Kuchl

Kuchl
Wappen von Kuchl
Kuchl (Österreich)
Kuchl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Hallein
Kfz-Kennzeichen: HA
Fläche: 47,12 km²
Koordinaten: 47° 38′ N, 13° 9′ O47.62777777777813.147222222222468Koordinaten: 47° 37′ 40″ N, 13° 8′ 50″ O
Höhe: 468 m ü. A.
Einwohner: 6.854 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 145,46 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5431
Vorwahl: 06244
Gemeindekennziffer: 5 02 07
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Markt 172
5431 Kuchl
Website: www.kuchl.net
Politik
Bürgermeister: Andreas Wimmer (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
14 ÖVP, 5 SPÖ, 3 UL-LK : Unabhängige Liste - Lebenswertes Kuchl, 1 FPÖ, 2 FLK-BZÖ : Freie Liste Kuchl - Bündnis Zukunft Österreich
Lage der Marktgemeinde Kuchl im Bezirk Hallein
Abtenau Adnet Annaberg-Lungötz Bad Vigaun Golling an der Salzach Hallein Krispl Kuchl Oberalm Puch bei Hallein Rußbach am Paß Gschütt Sankt Koloman Scheffau am TennengebirgeLage der Gemeinde Kuchl im Bezirk Hallein (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Marktplatz Kuchl
Marktplatz Kuchl
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Kuchl ist eine Gemeinde mit 6854 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Salzburger Land im Bezirk Hallein in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde liegt im Tennengau im Salzburger Land am Fuße des Hohen Gölls. Das Ortsgebiet wird von der Salzach durchflossen.

Ortschaften der Gemeinde sind: Garnei, Gasteig, Georgenberg, Jadorf, Kellau, Kuchl (Hauptort, früher: Markt), Moos, Unterlangenberg und Weißenbach.

Die Gemeinde wird in fünf Katastralgemeinden gegliedert, Georgenberg, Jadorf, Kellau, Kuchl, Weissenbach.

Nachbargemeinden

Hallein Bad Vigaun
Eck (Gemfr. Geb., BY, DE) Nachbargemeinden Sankt Koloman


Schönau am Königssee (Lkr. Bgd.Ld., BY, DE) Golling an der Salzach Scheffau am Tennengebirge

Geschichte

Der Ort hat römische Wurzeln (Cucullae, Cucullis).

997 führte ein Tauschvertrag des Kuchler Dienstmannes Gezo mit dem Erzbischof von Salzburg zur Errichtung einer Mutterpfarre in Kuchl und schließlich zur Einrichtung einer Grafschaft samt Landgericht, das bis Mitte des 15. Jahrhunderts existierte. Gegen 1380 erfolgte die Erhebung Kuchls zum Bannmarkt. 1850 wurde aus den Steuergemeinden Kuchl, Georgenberg, Kellau, Unterlangenberg und Weißenbach die politische Marktgemeinde Kuchl gebildet.

Bekannt ist Kuchl auch durch die Vita Sancta Severini mit dem dort beschriebenen Kerzenwunder des Heiligen Severin.

Politik

Gemeindepartnerschaften

Wappen

Das Wappen der Gemeinde ist: "In Blau auf grünem Boden ein nach rechts springender naturfarbener Hirsch." Verleihung: 26. Juli 1930

Wirtschaft und Verkehr

Kuchl ist durch den hohen Anteil an Sägewerks-, Zimmerei- und Tischlereibetrieben als "Holzgemeinde" bekannt. Folgende Unternehmen sind von Bedeutung:

  • Delino GmbH (Reinigungsunternehmen)
  • Döllerer Vinothek
  • elastica, Hersteller von Matratzen
  • Emcotest, Erzeuger von Härteprüfgeräten
  • graph-ix, Agentur für Fotografie und Grafikdesign
  • Holz Stefl
  • Kaspar Kaindl GMBH, Sägewerk
  • Kässbohrer Hersteller von Pistengeräten
  • MSH Maschinenbau
  • Moldan (Erste Salzburger Gipswerksgesellschaft Christian Moldan KG)
  • Neureiter Maschinen
  • UNTHA Shredding Technology, Zerkleinerungsmaschinen
  • Wimmer Holz

Kuchl liegt direkt an der Tauernbahn und ist mit der Linie S3 der S-Bahn Salzburg gut von der Landeshauptstadt Salzburg zu erreichen. Die Tauernautobahn A10 sowie die Bundesstraße B159 verlaufen durch das Gemeindegebiet.

