Kleiner Schwindel am Wolfgangsee

Filmdaten
Originaltitel Kleiner Schwindel am Wolfgangsee
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1949
Länge 101 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Franz Antel
Drehbuch Franz Antel
Gunther Philipp
Gabriele von Sazenhofen (Idee)
Produktion Josef Lebzelter
für Alpenländische Filmproduktion Wien/Linz
Musik Ludwig Schmidseder
Kamera Hans Heinz Theyer
Schnitt Arnfried Heyne
Besetzung

Kleiner Schwindel am Wolfgangsee ist ein österreichischer Heimatfilm von Franz Antel aus dem Jahr 1949.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der akademische Maler Walter Pichler hat ein Problem: Sein Onkel Vinzenz Grillmayer hat ihm das Studium über Jahre finanziert, glaubt jedoch, Walter habe Medizin studiert. Nun lädt Grillmayer den vermeintlich frisch promovierten Walter in sein Hotel in St. Wolfgang ein. Notgedrungen sagt Walter zu, nimmt jedoch seinen besten Freund Peter Kurz mit. Der wiederum hat tatsächlich Medizin studiert und gerade erfolgreich promoviert. Beide legen sich eine Strategie zurecht, um dem Onkel schonend die Wahrheit zu berichten. Bei der Ankunft können beide das Missverständnis nicht aufklären. In der Folgezeit engagiert sich Grillmayer sehr dafür, Walter ungefragt Patienten zu organisieren. Eines Nachts holt Grillmayer Walter aus dem Bett, da die junge Trixi angeblich sterbenskrank sei. Walter bringt sie an die frische Luft und sie fühlt sich bald besser. Walters Können ist nun in aller Munde. Auslöser für Trixis Schwächeanfall war ein Telegramm, das ihr die Ankunft ihres Verlobten Dr. Egon Rittersheim verkündete. Egon ist Anwalt und deutlich älter als Trixi. Sie mag ihn nicht, doch ist ihre Mutter von Egon begeistert. Sie hat auch die Verlobung der beiden durchgesetzt. Walter verliebt sich in Trixi und hat es nun nicht mehr eilig, die Rolle des Arztes aufzugeben, zumal Trixi vor Egon einige Male Schwächeanfälle vortäuscht, um ihn loszuwerden.

Wenn er nicht kleine Ratschläge für harmlose Erkrankungen gibt, malt Walter an einem Werbeplakat für Urlaub in Österreich. Es soll sein Beitrag zu einem Wettbewerb der Fremdenverkehrswerbung werden, dessen Sieg ihm 5000 Schilling bringen würde. Bald hat er die Idee, Trixi vor dem Panorama von St. Wolfgang zu zeichnen. Vor Grillmayer muss sich bald Peter als Maler ausgeben und gerät in eine Zwickmühle, als die esoterische Anny Bird dem Künstler unbedingt Modell stehen will. Als ein Gast erkrankt, drängt Grillmayer darauf, dass Walter ihn untersucht. Egon ist unterdessen misstrauisch geworden, zumal seine Verlobte auffällig viel Zeit mit dem vermeintlichen Arzt Walter verbringt. Er lässt einen Arzt aus der Stadt holen, der den Hotelgast untersuchen soll. Durch einen Trick gibt sich Peter als der Erkrankte aus und souffliert Walter sowohl seine Krankheitssymptome als auch die bereits erfolgte Behandlung. Der Arzt zeigt sich mit der Behandlung zufrieden, doch gibt Egon nicht auf. Er telegrafiert an die Universität in Wien und erkundigt sich, ob Walter je immatrikuliert war.

Grillmayer initiiert derweil eine Bergwanderung, die nach einem Unwetter zu zahlreichen Erkältungsfällen führt. Vor allem die junge Susanne Thomas, in die sich Peter verliebt hat, hat es schwer erwischt. Obwohl Walter erneut zur Behandlung gerufen wird, schreitet Peter ein, da es nun nicht mehr nur ein Spaß ist. Er behandelt Susanne und gesteht ihr, dass er der Arzt und Walter der Maler ist. Die Situation wird kritischer, als in St. Wolfgang Peters Kommilitonin Marion Hanisch erscheint. Egon berichtet Walter und Grillmayer unterdessen von einem Hochstapler, der verhaftet wurde, weil er sich als Arzt ausgegeben hat. Walter reicht es und er reist unbemerkt ab. Marion erscheint kurz darauf im Hotel und beglückwünscht Grillmayer: Walter hat im Plakatwettbewerb den ersten Preis gewonnen. Zunächst irritiert, zeigt sich Grillmayer kurz darauf erfreut, dass er einen so erfolgreichen Neffen hat. Egon erhält telegrafisch Auskunft, dass Walter nie Medizin studiert hat. Er zeigt Walter bei der Polizei an. Die Hotelgäste erfahren ebenfalls von der Schwindelei, doch müssen sie sich eingestehen, dass Walter nie selbst behauptet hat, Arzt zu sein. Sie haben ihn nur immer als einen bezeichnet. Grillmayer wiederum erzählt nun, Walter habe inkognito vor Ort malen wollen und sich daher als Arzt bezeichnet. Die eigentlichen medizinischen Ratschläge habe er von Peter erhalten, den er zur Tarnung mitgenommen habe. Egon erscheint mit dem Polizisten, doch kann der keine Straftat feststellen. Trixi und Peter fahren Walter nach und holen ihn aus dem Zug. Zu dritt fahren sie zum Hotel zurück, wo sie jubelnd empfangen werden. Walter erfährt von seinem ersten Preis. Wenig später verloben sich Walter und Trixi und Grillmayer überzeugt nun eifrig die Gäste, sich doch von Walter in Öl malen zu lassen.

Produktion

Kleiner Schwindel am Wolfgangsee wurde unter dem Arbeitstitel Rund um den Wolfgangsee an Originalschauplätzen in St. Wolfgang, darunter in der Katholischen Pfarrkirche, sowie vor der Wiener Universität und dem Café Landtmann gedreht. Die Innenaufnahmen entstanden in den E-Werken in St. Wolfgang. Die Filmbauten stammen von Sepp Rothauer. Der Film erlebte am 11. November 1949 in Linz seine Premiere und lief am 27. Januar 1950 in der Bundesrepublik an. Es war der zweite Film, bei dem Franz Antel Regie führte.

Kritik

Der film-dienst empfand Kleiner Schwindel am Wolfgangsee als „zäh und nur selten vergnüglich“.[1] Gertraud Steiner zählte den Film zu den Touristenfilmen innerhalb des Heimatfilm-Genres und nannte den Film eine heitere Geschichte und ein Sommerlustspiel.[2]

Literatur

  • Kleiner Schwindel am Wolfgangsee. In: Gertraud Steiner: Die Heimat-Macher. Kino in Österreich 1946–1966. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1987, S. 76–77.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kleiner Schwindel am Wolfgangsee im Lexikon des Internationalen Films
  2. Kleiner Schwindel am Wolfgangsee. In: Gertraud Steiner: Die Heimat-Macher. Kino in Österreich 1946–1966. Verlag für Gesellschaftskritik, Wien 1987, S. 77.