fasangarten erbaut wurde.

Im 19. Jahrhundert diente es Erzherzog Ludwig Viktor, dem Bruder Kaiser Franz Josephs als Wohnsitz, der hier das Kavaliershaus erbaute.

Zwischen 1925 und 1935 betrieb Elizabeth Duncan, die Schwester Isadora Duncans in Schloss Kleßheim die Elizabeth Duncan-Schule, die 1928 auch von Lucia Joyce, der Tochter von James Joyce, besucht wurde, weshalb James Joyce gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Nora Barnacle 1928 die gesamte Festspielzeit in Salzburg verbracht hat.[1]

Nach dem Anschluss wurde Schloss Kleßheim zuerst als Repräsentationsbau der Zeit der Festspiele genutzt. Ab 1940 wurde das Schloss bereits schrittweise als "Gästehaus des Führers" umgebaut, aber erst 1941 wurde es an das Deutsche Reich verkauft. Ab 1942 lud Hitler dorthin die festspielbegeisterten Besucher, wie Mussolini und Horthy ein.

Mit der S-Bahn-Station "Salzburg-Taxham-Europark" befindet sich jedoch ein Anschluss an das S-Bahnnetz der Region in fußläufiger Entfernung. Kleßheim ist zudem direkt mit der Oberleitungsbuslinie 1 und der Albus-Autobuslinie 28 zu erreichen. Im Schloss befindet sich heute eine Spielbank der Casinos Austria, der historische Schlosspark wurde größerenteils in einen Golfplatz umgestaltet.

Literatur

  • Frank-Manuel Peter (Hrsg./Ed.): Isadora & Elizabeth Duncan in Deutschland / in Germany. Wienand, Köln 2000, ISBN 3879096457.

Einzelnachweise

  1. Andreas Weigel: James Joyces Aufenthalte in Österreich. Innsbruck (1928), Salzburg (1928) und Feldkirch (1915, 1932). In: Michael Ritter (Hrsg.): praesent 2006. Das österreichische Literaturjahrbuch. Das literarische Geschehen in Österreich von Juli 2004 bis Juni 2005. S.93-105. Wien: präsens 2005.

47.81805555555612.99Koordinaten: 47° 49′ N, 12° 59′ O