Bildung

Das Holztechnikum Kuchl umfasst neben der

  • HTL für Betriebsmanagement / Holzwirtschaft und der Fachschule für Holzwirtschaft und Sägetechnik die
  • Landesberufsschule sowie
  • drei Fachhochschul-Studiengänge im Bereich der Holzwirtschaft (Holztechnologie und Holzbau, Baugestaltung - Holz, Holztechnik und Holzwirtschaft) sowie den
  • Studiengang Design und Produktmanagement (DPM) und eine
  • Private Schule für Einrichtungsberater

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kuchl, Kirche
  • Pfarrkirche hll. Maria und Pankraz mit Totenkapelle und Ölbergkapelle [1]
  • Pfarrhof, im Kern von 1565 [1]
  • Wegkapelle in Unterlangenberg [1]
  • Ölbergkapelle Unterlangenberg [1]
  • Barockes Kruzifix an der Hauptstraße [1]
  • Relief Predigt des hl. Severin an der Salzachbrücke von Josef Zenzmaier aus 1960 [1]
  • Marktbrunnen vor dem Gemeindeamt von Josef Zenzmaier aus 1979 [1]
  • Figur hl. Severin auf der Taugl-Brücke von Hans Pacher aus 1954 [1]
  • Figur Hirte an der Straße nach St. Koloman von Max Rieder aus 1973 [1]
  • Häuser, Bauernhöfe [1]
  • Grenzstein am Ecker Sattel aus 1818 mit KBG (Königlich Bayerische Grenze) und KKOEG (Kaiserlich Königlich Österreichische Grenze) [1]
Georgenberg
  • Filialkirche hl. Georg auf dem Georgenberg [2]
  • Barocker Bildstock mit Zeltdach mit Figur kniender Schmerzensmann [2]
  • Bauernhöfe [2]
Weiters nennenswert
  • Volksschule, von Architekt Gerd Wittfeld
  • Fachhochschule, Bauteil 2, der Architekten Dietrich Untertrifaller
  • Sägehalle, von Architekt Paul Schweizer

Museum

Das örtliche Museum[3] wird vom Museumsverein Kuchl betrieben und zeigt jährlich Sonderschauen. 2009 und 2010 lief die Ausstellung Keramik und Hafnerei. 2011 wird die Sonderschau Der Göll gezeigt.

Dauernd werden Objekte der Vergangenheit, Grabungsfunde und Gebrauchsgegenstände gezeigt. Schwerpunkte sind das Bruderschaftswesen und die Römerzeit, sowie das Zunftwesen.

Naturdenkmäler

  • Der Gollinger Wasserfall bildet die Gemeindegrenze zwischen Golling und Kuchl. Der Gollinger Wasserfall wurde vom Gollinger Ortsteil Torren aus für Besucher durch Steiganlagen erschlossen. Der Schleierfall im Ortsteil Unterweißenbach ist ein weiteres Naturdenkmal.
  • Freimoos
  • Georgenberg
  • Kaiserlinde
  • Kühschwalb, am Fuße des Hohen Gölls
  • Modermühle (Unterlangenberg)

Sport

Bekannt ist Kuchl als Hochburg im Tischtennissport, auch mit dem Gewinn der Österreichischen Staatsmeisterschaft. Viermal wurde der Titel gewonnen, wobei Gottfried Bär und Heinz Hiegelsberger die herausragenden Spieler des Vereins waren. Beliebt bei Flußsurfern und Kajakfahrern ist der Kuchler Schwall in der Salzach.

