Kongress von Frauen in Naturwissenschaft und Technik

Der Kongress von Frauen in Naturwissenschaft und Technik (kurz FiNuT-Kongress) ist ein autonomer Kongress, der seit mehr als 25 Jahren jedes Jahr über vier Tage am Himmelfahrtswochenende stattfindet und von und für Frauen in Naturwissenschaft und Technik organisiert wird. In den letzten Jahren nahmen jeweils 300–400 Frauen teil.

Die Themen spannen sich vom Erfahrungsaustausch über Fachvorträge bis zu politischen Diskussionen. Die Teilnehmerinnen kommen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum, zum Teil aber auch von außerhalb diesem. Das Spektrum der Teilnehmerinnen reicht dabei von der Schülerin bis zur Rentnerin, und von der Professorin bis zur Handwerkerin.

Mit dem ersten Kongress (damals Treffen) 1977 in Aachen begann in Deutschland die Naturwissenschaftlerinnen- und Technikerinnen-Bewegung. Viele Ideen und Ansätze, die heute gängige (und institutionalisierte) Praxis bei der Förderung von Frauen in Naturwissenschaft und Technik sind, wurden von Frauen beim Kongress entwickelt. Darüber hinaus sind viele formelle und informelle Netzwerke und Organisationen auf den Kongressen entstanden, zum Beispiel der deutsche ingenieurinnenbund, der Verein von Frauen in Naturwissenschaft und Technik (NUT) e.V. und die Zeitschrift Koryphäe – Medium für feministische Naturwissenschaft und Technik.

Inhaltsverzeichnis

Themen

Jeder Kongress hat ein Schwerpunktthema, das von der Vorbereitungsgruppe ausgesucht wird (zum Beispiel „Nachhaltig vorsorgen“, „GeZeitenwechsel“, „Wissen schaf(f)t Widerstand“). Zusätzlich gibt es in der Regel Veranstaltungen zu den folgenden Themen:

Geschichte

Der Kongress fand das erste Mal 1977 in Aachen als Treffen von Frauen in Naturwissenschaft und Technik statt, danach zunächst halbjährlich und später jährlich in wechselnden Städten. Beim ersten Treffen nahmen ca. 40 Frauen teil. Die Teilnehmerinnenzahl stieg sehr schnell an und erreichte in den frühen 1990er Jahren mit 700–800 Teilnehmerinnen ihren Höhepunkt. In den letzten Jahren hat sich die Teilnehmerinnenzahl auf 300 bis 400 eingependelt.

Von einem „nationalen Treffen“ hat sich das Treffen inzwischen zu einem überregionalen Kongress für den gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus entwickelt.

Kongresshistorie

Gestaltung und Ablauf

„Autonom“ bedeutet, dass hinter dem Kongress kein Verband oder Verein steht. Bei jedem Kongress gibt es ein Plenum, auf dem alle Kongressteilnehmerinnen stimmberechtigt sind. Die Vorbereitungsgruppe eines Kongress wird jeweils auf dem Kongress zwei Jahre vorher von diesem Plenum bestimmt. Die Vorbereitungsgruppe organisiert den Kongress eigenständig und selbstverantwortlich, wobei sie aber an die demokratisch gefassten Beschlüsse der vorhergehenden Kongresse gebunden ist.

Der Kongress lebt von der Vielzahl der angebotenen Veranstaltungen, bei denen es sich um Vorträge, Workshops, Exkursionen, Ausstellungen, Gruppentreffen u.v.m. handeln kann. In der Regel wird im Oktober des Vorjahres ein Call for Paper für den Kongress versandt. Der Kongress wird am Donnerstag mit dem Eröffnungsplenum eingeleitet und mit dem Abschlussplenum am Sonntag beendet.

Literatur

  • Helene Götschel: Die Geschichte des Kongresses von Frauen in Naturwissenschaft und Technik 1977 bis 1989. Schriftenreihe / NUT - Frauen in Naturwissenschaft und Technik e.V., Band 8, 2002, Talheimer, Mössingen-Talheim. ISBN 3-89376-095-4
  • Dokumentationen der Kongresse von Frauen in Naturwissenschaft und Technik erschienen im FiT-Verlag (zum Beispiel Kassel 2002 ISBN 3-933611-28-8)

Weblinks