Klinger-Mausoleum

Klinger-Mausoleum
Gedenktafel

Das Klinger-Mausoleum in der Nähe der Burgruine Kollmitz bei Raabs an der Thaya in Niederösterreich ist der Bestattungsort der Familie Klinger von Klingerstorff. Das Mausoleum steht unter Denkmalschutz.[1]

Inhaltsverzeichnis

Anlass zur Errichtung

Während des Ersten Weltkriegs lernte Baron Klinger die damalige Comtesse Sybille von Spiegelfeldt im Lazarett in Troppau kennen. Der 1916 geschlossenen Ehe entstammten drei Kinder. 1925 erkrankte die Baronin an einer Lungenkrankheit und übersiedelte zur Genesung nach Meran. Dort lernte sie den zehn Jahre jüngeren, aus Russland stammenden Cyrill Orlov kennen und verliebte sich in ihn.

Nach ihrer Rückkehr nach Raabs an der Thaya gestand sie ihrem Mann diese Liebe, versprach diesem aber nach einer Aussprache mit ihrem Vater in Wien, ihn nicht zu verlassen. Dennoch trafen sie einander später noch heimlich in Wien und auch in Raabs.

Am 2. Juni 1926 traf Cyrill Orlov Baron Hugo Klinger von Klingerstorff in einem Wald in der Nähe der Burg Raabs an der Thaya, um mit ihm über die Situation zu sprechen. Es kam zu einem Schusswechsel, bei dem beide Beteiligte verwundet und in weiterer Folge ins Krankenhaus von Waidhofen an der Thaya eingeliefert wurden.

Von der Gendarmerie sollte Sybille Klinger von Klingerstorff am 3. Juni wegen einer Befragung vom Schloss zum Untersuchungsrichter gebracht werden, woraufhin sie Selbstmord durch Erschießen beging. Am 5. Juni wurde sie zunächst auf dem Friedhof von Raabs in Oberndorf beigesetzt. Nach der Errichtung des Mausoleums wurde sie dorthin überführt. Hugo Klinger von Klingerstorff wurde dort später ebenso beigesetzt wie deren Kinder.

Cyrill Orlov verstarb am 15. Juni 1926 im Krankenhaus von Waidhofen an der Thaya an einer Lungenentzündung. In Waidhofen an der Thaya wurde er auf dem Friedhof beigesetzt. Sein Grab besteht nicht mehr.

Mausoleum

Das Klinger-Mausoleum wurde in den Jahren 1926 bis 1929 in der Nähe des so genannten Uhufelsens, dem Lieblingsplatz von Sybille Klinger von Klingerstorff, an einem Steilabfall zur Thaya als zweigeschoßiger Bau aus Bruchsteinen mit einer Terrasse und einem Turm errichtet.

Literatur

Weblinks

 Commons: Klingermausoleum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesdenkmalamt – Niederösterreich, unbewegliche und archäologische Denkmale unter Denkmalschutz (PDF-Datei)

48.82833333333315.536666666667Koordinaten: 48° 49′ 42″ N, 15° 32′ 12″ O