Der Schusterjahrtag

Am ersten Montag nach Maria Geburt wird in Kuchl der Schusterjahrtag gefeiert. Es ist ein Feiertag für alle Beschäftigten und Ihre Arbeitgeber in den Kuchler Betrieben. Heutzutage feiern alle Lehrlinge mit Ihren Lehrherren in Kuchl. An diesen Tag versammeln sich alle vor der Zunftherberge (Goldene Stiege) und marschieren in die Kirche. Darauf marschieren sie durch den Markt. Der Festzug wird vom Zunftvater angeführt. Dieser trägt das Zunftkreuz. Dahinter marschieren die Fahnenträger mit der Zunftfahne. Anschließend findet in der Herberge die Jahreshauptversammlung statt. Dort werden die ausgelernten Lehrlinge freigesprochen: Der Zunftvater überreicht ihnen den Gesellenbrief. Auch neue Meister werden in die Zunft aufgenommen. Benannt wird der Jahrtag in Kuchl nach den Schustern, die bis zum Jahr 1896 in der Herberge freigesprochen wurden.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde:

  • Helmut Eichholzer (* 1975), dreifacher österreichischer Staatsmeister im Paragleiten
  • Karin Köllerer (* 1970), Skirennläuferin
  • Georg Lienbacher (1822–1896), Jurist und Politiker
  • Jakob Matthias Lienbacher (1807–1884), Pastoraltheologe und Domdechant
  • Georg Lienbacher (* 1961), Mitglied des Verfassungsgerichtshofes
  • Johann Lienbacher (1818–1893), Priester und Bergwerksbesitzer
  • Nikolaus Lienbacher (1809–1872), Priester
  • Daniela Wimmer (* 1977), Sängerin
  • Josef Zenzmaier (* 1933), Bildhauer

Personen mit Bezug zur Gemeinde:

  • Roland Adrowitzer (* 1957 Hallein), ORF-Redakteur
  • Gottfried Bär (* 1952 Hallein), mehrfacher österreichischer Staatsmeister im Tischtennis
  • Lisa Kaltenegger (* 1977 Hallein), Astrophysikerin
  • Joseph Mohr (1792–1848), Textdichter des Weihnachtsliedes Stille Nacht, heilige Nacht, 1819 in Kuchl tätig

Ehrenbürger:

  • Josef Eichriedler, Gendarm, Bürgermeister
  • Matthias Eisl, Pfarrer von 1903–1931
  • Franz Esthofer, Pfarre in Kuchl von 1950–1967
  • Hans Faistauer, Sprengelarzt von 1922–1951
  • Josef Hainacher, Vizebürgermeister
  • Peter Hofer, Bürgermeister von 1959–1969
  • Johann Hönegger, Pfarrer ab 1967
  • Max Huber, Bürgermeister 1938–1940
  • Hans Lechner (1913–1994), Agrarwissenschaftler und Politiker (ÖVP)
  • Carl-Eberhard Moldan, Industrieller
  • Wilhem Nemetz, Volkschuldirektor von 1954–19.0
  • Michael Neureiter (1877–1941), Salzburger Landeshauptmann-Stellvertreter (CSP)
  • Arno Reischenböck, Bezirkshauptmann
  • Karl Rettenbacher, Hauptbrandmeister
  • Christian Schaber, Sprengelarzt
  • Georg Schönleitner, Schwalberbauer
  • Josef Seiwald, Gastwirt
  • Johann Siller, Bürgermeister von 1945-195.
  • Dominik Thalhammer, Volksschuldirektor von 1888-1917
  • Alois Winkler (1838–1925), Landeshauptmann

Bilder

Literatur

Weblinks

 Commons: Kuchl – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d e f g h i j k Dehio Salzburg 1986, Kuchl, Seiten 196 bis 200
  2. a b c Dehio Salzburg 1986, Georgenberg, Seiten 110ff
  3. Museum Kuchl