Konzert Mozarts am 23. März 1783

Das Konzert Mozarts am 23. März 1783 wurde im alten Wiener Burgtheater unter der Leitung und Mitwirkung Wolfgang Amadeus Mozarts gegeben. Es wurden eigene Kompositionen verschiedener Gattungen gespielt, Mozart leitete das Konzert vom Klavier aus. Es handelte sich um eines von sechs Konzerten, die Mozart in der ersten Hälfte des Jahres 1783 in Wien gab, zugleich um seine erste eigene Akademie in diesem Saal, die Mozarts Etablierung als freischaffender Musiker markierte.[1]

Inhaltsverzeichnis

Programm

Seit Mozart nach Wien gezogen war, gab er jährlich zur Fastenzeit vor Ostern musikalische Akademien. In der Fastenakademie am 23. Januar 1782 hatte er Stücke aus Idomeneo, das Klavierkonzert D-Dur KV 175 mit dem neu komponierten Rondo KV 382 und eine freie Phantasie gespielt. Dieses Konzert und insbesondere der Rondosatz stießen beim Publikum auf große Begeisterung, woraufhin Mozart im Mai des Jahres zusammen mit dem Konzertveranstalter Philipp Jakob Martin die Augartenkonzerte ins Leben rief.[2]

In der Fastenakademie am 23. März des Jahres 1783 wurden ausschließlich Kompositionen Mozarts gegeben. Darunter befand sich die Uraufführungen der Neufassung der „Haffner“-Sinfonie, die in zwei Hälften aufgeteilt war, welche das Programm einrahmten. Auch das Klavierkonzert in C-Dur KV 415 wurde hier das erste Mal aufgeführt.[3] Das Klavierkonzert und Rondo in D-Dur setzte Mozart auch diesmal auf das Programm.

Mozart hatte drei mit ihm bekannte Sänger als Solisten gewinnen können: die Sopranistinnen Aloisia Lange und Therese Teyber sowie den Tenor Valentin Adamberger. Mozart hatte bereits am 11. März die Akademie seiner Schwägerin Lange unterstützt. Er führte dort seine Pariser Sinfonie D-Dur KV 297 und eines seiner Klavierkonzerte auf, dessen Rondo als Zugabe wiederholt werden musste. Bei Teyber bedankte sich Mozart, indem er eine Woche später am 30. März auf ihrer eigenen Akademie erneut das Klavierkonzert C-Dur KV 415 sowie eine solistische Improvisation spielte.[4]

In einen Brief an seinen Vater Leopold Mozart vom 29. März 1783 hatte Mozart das folgende Programm seiner Akademie dargelegt:

„Haffner“-Sinfonie, D-Dur (KV 385)

01. Allegro con spirito
02. Andante

Idomeneo, Rè di Creta (KV 366)

03. Ilia: Se il padre perdei, gesungen von Aloisia Lange

Klavierkonzert Nr. 13, C-Dur (KV 415)

04. Allegro
05. Andante
06. Allegro

Arie für Sopran (KV 369)

07. Misera, dove son!-Ah! Non son’io che parlo, gesungen von Valentin Adamberger

„Posthorn“-Serenade, D-Dur (KV 320)

08. Concertante-Andante grazioso

Klavierkonzert Nr. 5, D-Dur (KV 175)

09. Allegro
10. Andante ma un pocco adagio

Rondo für Klavier und Orchester, D-Dur (KV 382)

11. Rondo

Lucio Silla (KV 135)

12. Giunia: Parto, m’affretto, gesungen von Therese Teyber
13. An dieser Stelle spielte Mozart „alleine eine kleine Fuge, weil der kayser da war“ (nicht bekannt)

6 Variationen für Klavier (im Konzert improvisiert) (KV 398)

14. Salve tu, Domine aus der Oper I filosofi immaginarii von Giovanni Paisiello

10 Variationen für Klavier (KV 455)

15. Unser dummer Pöbel meint über ein Thema aus der Oper La Rencontre imprévue von Christoph Willibald Gluck

Arie für Sopran (KV 416)

16. Rondo: Mia speranza adorata! – Ah, non sai, qual pena sia il doverti, gesungen von Aloisia Lange

„Haffner“-Sinfonie, D-Dur (KV 385)

17. Menuetto & Presto

Erfolg des Konzerts

Gemäß dem Konzertbericht in der von Carl Friedrich Cramer in Hamburg herausgegebenen Zeitschrift Magazin der Musik galten Mozarts Kompositionen damals als sehr beliebt. Das Konzert war ausverkauft und wurde ein finanzieller und künstlerischer Erfolg.

Unter den Zuhörern war auch Kaiser Joseph II., der als Eintrittsgeld im Voraus 25 Dukaten hatte zahlen lassen, was 112 Gulden, 30 Kreuzer entsprach. Das Magazin der Musik schätzte, dass Mozart insgesamt 1600 Gulden einnahm,[5] aus denen er aber die Kosten des Konzertes zu bestreiten hatte.

Mozart schildert im eingangs erwähnten Brief den Erfolg seiner Academie folgendermaßen:

„Ich glaube es wird nicht nöthig seyn ihnen viel von dem erfolg meiner academie zu schreiben, sie werden es vielleicht schon gehört haben. Genug; das theater hätte ohnmöglich völler seyn können, und alle logen waren besezt. – das liebste war mir, daß seine Mayestätt der kayser auch zugegen war, und wie er vergnügt war, und was für lauten beyfall er mir gegeben; …“

Der Kaiser wohnte daraufhin am 30. März auch der Akademie von Therese Teyber bei.

Wiederaufführungen

Das Konzertprogramm ist in jüngerer Zeit gelegentlich wieder aufgeführt worden. So spielten am 27. Januar 1991 die New Yorker Philharmoniker unter der Leitung von Zubin Mehta in der Avery Fisher Hall. Sie eröffneten damit ein Mozart-Festival, welches das Lincoln Center aus Anlass des 200. Geburtstages von Mozart veranstaltete, und in dessen weiterem Verlauf sämtliche seiner Kompositionen aufgeführt werden sollten.[6] Am 6. Februar 2006 wurde das Programm vom Orchestre de Chambre de Lausanne mit der Sopranistin Rachel Harnisch unter Leitung des Pianisten Christian Zacharias in einer Veranstaltung der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien im Wiener Musikverein gespielt.[7]

Anmerkungen

  1. Mozart-Chronik für das Mozart-Handbuch des Laaber-Verlages, zusammengestellt von Claudia M. Knispel (pdf-Download)
  2. Eduard Hanslick (1867): Wiener Virtuosenconcerte im vorigen Jahrhundert, Seite 266
  3. Christoph Wolff (Hrsg.): Neue Mozart-Ausgabe, Werkgruppe 15: Konzerte für ein oder mehrere Klaviere und Orchester, Band 3. Bärenreiter, Kassel 1976, Seite X.
  4. Brief Mozarts an seinen Vater vom 12. April 1783
  5. Sebastian Rother (2006): „Wünsche nur, dass alles nach Ihrem Geschmacke seye.“
  6. Peter G. Davis: Mozart Express, in New York Magazin, Nr.3, 21. Januar 1991, ISSN 0028-7369, Seite 72
  7. Konzertprogramm der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien

Quelle

  • Eduard Hanslick, Wiener Virtuosenconcerte im vorigen Jahrhundert, in: Verein für Landeskunde von Niederösterreich: Jahrbuch für Landeskunde von Niederösterreich, 1867, S. 239-281

Weblinks