klima:aktiv Gebäudestandard

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Der klima:aktiv Gebäudestandard ist ein im Rahmen der Klimaschutzinitiative klima:aktiv des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft definierter Standard für Energieeffizienz, ökologische Qualität, Komfort und Ausführungsqualität. Er geht über einen reinen Energiestandard und die verstärkte Nutzung der erneuerbaren Energieträger – das eigentliche Kernprogramm von klima:aktiv zur Verringerung des CO2-Ausstoßes – hinaus.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte und Konzept

Der Gebäudestandard wurde im Rahmen des Programms klima:aktiv haus zur breiten Einführung von Nachhaltigkeitskriterien auf dem österreichischen Wohnungsmarkt entwickelt und gehört 2009 zum Themenprogramm klima:aktiv Bauen und Sanieren. klima:aktiv haus ist eine Weiterentwicklung des Konzeptes Haus der Zukunft des Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie. Angestrebtes Ziel ist ein Anteil des klima:aktiv-Standards am Wohnungsneubau von 20 % bis zum Jahr 2009. Dieser neue klima:aktiv-Standard ist eine breit anwendbare Weiterentwicklung der Total Quality Kriterien und besteht aus einem Kriterienraster, nach dem maximal 1000 Punkte erreicht werden können.

Der Kriterienkatalog

Konkret umfasst der Kriterienkatalog (kurz k:a haus) folgende vier Bereiche:

  • Planung und Ausführung: Umfasst Aspekte wie Qualität der Infrastruktur in Nähe des Bauorts aus Sicht des Klimaschutzes (Nähe zu Schule, öffentliche Verkehrsmittel, etc.), Vorhandensein von Radstellplätzen, aber auch die Barrierefreiheit des Gebäudes. Wichtig ist vor allem die hohe Qualität der Planung und Ausführung, damit der klima:aktiv Standard nicht durch Baumängel oder Fehler in der Konzeption zunichtegemacht wird.
  • Energie und Versorgung: Durch die Schwerpunktbildung auf diesen Bereich wird den Nutzern ein energieeffizientes Gebäude mit geringem Wärme- und Wasserbedarf erstellt, das sehr kostenschonend im Betrieb ist. Dabei setzt der Spezialkatalog k:a Passivhaus zu etwa 60 % (575 von 1000 Punkten) auf dem PPHP-Standard des Passivhaus Instituts Darmstadt (Wolfgang Feist, Entwickler des Passivhauses) auf.[1]
  • Baustoffe und Konstruktion: Die Wahl von ökologischen Baustoffen kommt sowohl der Gesundheit der Bewohnern als auch der Umwelt zugute, da die Schadstoffbelastung der Raumluft sehr gering gehalten wird und die Materialien die Umwelt bei Produktion und Entsorgung möglichst wenig belasten.
  • Komfort und Raumluftqualität: Die Behaglichkeit in einer Wohnung oder einem Haus hängt sehr stark von der Innentemperatur und der Luftfeuchtigkeit ab und der Kriterienkatalog enthält viele Maßnahmen, wie etwa eine Komfortlüftung, die den thermischen und damit gesundheitlichen Kriterien Rechnung tragen.

Damit dieser neue Standard möglichst rasch und breit umgesetzt wird wurden entsprechende Weiterbildungen entwickelt, angeboten etwa am Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI).

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik, Energieinstitut Vorarlberg (Hrsg.): klima:aktiv haus Kriterienkatalog – Passivhaus Version 3.3.6., 30. November 2008 (pdf)