Konstantin Höß

Konstantin Höß

Konstantin Höß (* 25. April 1903 in Prag; † 20. März 1970 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Politiker (NSDAP).

Leben und Wirken

Höß schloss sich in den frühen 1930er Jahren der Sudetendeutschen Partei (SdP) Konrad Henleins an. In dieser übernahm er unter anderem Aufgaben als Sekretär des Parlamentarischen Klubs der Abgeordneten und Senatoren der SdP. Nach dem deutschen Einmarsch in der sog. Rest-Tschechei 1939 wurde Höß mit dem Amt des NSDAP-Kreisleiters in Prag betraut.

Höß trat am 28. Februar 1940 im Nachrückverfahren für den vorzeitig ausgeschiedenen Abgeordneten Gustav Adolf Oberlik als Abgeordneter in den nationalsozialistischen Reichstag ein, dem er bis zum Ende der NS-Herrschaft im Frühjahr 1945 als Vertreter des Sudetenlandes angehörte.

Am 1. Februar 1942 wurde Höß als Kreisleiter in Prag abgesetzt. Reinhard Heydrich begründete dies mit „ideenmäßiger Herkunft des Höß aus einem letztlich nicht nationalsozialistischen, sondern aus einem schein-völkischen intellektuellen Kreis“. Vom Februar 1942 bis 1945 amtierte er stattdessen als Direktor der Zentralbank der Genossenschaften für Böhmen und Mähren.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Höß Vorstandsmitglied des Witikobundes, seit 1968 Geschäftsführer des Verbandes heimatvertriebener Verleger e.V. Zudem engagierte er sich in der Vertriebenenpartei GB/BHE, für die er bei der Bundestagswahl 1957 erfolglos im Bundestagswahlkreis Frankfurt am Main III und auf der hessischen Landesliste kandidierte.

Schriften

  • Die SdP im Parlament. Ein Jahresbericht. Im Auftrage des parlamentarischen Klubs der SdP und der KdP Zusammengestellt, 1935.
  • Die SdP im Parlament. Ein Jahresbericht 1935/36. […] im Auftrag der Hauptleitung und des Vorstandes des parlamentarischen Klubs der SdP und der KdP zusammengest., 1937.

Literatur

  • Joachim Lilla u.a.(Bearbeiter): Statisten in Uniform. Die Mitglieder des Reichstags 1933-1945, Düsseldorf 2004, S. 253. ISBN 3-7700-5254-4.
  • Ernst Kienast (Hg.): Der Großdeutsche Reichstag 1938, IV. Wahlperiode, R. v. Decker´s Verlag, G. Schenck, Ausgabe Juni 1943, Berlin