Kompetenzzentrum Holz

Kompetenzzentrum Holz GmbH
Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 2000
Sitz Linz, Lenzing, St. Veit an der Glan, Tulln, Österreich
Leitung Boris Hultsch
Umsatz rund  7,9 Mio. € Forschungsvolumen 2011)
Branche Angewandte Forschung, Entwicklung, Consulting
Website www.wood-kplus.at

Die Kompetenzzentrum Holz GmbH (Wood K plus) ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung für neue Werkstoffe, Materialien und Prozesstechnologie für Holz und andere nachwachsende Rohstoffe.

Inhaltsverzeichnis

Organisation und Aufgaben

Das Kompetenzzentrum Holz ist ein Zusammenschluss von Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft zu einer österreichischen Forschungseinrichtung auf den Gebieten der Holzverbundwerkstoffe und der Holzchemie. Die Besitzverhältnisse verteilen sich:[1]

Das Kompetenzzentrum Holz wird im Rahmen des COMET-Kompetenzzentrenprogramms (Competence Centers for Excellent Technologies), dem österreichischen Regierungsprogramm für Kooperation zwischen Industrie und Wissenschaft, als K1-Zentrum gefördert.[2][3][4][5] Innerhalb der oberösterreichischen Stärkefelder, der Förderungschwerpunkte der Landesebene, ist WOOD K plus in den Bereichen Innovative Werkstoffe/Leichtbau, Life Science, Logistik und Energieeffizienz/erneuerbare Energien angesiedelt.[6]

Schwerpunkt der COMET-Kompetenzzentren ist eine enge Verbindung von angewandeter Wissenschaft und wirtschaftlicher Nachfrage (Forschung und Entwicklung, F&E). Rund 100 Forscher aus unterschiedlichen Fachgebieten erarbeiten in Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen und Industriepartnern Lösungen für die Holzwirtschaft.[7]

Forschungsfelder

Wood Kplus forscht an vier Standorten: Linz, Lenzing, Tulln und St. Veit/Glan – wobei in jeder Niederlassung ein entsprechender Forschungsschwerpunkt im Fokus steht. Das Themenspektrum reicht von der Zellstoff- und Fasergewinnung über die Optimierung von holztechnologischen Prozessen und Oberflächen bis hin zur Herstellung von Holz-Polymer-Verbundwerkstoffe.[8].

Holz und Zellulosechemie

Der Bereich Holz- und Zellulosechemie ist in Lenzing, Oberösterreich, angesiedelt, dem Standort der Lenzing AG, einem langjährigen Leitbetrieb Österreichs für neue Materialien (Viskose/Lyocell). Ziel des Zentrums ist es, Lösungen zur Nutzung von Biomasse – vor allem Holz – unter den jeweiligen Gegebenheiten zu finden und umzusetzen. Durchgeführt wird Auftragsforschung und fortgeschrittene Analytik aus dem Bereich der Holzchemie, Holzkomponenten, Zellstoffqualität und Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen.[9] Dort befindet sich auch das Wood Analytikzentrum, ein spezielles chemisches Labor für dei Analyse von Holzbezogenen Stoffen.[10]

Massivholz & Holzverbundwerkstoffe

Der Standort für den Bereich Massivholz und Holzverbundwerkstoffe befindet sich in Tulln, Niederösterreich, in unmittelbarer Nähe zur Universität für Bodenkultur Wien. und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Optimierung von klassischen holztechnologischen Prozessen, Materialneuentwicklung und Grundlagenprojekte im Bereich Verklebung, Trocknung und Holzbiotechnologie.[11]

Oberflächentechnologie & Logistik

In St. Veit an der Glan, Kärnten (einem Kernstandort des Landes für Innovation im Holzwerkstoff- und Solarsektor) werden im Speziellen Themen und Fragestellungen rund um die Oberflächen von Papier, Laminaten, Kompositen, Naturfasern, Naturfaserverbunden wie auch logistische Aspekte im Bereich der Produktion erforscht. Die gesamtheitliche Betrachtung des Themas Oberfläche baut dabei auf drei miteinander eng verbundenen Blickwinkeln auf, nämlich der Funktionalität der Oberflächen, der Prozesse zur Herstellung der Oberfläche sowie der Anwendungen der Oberfläche [12].

Holz-Polymer-Verbundwerkstoffe

Das Zentrum für Holz-Polymer-Verbundstoffe steht am Standort Linz, Oberösterreich, im Sciencepark der Johannes Kepler Universität im Mittelpunk. Wood Plastic Composites (WPC, deutsch Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoffe) und (Naturfaserverstärkte Kunststoffe (NFK) sind Verbundwerkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen bzw. anorganischen und synthetischen Fasern mit thermoplastischen und duromeren Kunststoffen (Polymeren), und gehören zu den favorisierten neuen Werkstoffen. Sie können mit herkömmlichen Verfahren aus der Kunststoffindustrie hergestellt werden, wie beispielsweise Extrusion oder Spritzguss.[7][8] Weitere Forschungsschwerpunkte bilden die Entwicklung von Bindemitteln auf Melaninharzbasis sowie die Entwicklung von Keramikwerkstoffen auf Basis biogener Rohstoffe.[13]

Marktanalyse & Innovationsforschung

Das Ziel des Zentrums Marktanalyse & Innovationsforschung – ebenfalls am Standort Tulln – ist es, bei der Neu- oder Weiterentwicklung innovativer Holzprodukte bzw. deren Vermarktbarkeit und bei der Bewertung von Branchen oder bestimmten Märkten zu unterstützen.[14]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kompetenzzentrum Holz GmbH , Firmenbuchdaten, CreditReform/firmenabc.at
  2. Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie: COMET - Competence Centers for Excellent Technologies,
  3. Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft: Comet K1 Zentren, abgerufen am 12. November 2012
  4. Holz, Wood COMET – K1 Zentrum genehmigt (pdf, kplus-wood.at, abgerufen am 12. November 2012)
  5. Upper Austrian Research: COMET-Förderung für SCCH und Wood bis 2014 sicher, Pressespiegel, abgerufen am 28. November 2012
  6. Upper Austrian Research: OÖ Stärkefelder treiben technologische Entwicklung, abgerufen am 12. November 2012
  7. a b Auf Holz geklopft. In: Standpunkt 01/10, S. 88-91 (pdf, wood-kplus.at, abgerufen am 12. November 2012)
  8. a b Chemiereport 2012/01, AustrianLifeSciences, Zehn Jahre Kompetenzzentrum Holz. Hightech aus der Natur, S. 50-51, PDF, abgerufen am 12. November 2012
  9. Kompetenzzentrum Holz GmbH: Geschäftsbericht 2011, Holz und Zellulosechemie, S. 31, PDF, abgerufen am 12. November 2012
  10. Kompetenzzentrum Holz: Wood Analytikzentrum in Lenzing
  11. Kompetenzzentrum Holz, Geschäftsbericht 2011, Massivholz & Holzverbundwerkstoffe S.37, PDF, abgerufen am 12. November 2012
  12. Oberflächentechnologie & Logistik, abgerufen am 12. November 2012
  13. Kompetenzzentrum Holz, Geschäftsbericht 2011, Holz-Polymer-Verbungstoffe, S.33, PDF abgerufen am 12. November 2012
  14. Kompetenzzentrum Holz: Marktanalyse & Innovationsforschung, abgerufen am 12. November 2012