Konrad Adolf Hallenstein

Konrad Adolf Hallenstein (* 15. Januar 1835 in Frankfurt am Main; † 28. September 1892 im Sanatorium Purkersdorf) war ein deutscher Schauspieler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Konrad Adolf Hallenstein war der Sohn des Regisseurs und Possendichters Ernst Hallenstein († 1881)[1]. Er erhielt seine Schauspielausbildung in Frankfurt und Hamburg, ehe er 1852 am Stadttheater Frankfurt am Main in der Rolle des Raoul in der Jungfrau von Orleans debütierte. Danach spielte Hallenstein 1856 in Hamburg, 1857 in Königsberg und 1858 in Aachen. In diesem Jahr wurde er (bis 1. Mai 1870)[1] Mitglied des Deutschen Landestheaters in Prag, er gastierte daneben aber auch in anderen Städten.

Hallenstein gehörte von 1871 bis zum 13. November 1890 dem Burgtheater in Wien an, in dem er ab 1874 sehr viel beschäftigt war. So spielte er beispielsweise im Jahr 1877 an 156 Tagen im Jahr. Er wirkte sowohl bei der Abschiedsvorstellung 1888 im alten Haus des Burgtheaters (in der Rolle des Königs Thaos in Goethes Iphigenie auf Tauris) als auch in der ersten Vorstellung im neuen Haus des Burgtheaters am 14. Oktober mit.

Hallenstein war ab 1859 unter dem Namen Höllenstein das Tausendguldenkraut in Prag einer der Gründer der Schlaraffia. In Wien zählte er 1877 zu den Mitbegründern der Schlaraffia Vindobona.

1890 trat Hallenstein wegen Gedächtnisschwäche in den Ruhestand[1] und zog, in der Hoffnung auf Linderung seines Leidens, nach Baden bei Wien[Anm. 1] in eine gemäß seinem Auftrag erbaute Villa (Helenenstraße 20)[2].

Am 27. September 1892 wurde der k. u. k. Hofburgschauspieler völlig irrsinnig und mußte in die Privatheilanstalt des Dr. Löwy in Purkersdorf gebracht werden[3] – wo er einen Tag später verstarb[4]. Er wurde am 30. September des Jahres auf dem Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf (Gruppe 24, Nr. 35) in Wien bestattet.

Katharina (auch: Käthi) Hassel (1837–1905), Tochter des Komikers[5] Friedrich B. Hassel[Anm. 2] und bis 1870 Sängerin/Schauspielerin am Deutschen Theater Prag,[6] war die Ehefrau Hallensteins, der gemeinsame Sohn, Adolf Hallenstein, Sekretär am Stadttheater Baden[7]

Ehrungen

Literatur

Einzelnachweise

  1. a b c Eisenberg: Großes biographisches Lexikon, S. 389
  2. Bettina Nezval: Villen der Kaiserzeit. Sommerresidenzen in Baden. 2., erweiterte Auflage. Berger, Horn/Wien 2008, ISBN 978-3-85028-476-9, S. 123.
  3. Local-Nachrichten. Schauspieler Hallenstein irrsinnig.. In: Badener Bezirks-Blatt, 29. September 1892, S. 3 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bbb
  4. Local-Nachrichten. Hallenstein †. In: Badener Bezirks-Blatt, 1. Oktober 1892, S. 3 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bbb.
  5. a b Kleine Chronik. (…) † Conrad Hallenstein. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 10093/1892, 29. September 1892, S. 4, Mitte unten. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  6. Anton Bettelheim (Hrsg.), Georg Wolff: Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog. Band 10/11, ZDB-ID 217208-2. Reimer, Berlin 1907, S. 448.
  7. Lokal-Nachrichten. Todesfälle. In: Badener Zeitung, 1. Februar 1905, S. 2, oben links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/bzt.

Anmerkungen

  1. Bis 1891 war Hallenstein in Wien-Josefstadt, Landesgerichtsstraße 18 als wohnhaft gemeldet. – Siehe: Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger. Band 1891, Teil 3, S. 504. Online.
  2. * 23. April 1815 in Spangenberg, † 29. September 1884 in Prag, wo er bis 1882 am Deutschen Theater wirkte. – Oscar Teuber: Geschichte des Prager Theaters. Band 3: Vom Tode Liebich’s, des größten Prager Bühnenleiters, bis auf unsere Tage (1817–1887). Haase, Prag 1888, passim.