Kondukt

Als Kondukt wird (vor allem im österreichischen Deutsch) die feierliche Begleitung eines Sarges von der Aufbahrungshalle bis zur Grabstelle in Form eines Trauerzuges bezeichnet. Sprachgeschichtlich lässt sich der Begriff auf das lateinische conductus (Geleit bzw. Schutz), conducere (zusammenführen) zurückführen.[1]

Das Bundesheer beim Kondukt in Wien für Otto von Habsburg (2011)

Der Sarg wird beim Kondukt mit einem Bahrtuch (oder einer Flagge) und den Blumenspenden bedeckt. Der Transport des Sarges kann auf einem einfachen Bahrwagen, einem Elektrokonduktwagen oder auch einer Trauerkutsche erfolgen. Der Trauerzug wird in der Regel von einem Geistlichen angeführt. Dahinter folgt der Sarg mit den Sargträgern (Bedienstete des Bestattungsunternehmen oder Angehörige) und die Trauergemeinde. Die Reihenfolge, in der die Trauergäste dem Sarg folgen richtet sich nach der Enge der familiären Bindung zum Verstorbenen und der gesellschaftlichen Stellung. Bei Staatsbegräbnissen nimmt auch eine Abteilung des Bundesheeres im Konduktschritt am Trauerzug teil.[2]

Gustav Mahler bezeichnete den 1. Satz seiner 5. Sinfonie mit Trauermarsch. In gemessenem Schritt. Streng. Wie ein Kondukt.

Siehe auch: Leichenbegängnis und Trauerzug

Einzelnachweise

  1. http://de.wiktionary.org/wiki/Kondukt
  2. Begräbnis Helmut Zilk.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Kondukt – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen