Kuefstein

Wappen derer von Kuefstein

Kuefstein ist ein österreichisches Hochadelsgeschlecht.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Familie stammte vermutlich aus Tirol, traten jedoch in Niederösterreich hervor. 1602 stiegen sie in den Freiherren-, 1634/48 beziehungsweise 1654 in den Reichsgrafenstand auf.

Zu den bedeutendsten Mitgliedern der Familie gehörte Johann Ludwig von Kuefstein (1587-1656), Sohn des Hans Georg III. von Kuefstein Freiherrn von Greillenstein (1536-1603) und der Anna von Kirchberg (1559-1615). Er war Gesandter Kaiser Ferdinands II. und Landeshauptmann von Oberösterreich.

Hans Ludwig von Kuefstein

Sein Bruder Reichsgraf Hans Ludwig von Kuefstein (*11. Juli 1582 in Greillenstein; † 27. September 1656) gehörte ebenfalls dem Hofstaat Ferdinand II. an und diente als niederösterreichischer Regimentsrat, Orator in Konstantinopel und Geheimer Rat. Hans Ludwig war in erster Ehe mit Maria Grabner von Rosenburg (1589-1623) und in zweiter Ehe mit Susanna Eleonora von Stubenberg (1602-58) verheiratet. Aus zweiter Ehe entstammten die Kinder Gottlieb, Gotthilf, Anna Dorothea, Eleonora, Constantia, Susanna Maria, Theresia, Lobgott, Ehrgott, Gottrau, Preisgott, Diengott, Gottwill, Johanna Ludwiga und Hilfgott.[1]

Bis zur Konversion (1627) Hans Ludwigs zum katholischen Glauben war die Familie protestantischen Glaubens.

Spätestens um 1700 tritt die Familie auch in Salzburg in Erscheinung. Dort lebten Hilfgott und Preisgott Grafen von Kuefstein, beides Söhne des vorgenannten Hans Ludwig Grafen von Kuefstein und der Susanna Eleonora zu Stubenberg.

Hilfgott Graf von Kuefstein (* 1643, † 13. Dezember 1713) war Geheimer Rat des Erzbischofs von Salzburg, Stadtkommandant und Kriegsratsdirektor. Er war von 1671 an mit Maria Blandina (Katharina) Gräfin von Schützen verheiratet und heiratete am 20. April 1693 in Salzburg Maria Clara Lasser von Lasseregg Freiin von Marzoll (* 23. November 1670, † 28. Juni 1746 Salzburg. Beide wurden in St. Peter in Salzburg bestattet. Deren Kinder waren:

  • Maria Anna Eleonore Ludovika (*5. Mai 1694 Salzburg, † 3. Dezember 1752 Ried im Innkreis) verh. mit Joseph Maria Freiherrn von Imsland († 1740 Regensburg)
  • Johann Joseph (* 1695, † jung)
  • Ferdinand Joseph, (* 1697, † 10. August 1720)
  • Karl Joseph Innocenz (* 4. April 1699, † 4. Juli 1741), Kanoniker in Berchtesgaden
  • Maximilian Joseph, (* 9. Dezember 1700, † 1727 Messina, Italien)
  • Maria Clara (* 14. August 1703, † 28. November 1777), Stiftsdame
  • Ernst Joseph (* 2. Mai 1706, † 4/6. März 1736), Kleriker

Preisgott I. Graf von Kuefstein (* 20. Februar 1637 oder 1746[2], † 19. Jänner 1701), zu Hartheim, Weidenholz und Anif, war salzburgischer Oberjägermeister. Er war dreimal verheiratet:

  1. (1659 Graz) mit Maria Katharina Freiin von Khüenburg (* 30. Mai 1640 Graz, † 23. August 1682), Tochter des Johann Ferdinand Freiherrn von Khüenburg und der Barbara Constantia Scheidt von Leitersdorf
  2. (1685 Braunau am Inn) mit Anna Maria Helene Susanna Freiin von Steinau († 1686 Schloss Anif)
  3. mit Eva Susanna Ottilia Hayden von Dorff (andere Angabe: von Halden)

Der ersten Ehe entstammten die Kinder:

  • Franz de Paula Ludwig (* 2. April 1679, † 1733), verh. mit Maria Anna Magdalena Gräfin von Preysing, Tochter des Johann Albert Grafen von Preysing
  • Maria Eleonora[2]
  • Maria Rosa[2]

Preisgott I. Graf von Kuefstein wurde in Linz bestattet.

Zwei Söhne des Grafen Hilfgott wurden Ritter des Ruperti-Orden: Johann Joseph Graf von Kuefstein (* 1695?, † 10. August 1720 Freiburg) wurde schon bei dessen Gründung im Jahr 1701 in den Ruperti-Ritterorden als Kleinkreuz aufgenommen. Er diente im österreichischen Regiment Harrach und starb als Fähnrich an einem Fieber.

Ernst Joseph Graf von Kuefstein (* 2. Mai 1706, † 4/6. März 1736), wurde im Jahr 1722 Rupertiritter und im Jahre 1727 ein Geistlicher.

Franz Graf Kuefstein, erbliches Mitglied des Herrenhauses von 1861-1871

Als eines von vier mediatisierten Grafenhäusern hatte die Familie einen erblichen Sitz im Herrenhaus, dem Oberhaus des österreichischen Reichsrates. Franz Graf Kuefstein war erbliches Mitglied des Herrenhauses von 1861-1871.

Besitztümer

Schloss Greillenstein

Schloss Greillenstein ist ein Renaissance-Schloss im Ort Greillenstein in der niederösterreichischen Gemeinde Röhrenbach. Es befindet sich seit 1534 im Besitz der Familie und ist der Öffentlichkeit zugänglich.[3]

Schloss Anif, Schloss Schwertberg, Burg Windegg und Schloss Hart gehörten ebenfalls zeitweilig der Familie.

Wappen

Das Familienwappen zeigt einen gekrönten Mohren, was auf die Teilnahme an einem Kreuzzug hindeutet.[4]

Einzelnachweise

  1. http://www.univie.ac.at/Geschichte/wienerhof/wienerhof2/datenblaetter/kuefstein_hl1.htm
  2. a b c geneall.net > Preisgott I., Graf von Kuefstein
  3. http://www.55plus-magazin.net/php/adelssitze_in_oesterreich_familie_kuefstein_und_schloss_greillenstein_im_waldviertel,17022,15206.html
  4. Thomas Jorda: „Ohne Dünkel“. In: Adel verpflichtet: eine Serie der NÖN. Niederösterreichische Nachrichten, 27. September 2010, abgerufen am 17. Mai 2012.

Literatur

  • Karl Graf von Kuefstein, Studien zur Familiengeschichte, 4 Bände, 1908-28
  • Franz Martin: Beiträge zur Salzburger Familiengeschichte: 39. Lasser von Lasseregg, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde Band 77 (1937) S. 135-138 (138) = Derselbe, Hundert Salzburger Familien (Verlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1946), S. 171-175.
  • Corbinian Gärtner, Geschichte und Verfassung des im Jahre 1701 für den Salzburger Adel errichteten, militärischen Ruperti-Ritter-Ordens. Salzburg, Mayrische Buchhandlung 1802. S. 189 (Nr. IX) und 193 (Nr. XXV).

Weblinks