Klushund

Der Klushund ist eine Sagengestalt aus Vorarlberg. Die dämonische Tiergestalt geht laut Sage auf den Verräter zurück, der im Dreißigjährigen Krieg die Stadt Bregenz an das Schwedische Heer unter General Wrangel verriet. Wrangel hatte dem Verräter für seine Tat das goldene Kegelspiel vom Hohenemser Schlossberg versprochen. Der Sage nach muss der Verräter für seine Freveltat nun ewig als großer schwarzer Hund, meist beschrieben mit tellergroßen leuchtenden Augen, auf der ehemaligen Römerstraße am Bergrand von Norden nach Süden durchs Land laufen. Eine Begegnung mit dem bedrohlichen Untier bringt in den Sagen Krankheit, Leid oder Plage.

Verbreitung

Sagen vom Klushund sind über die Gemeinden im Rheintal verbreitet. Seine bevorzugten Umgangsgebiete sind aber der Hohenemser Schlossberg und vor allem der so genannte Kluser Wald, ein einst sehr finsteres und daher gefürchtetes Waldgebiet zwischen den Gemeinden Götzis und Klaus. Der Klushund fand inzwischen Eingang in eine Vielzahl von literarischen Arbeiten. Im besagten Kluser Wald in der Senke bei der Kirche St. Arbogast geht nach einer modernen Sage auch eine geisterhafte schwarze Frau um, die in nebelhaften Nächten als Anhalterin einsamen PKW-Lenkern erscheinen soll.

Weblinks

  • Der Klushund auf sagen.at (Abgerufen am 28. September 2008)

Literatur

  • Erwin Bennat: Der Verräter im Schwedenkrieg aus der Sicht des Klushundes. In: Ders.: Gemeinde-Chronik Lochau. Hg. v. der Gemeinde Lochau zur 800-Jahr-Feier 1986. Lochau 1986. S. 204–208.
  • Kulturkreis Hohenems (Hg.): Emser Sagen. Lustenau 1980.
  • Richard Beitl: Im Sagenwald. Neue Sagen aus Vorarlberg. Feldkirch 1953.
  • Elsensohn, Franz: Ruggburg, Klushund, Felsowible. Sagen und Legenden aus dem Leiblachtal. Hg. von den Gemeindeämtern Leiblachtal. Hohenems 2005.
  • Leander Petzoldt (Hg.): Sagen aus Vorarlberg. München 1994.