Kleo Pleyer

Kleophas Franz Pleyer (* 19. November 1898 in Eisenhammer in Böhmen; † 26. März 1942 bei Staraja Russa in Russland) war ein österreichischer Historiker und Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Kleo Pleyer, Volk im Feld, Hanseatische Verlagsanstalt AG, Hamburg, 1943

Kleophas Franz Pleyer, der sich später stets nur Kleo Pleyer nannte, wurde als das neunte Kind eines Hammerschmieds geboren. Das zehnte war der Dichter Wilhelm Pleyer.

Als siebzehnjähriger Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg wurde Kleo Pleyer verwundet und mit der Silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Ab 1920 betätigte er sich als Jugendführer, Parteiredner, Gründer der Sudetendeutschen Tageszeitung und Propagandadichter in der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei der Tschechoslowakei, für die er das Lied „Wir sind das Heer vom Hakenkreuz“[1] schrieb, mit dessen erster Strophe das 1927 gedruckte Parteiprogramm der NSDAP schloss.

Nationalsozialistische Betätigung trugen ihm in der Tschechoslowakei Untersuchungshaft und Hochverratsanklage ein. Als er 1923 in Prag einen Studentenstreik gegen den jüdischen Rektor organisierte, wurde für ihn der Prager akademische Boden zu heiß, und er siedelte nach München um. Nach dem Hitler-Putsch verwies ihn die bayerische Regierung des Landes, und er studierte dann in Tübingen Slawistik, Germanistik, Philosophie und Geschichte. Seine Promotion erfolgte 1925 und 1934 folgte die Habilitation in Berlin. Danach wurde Pleyer Lehrbeauftragter an der Universität Berlin. Pleyer gehörte ab 1935 beim Reichsinstitut für Geschichte des Neuen Deutschlands dem Beirat der „Forschungsabteilung Judenfrage“ an.

1937 wurde Pleyer als Professor für mittlere und neuere Geschichte an die Universität Königsberg berufen und 1939 als Professor an die Universität Innsbruck. Pleyer trat 1940 der NSDAP bei.

Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges meldete er sich erneut freiwillig zum aktiven Wehrdienst. Ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz Erster und Zweiter Klasse ist er als Oberleutnant und Kompaniechef bei einem Sturmangriff am Ilmensee während der Kesselschlacht von Demjansk gefallen.

Während seines letzten Fronturlaubs zur Jahreswende 1941/42 hatte er das Buch Volk im Felde verfasst, das während des Krieges in sehr hohen Auflagen gedruckt und verbreitet wurde.

In Königsberg wurde Pleyer 1944 posthum der Kant-Preis verliehen.

Von Pleyers Schriften wurden Die Kräfte des Grenzkampfes in Ostmitteleuropa (Hanseatische Verlags-Anstalt, Hamburg 1937), Gezeiten der deutschen Geschichte (Langen/Müller, München 1939) und Volk im Feld (Hanseat. Verl. Anst., Hamburg 1943) nach dem Krieg in der Sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[2]

Literatur

  • Rene Betker: Pleyer, Kleo. In: Ingo Haar, Michael Fahlbusch (Hrsg.): Handbuch der völkischen Wissenschaften: Personen, Institutionen, Forschungsprogramme, Stiftungen. Saur, München 2008, ISBN 978-3-598-11778-7, S. 477–482.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. 2. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.
  • Gerhard Oberkofler: Ludwig Spiegel und Kleo Pleyer. Deutsche Misere in der Biografie zweier sudetendeutscher Intellektueller. StudienVerlag, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7065-5203-5.
  • Willi Oberkrome: Geistige Leibgardisten und völkische Neuordner. Varianten der Berliner universitären Geschichtswissenschaft im Nationalsozialismus. In: Rüdiger vom Bruch, Christoph Jahr (Hrsg.): Die Berliner Universität in der NS-Zeit. 2 Bände. Steiner, Stuttgart 2005, Bd. 2, S. 123–132.
  • Hermann WeißPleyer, Kleo Franz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 20, Duncker & Humblot, Berlin 2001, S. 541 f. (Digitalisat).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Liedtext
  2. Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone, Liste der auszusondernden Literatur, S. 306-321