Krumbach (Niederösterreich)

Krumbach
Wappen von Krumbach
Krumbach (Niederösterreich) (Österreich)
Krumbach (Niederösterreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Wiener Neustadt-Land
Kfz-Kennzeichen: WB
Hauptort: Krumbach-Markt
Fläche: 43,93 km²
Koordinaten: 47° 31′ N, 16° 12′ O47.52416666666716.191944444444533Koordinaten: 47° 31′ 27″ N, 16° 11′ 31″ O
Höhe: 533 m ü. A.
Einwohner: 2.252 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 51,26 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2851, 2852, 2853, 2871
Vorwahl: 02647
Gemeindekennziffer: 3 23 15
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktstraße 17
2851 Krumbach
Website: www.krumbach-noe.at
Politik
Bürgermeister: Freiler Josef (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(21 Mitglieder)
17
2
2
17 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
  • ÖVP: 17
  • SPÖ: 2
  • BHH Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel: 2
Lage der Marktgemeinde Krumbach im Bezirk Wiener Neustadt-Land
Bad Erlach Bad Fischau-Brunn Bad Schönau Bromberg Ebenfurth Eggendorf Felixdorf Gutenstein Hochneukirchen-Gschaidt Hochwolkersdorf Hohe Wand Hollenthon Katzelsdorf Kirchschlag in der Buckligen Welt Krumbach Lanzenkirchen Lichtenegg Lichtenwörth Markt Piesting Matzendorf-Hölles Miesenbach (Niederösterreich) Muggendorf Pernitz Rohr im Gebirge Schwarzenbach Sollenau Theresienfeld Waidmannsfeld Waldegg Walpersbach Weikersdorf am Steinfelde Wiesmath Winzendorf-Muthmannsdorf Wöllersdorf-Steinabrückl Zillingdorf Wiener Neustadt NiederösterreichLage der Gemeinde Krumbach (Niederösterreich) im Bezirk Wiener Neustadt-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Krumbach
Krumbach
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Krumbach ist eine Marktgemeinde mit 2252 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Süden von Niederösterreich im Herzen der Buckligen Welt.

Inhaltsverzeichnis

Erklärung des Ortsnamens

Ursprünglich Gewässername mit der Bedeutung "in Windungen verlaufender Bach". Urkundlich: 1182 Chrumpach.

Geschichte

Funde aus der Steinzeit, der Bronzezeit und der Römerzeit deuten aber daraufhin, dass die Gegend schon damals besiedelt war. Ab Mitte des 9. Jahrhunderts gibt es erste christliche Gemeinden.

Im Jahre 1182 wird Krumbach das erste Mal urkundlich erwähnt. Eine Traditionsnotiz aus der Regierungszeit Ottokars IV. erwähnt als Zeugen einen „Gerhardus de Chrumpach”. Der erste Sitz dieses Krumbacher-Geschlechtes war aber nicht die jetzige Burg, sondern eine Befestigung auf dem so genannten „Schmelzriegel”. Mitte des 13. Jahrhunderts wird die heute noch bestehende Burganlage errichtet.

1394 übertrug der letzte Krumbacher Hans von Chrumbach die Burg seinem Onkel Pilgrim von Puchheim. Die Puchheimer herrschten bis ins 17. Jahrhundert und erhielten 1462 auch das Landgericht mit Stock und Galgen.

Unter Erasmus von Puchheim (1518-1571), der auch die Erasmuskirche und das Bürgerspital (heute Teil des Museumsdorfes) errichtete, kam es Mitte des 16. Jahrhunderts zum schlossartigen Ausbau der Burg mit den Vorwerken, so wie sie sich heute noch darstellt.

Nach den Puchheimern war von 1664 bis 1875 das ungarische Adelsgeschlecht der Pálffys Besitzer von Schloss Krumbach. Im 17. und 18. Jahrhundert brachten die Türken, die Kuruzen, die Pest und die Cholera – eine schwere Zeit für die Krumbacher Gegend. Seit dem 17. Jahrhundert gibt es auch Berichte über das Schulwesen in Krumbach.

Die „Herrschaft Krumbach” hat im Revolutionsjahr 1848 ihr Ende gefunden, in Kirchschlag wurde ein staatliches Bezirksgericht eingerichtet und 1854 wurden „Markt” und „Amt” (Streusiedlungen) eine Marktgemeinde nach dem Gemeindegesetz von 1849.

