Kurt Hirsch (Publizist)

Kurt Hirsch (* 2. August 1913 in Wien; † 1994 in München) war ein österreichischer Publizist und Rechtsextremismus–Gegner.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Als Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes Österreich (KJVÖ) arbeitete er zunächst als Redakteur in dessen Zeitschrift mit, ehe er als Trotzkist aus dem Verband ausgeschlossen wurde und eine eigene trotzkistische Zeitschrift gründete. 1938, nach dem Anschluss Österreichs, wurde er als „politischer Jude“ verhaftet. Bis 1945 war er in Konzentrationslagern, zunächst im KZ Dachau, dann im KZ Buchenwald inhaftiert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde er Mitglied der KPÖ und arbeitete für die TASS. 1947/48 lebte er in der Schweiz, wo er politisches Asyl beantragte.

1949 siedelte er in die Bundesrepublik Deutschland über. Dort war er Mitglied der SPD und der IG Druck und Papier. In dieser Eigenschaft sammelte er Material über Gruppen, die als politisch rechtsstehend galten, und begann, „enttarnende“ Schriften zu veröffentlichen. Ab 1963 veröffentlichte er, zunächst in sehr niedrigen Auflagen, den Informationsdienst gestern und heute,[1] den er in der ersten Zeit selbst finanzierte. 1958 wurde er erstmals in die DDR eingeladen; 1970 wurde er von der HVA kontaktiert; wenig später arbeitete er als IM „Helm“ für das Ministerium für Staatssicherheit. Ab 1977 wurde er als IMA (inoffizieller Mitarbeiter/Ausländer) geführt.[2]

Hirsch war auch Chefredakteur des linksliberalen Pressedienstes Demokratische Initiative (PDI) und Redakteur der Zeitschrift Blick nach rechts.

Er veröffentlichte mehrere Bücher, unter anderem zu den Republikanern, Franz Schönhuber, der Harzburger Front und rechten Strömungen in der Bundesrepublik Deutschland. Hirschs Schriften kritisieren den Neonazismus.

Veröffentlichungen

  • Die marktverbandliche Organisation der deutschen Drahtindustrie nach dem Kriege; 1934
  • Süd-Amerika: Ein Ziel jüdischer Emigration; 1936
  • Lehrreiche Erfahrungen aus der LPG "Neues Leben" Penzlin, Kreis Waren (Müritz); 1959
  • SS gestern, heute und ...; Progress-Verlag Fladung; 1960
  • Die Blutlinie. Ein Beitrag zur Geschichte des Antikommunismus in Deutscheland; 1960
  • Vom"Gnadentod" des Dritten Reiches zur restaurativen Einschläferung in der Bundesrepublik; 1960
  • Harzburger Front 1960; 1960
  • mit Hans Schaefer, Christian Tabbert: Über die Arbeit mit den Menschen in den LPG; 1962 In: Der Parteiarbeiter , Heft 12
  • Das Beste aus gestern und heute; 1965
  • Von Harzburg 1931 bis Kulmbach 1966; 1966 (Sonderreihe aus Gestern und heute)
  • Kommen die Nazis wieder?.; 1967
  • Signale von rechts. 100 Jahre Programme rechtsradikaler Parteien und Organisationen, 1867-1967; 1967
  • Warum die"Demokratische Aktion" nicht das Verbot, sondern die Auflösung der NPD fordert
  • Schriftenreihe des "Pressedienst" der Demokratischen Aktion
  • CSU-Freundeskreis - Partisanen der Demokratie?: eine Dokumentation; 1970
  • mit Hella Schlumberger: Die Technik des politischen Rufmordes; 1974
  • Die heimatlose Rechte: d. Konservativen u. Franz Josef Strauss; 1979
  • mit Hans Sarkowicz: Schönhuber: der Politiker und seine Kreise : mit einem Beitrag von Thomas Assheuer über die "Ideologischen Brücken nach rechts"; 1989
  • mit Wolfgang Metz: Die Republikaner--die falschen Patrioten; 1989
  • Rechts von der Union: Personen, Organisationen, Parteien seit 1945; 1989
  • Rechts: REPs; 1990
  • Republikaner von A bis Z: Arbeitsmaterialien der IG Metall; 1990

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://protest-muenchen.sub-bavaria.de/artikel/402
  2. Hubertus Knabe, Der diskrete Charme der DDR, Propyläen 2001, S. 297f