Kremsierer Eisenbahn

Das Streckennetz der Kremsierer Eisenbahn

Die Actien-Gesellschaft der priv. Kremsierer Eisenbahn war eine staatlich garantierte Lokalbahn-Aktiengesellschaft im heutigen Tschechien. Die Strecken der Gesellschaft befanden sich in Mähren um die Stadt Kroměříž (Kremsier). Die Gesellschaft ging 1888 in der k.k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn (KFNB) auf.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Am 7. September 1880 erhielt die Stadtgemeinde Kremsier „im Vereine mit Johann Troltsch, Adalbert Schipek, Leopold Kampf und Dr. Willibald Wilschuh...das Recht zum Baue und Betriebe einer als normalspurige Localbahn auszuführenden Locomotiveisenbahn von der Station Hullein der ausschl. priv. Kaiser Ferdinand-Nordbahn nach Kremsier“ erteilt. Grundlage der Konzession war das Eisenbahnkonzessionsgesetz vom 14. Dezember 1854 und das Gesetz, betreffend die Zugeständnisse und Begünstigungen für Localbahnen vom 25. Mai 1880. Die Konzessionäre wurden verpflichtet, den Bau der Strecke sofort zu beginnen und binnen sechs Monaten fertigzustellen. Darüber hinaus enthielt die Konzessionsurkunde die Festlegung, dass „die Fahrbetriebsmittel, Schienen und sonstigen Bahnbestandteile, sowie alle Ausrüstungsgegenstände...ausschließlich aus inländischen Werken zu beschaffen“ sind.[1] Am 1. Dezember 1880 wurde die Strecke eröffnet. Den Betrieb führte die KFNB auf Rechnung der Kremsierer Eisenbahn aus.

Am 4. August 1881 erhielt die Kremsierer Eisenbahn die Konzession zur Fortführung ihrer Strecke nach Zborowitz (Zborovice).[2] Am 24. Oktober 1881 wurde diese Streckenerweiterung in Betrieb genommen.

Eine weitere Streckenerweiterung wurde kurz darauf noch von Hullein in östlicher Richtung nach Bistritz am Hostein (Bystřice pod Hostýnem) geplant. Die Konzession dafür wurde am 26. Februar 1882 erteilt.[3] Am 24. September 1882 (Hullein–Holleschau) bzw. 15. November 1882 (Holleschau–Bistritz am Hostein) wurde die Strecke eröffnet.

Ab dem 15. September 1883 führte die Kremsierer Eisenbahn ihren Betrieb selbst aus.

Am 1. Januar 1887 ging die Betriebsführung wieder an die KFNB über.

Am 1. Juni 1888 wurde die Kremsierer Eisenbahn Teil der KFNB und als eigenständige Gesellschaft aufgelöst. Gleichzeitig eröffnete die KFNB die Neubaustrecken Kojetin–Kremsier und Bistritz am Hostein–Frydek-Mistek als Teil einer neuen durchgehenden Hauptbahnverbindung („Städtebahn“), in welche die ehemaligen Lokalbahnen der Kremsierer Eisenbahn integriert wurden.

Strecken

Lokomotiven

Die Kremsierer Eisenbahn besaß insgesamt sechs Lokomotiven, die von den österreichischgen Herstellern Lokomotivfabrik Floridsdorf und Lokomotivfabrik Wiener Neustadt geliefert worden waren. Eine Besonderheit war die Lokomotive FÜRSTENBERG, die zusätzlich ein kleines Gepäckabteil und die Möglichkeit zur Einmannbedienung besaß. Alle Lokomotiven kamen noch zur KFNB. Bis 1926 wurden sie ausgemustert und verschrottet. Für die Nachwelt blieb keine museal erhalten.[4][5]

Lokomotiven der Kremsierer Eisenbahn
Name Hersteller Bauart Baujahr KFNB-Nr. kkStB-Nr. Verbleib Ausmusterung
FÜRSTENBERG Floridsdorf A1-n2t 1880 901 3.002 - 1912
KROMĚŘÍŽ Wiener Neustadt B-n2t 1881 902 85.10 - 1921
FREIBERG Floridsdorf B-n2t 1881 903 - - 1908
ZBOROWITZ Floridsdorf C-n2t 1881 904 - - 1895
HOLEŠOV Floridsdorf C-n2t 1881 905 93.11 ČSD 300.101 1926
BISTRITZ A. H. Floridsdorf C-n2t 1883 906 93.12 PKP Tkh11-1 bis 1925

Literatur

  • Zdeněk Hudec u.a.: Atlas drah České republiky 2006-2007. 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha 2006, ISBN 80-87047-00-1

Einzelnachweise

  1. Reichsgesetz für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 30. Juli 1880
  2. Reichsgesetz für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 4. August 1881
  3. Reichsgesetz für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder vom 26. Februar 1882
  4. Jindřich Bek, Zdeněk Bek: Encyklopedie železnice - Parní lokomotivy [1]. Nakladatelství corona, ISBN 80-86116-13-1 , S. 50
  5. Übersicht der Lokomtiven der Kremsierer Bahn auf www.pospichal.net