1884 wird die Freiwillige Feuerwehr Krumbach gegründet. Das Schloss Krumbach kommt in bürgerlichen Besitz, der des Öfteren wechselt, bis es Anfang der 1990er-Jahre zu einem Schlosshotel umgebaut wurde.

Von 1854 bis 1938 gab es in Krumbach eine kleine jüdische Gemeinde. Im Hof des heutigen Gemeindeamts erinnert eine Gedenktafel an das jüdische Bethaus.

Seit 1945 hat sich Krumbach zu einer modernen Fremdenverkehrsgemeinde mit allen kommunalen Einrichtungen entwickelt.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Religion

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 95,0 % der Einwohner römisch-katholisch und 1,2 % evangelisch. 0,3 % sind Muslime, 0,4 % gehören orthodoxen Kirchen an. 2,5 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
79,64 %
(+1,74 %p)
11,07 %
(-7,74 %p)
9,28 %
(n. k.)
keine
(-3,29 %p)
BHH Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Kürzel
Sonst.
2005

2010


Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 17 Liste ÖVP
  • 2 SPÖ
  • 2 BHH (Bürger mit Herz und Hirn), Neutrale Bürgerliste in Krumbach
Krumbach und seine nördliche Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Bürgermeister seit 1945

1945 Anton Schwarz
1945–1946 Johann Gebhart
1946–1950 Ernst Bauer
1950–1963 Florian Freiler
1963–1979 Ernst Blochberger
1979–1990 Friedrich Gamauf
1990–1995 Otmar Gebhart
1995–2007 Friedrich Trimmel
2007– Josef Freiler

Wappen

Blasonierung: Im roten Schild ein aufsteigender rechtsgewendeter silberner Löwe mit einer Kette um den Hals.

Als Vorlage diente das Wappen der Herren von Krumbach, das in einem Siegel vom Jahre 1291 aufscheint. Als Marktwappen wird dieses Siegelwappen seit 19. Jänner 1957 geführt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Krumbach
Rokoko-Pfarrhof
Erasmuskirche

Bauwerke

Parks

  • Abrahampark
  • Holzerpark

Naturdenkmäler

  • Steinkreis

Sport

  • Freibad, Hallenbad[1], Sauna, Dampfbad
  • Fußballplatz
  • 4 Tennisplätze
  • Volleyballplatz
  • Asphalt- und Eisstockbahnen
  • 2 Natureislaufplätze
  • Squashplatz
  • Tennishalle (2 Plätze)
  • Solarium
  • umfangreiches Rad- und Wanderwegenetz
  • permanente Mountainbike-Strecken

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mountainbike-Marathon
  • Zeltfeste und Bälle der Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Öffentliche Einrichtungen

  • Katholische Kirche
  • Kloster (Kongregation Schwestern der Armenfürsorge)
  • Pfarr- und Gemeindebücherei
  • Praktischer Arzt
  • Zahnarzt
  • Augenarzt
  • Tierarzt
  • Ortsstelle des Roten Kreuzes
  • Freiwillige Feuerwehren (FF Weißes Kreuz, FF Krumbach)

Bildung

  • Hauptschule Krumbach
  • Musikschulverband Bucklige Welt – Süd
  • NÖ Landeskindergarten Krumbach
  • Polytechnische Schule
  • Volksschule Krumbach

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

  • Othmar Zaoralek (7. Juli 1870–29. April 1964), Volksschullehrer, Träger des Ehrenringes der Marktgemeinde Krumbach.
  • Friedrich Gamauf (1921–2005), Unternehmer, Ehrenbürger und Ehrenringträger, Goldenes Ehrenzeichen von Niederösterreich und päpstlicher Orden "Bene Merenti"

Söhne und Töchter

  • Franz Blochberger (* 1942), Landesrat im Ruhestand, Ökonomierat
  • Robert Holzbauer, (* 1956), Historiker, Leiter der Provenienzforschung des Leopold Museums in Wien
  • Alois M. Holzer (* 1976), Meteorologe, Betreiber der privaten Klimastation Krumbach, ORF "Wetterfrosch"

Literatur

  • Moritz Alois Becker: Aus dem Leben eines Edelmannes im XVI. Jahrhundert. In: Verstreute Blätter. Konegen, Wien 1880, S. 172–206 (Digitalisat, ab PDF-Seite 89)

Weblinks

 Commons: Krumbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.stadtwerke-krumbach.de/index.php?id=12