Kleinbahn (Modelleisenbahn)

KLEINBAHN Mechanische Werkstätte Spielwarenerzeugung Ing. Erich Klein e.U.
Logo der Kleinbahn Wien
Rechtsform Einzelunternehmen
Gründung 1947
Sitz Wien
Leitung Angelika Pfneisl
Branche Spielwarenindustrie
Produkte Modelleisenbahn
Website www.kleinbahn.com

Das Unternehmen Kleinbahn, mechanische Werkstätte - Spielwarenerzeugung Ing. Erich Klein ist ein österreichischer Hersteller von Modelleisenbahnen der Nenngröße H0. Ursprünglich 1947 gegründet, kam es 1984 zu einer Teilung in die Unternehmen Kleinbahn und Klein Modellbahn GesmbH.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1946 am Währinger Gürtel in Wien von Erich Klein gegründet. Anfangs wurden Schiffe und Flugzeuge aus Holz hergestellt; ab 1947 bereicherten auch Modelleisenbahnen das Sortiment. Seit 1952 hieß das Unternehmen Gebrüder Klein OHG, ab 1955 wurde in Wien-Atzgersdorf produziert. Die Produktpalette war hauptsächlich auf den österreichischen Markt ausgerichtet, da Modelle der ÖBB von den marktbeherrschenden deutschen Modellbahnherstellern kaum verfügbar waren.
Die Modelleisenbahn durch kostengünstige Produktion für jedermann erschwinglich zu machen, war ein weiteres Ziel der Unternehmensphilosophie. Die Produkte fanden auch tatsächlich eine so große Verbreitung, dass der Name „Kleinbahn“ in Österreich zu einem Gattungsnamen für Modelleisenbahnen der Baugröße H0 wurde. Seit der Wiener Modellbaumesse 2010 bietet Kleinbahn auch mehrere Loks mit Digitalvorrüstung oder schon eingebautem Digitaldecoder an. Die Decoder werden bei Uhlenbrock zugekauft.

Eine Besonderheit der Unternehmenspolitik ab 1955 war und ist das fehlende Vertriebsnetz. Kleinbahnmodelle sind nur in eigenen Kleinbahn-Filialen oder über den Postversand erhältlich, womit die Spanne für den Zwischenhandel gespart wird.

1979 kam es zur Auflösung und Aufteilung der Gebrüder Klein OHG und seit 1984 hatten am alten Standort zwei Modelleisenbahnerzeuger ihren Sitz:

  • Erich Klein führte das Unternehmen Kleinbahn, mechanische Werkstätte - Spielwarenerzeugung Ing. Erich Klein mit der bisherigen Marktausrichtung der kostengünstigen Produkte weiter. Inzwischen wurde das Unternehmen von seiner Tochter übernommen und weitergeführt. So wurde z.B. der Fernverkehrswagen im aktuellen Design der ÖBB bereits neu aufgelegt.
  • Oskar Klein (senior) nannte nun sein Unternehmen Klein Modellbahn GesmbH. Nach dem Tod des Seniors führt seit 1987 sein Sohn Oskar Klein das Unternehmen mit Schwerpunkt auf hochwertigere, modellgetreue Produkte. Das Unternehmen stellte nach finanziellen Schwierigkeiten und versuchter Restrukturierung mit Ende Juli 2008 die Produktion ein.[1] Es wurden bis Ende 2010 noch Restbestände verkauft.

Im Februar 2010 brachte die Österreichische Post eine 55 Cent-Sondermarke "Kleinbahn" heraus, die ein Bild aus dem Hauptkatalog 1958/59 zeigt.[2]

Produktpalette

Die Produktpalette umfasst Lokomotiven und rollendes Material in der Nenngröße H0 im Zweileiter-System, hauptsächlich der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), sowie das übliche Zubehör. Auch einige einfache Modellgebäude und wenige Modellautos sind verfügbar. Im Längenmaßstab sind Kleinbahn-Modelle traditionellerweise stark verkürzt. So beträgt z.B. bei den Reisezugwagen mit einer Original-Länge von 26,4 m der Längenmaßstab 1:113 statt der heute üblichen Längenmaßstäbe von 1:100 (leicht verkürzt) oder 1:87 (korrekt).

Die Modellschienen haben ein Hohlprofil, das auf Kunststoffschwellen montiert ist und werden mittels Drahtstiften zusammengesteckt. Diese Art der Verbindung ist zwar unsichtbar, bringt aber auch Kontaktprobleme mit sich. Das Sortiment und das Material wurde bis heute im Wesentlichen nicht geändert. Es gibt auch nur zwei mittlere Bogenradien (385 und 436 mm). Dazu werden auch Signale, Oberleitung, Schalter und eine Drehscheibe aus eigener Produktion angeboten. Die Masten der Oberleitung sind jedoch Gittermasten und entsprechen nicht den heutigen Betonmasten der ÖBB.

Die Modelle sind in einer einfacheren, aber robusten Ausführung gefertigt; ein Käufersegment sind u.a. die Hobby-Neueinsteiger und kostenbewusste Modelleisenbahner. So lässt sich unter € 100,- eine komplette Garnitur der Epoche I-III zusammenstellen (Stand 2008).

Der einfache Aufbau der Lokomotiven lässt im Inneren noch genügend Platz für einen Lokdecoder, sodass sie sich gut für eine nachträglichen Digitalisierung eignen.

Als gesuchte Sammlerstücke früherer Produktionsjahre gelten der Blaue Blitz, eine österreichische Diesel-Triebwagengarnitur der 50er-Jahre, ein in den 60ern gefertigtes Modell der Schnellzug-Dampflokomotive ÖBB 12 sowie die Lokomotive E499.0 der Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD.

Bildergalerie

Triebfahrzeuge

Güterwagen

Einzelnachweise

  1. Klein Modellbahn sperrt Ende Juli zu [1]
  2. Eintrag zu Kleinbahn (Modelleisenbahn) in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online  (als Briefmarkendarstellung)abgerufen am 28. Oktober 2012

Weblinks

 Commons: Kleinbahn (Modelleisenbahn) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien