Laßnitz (Rabnitz)

LaßnitzVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage In der Oststeiermark, Österreich, südöstlich von Graz von der Laßnitzhöhe nach Osten zum Lauf der Rabnitz
Flusssystem DonauVorlage:Infobox Fluss/FLUSSSYSTEM_falsch
Abfluss über Rabnitz → Raab → Moson-Donau → Donau → Schwarzes Meer
Quelle An der Wasserscheide zwischen Mur und Raab auf der Laßnitzhöhe
47° 4′ 42″ N, 15° 35′ 23″ O47.07833333333315.589722222222480
Quellhöhe 480 m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung an der südwestlichen Grenze von Gleisdorf in die Rabnitz (ca. 200 m vor deren Einmündung in die Raab in Gleisdorf47.09944444444415.693333333333350Koordinaten: 47° 5′ 58″ N, 15° 41′ 36″ O
47° 5′ 58″ N, 15° 41′ 36″ O47.09944444444415.693333333333350
Mündungshöhe 350 m ü. A.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 130 m
Länge 10,1 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 19 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Rechte Nebenflüsse Nestelbach (Flusskilometer 5),
Einwohner im Einzugsgebiet ca. 3000Vorlage:Infobox Fluss/BILD_fehlt

Die Laßnitz ist ein Fluss in der Oststeiermark in Österreich.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Laßnitz ist ein rechter Nebenfluss der Rabnitz. Sie entspringt östlich von Graz in der Gemeinde Laßnitzhöhe und fließt nach Osten durch die Gemeinden Nestelbach bei Graz (bis 1958: Gebiet der Gemeinde Mitterlaßnitz[1]) und Laßnitzthal. In weiterer Folge bildet sie die Grenze zwischen den Gemeinden Ludersdorf-Wilfersdorf (nordwestlich) und Ungerdorf (südöstlich). Die Mündung in die Rabnitz liegt an der südlichen Grenze der Stadt Gleisdorf.

Das Gebiet liegt ca. 10 km östlich der Mur im Westen des Oststeirischen Hügellandes.

Die Böden am Lauf der Laßnitz sind gutes Ackerland.

Der wichtigste Nebenfluss der Laßnitz ist der Nestelbach. Dieser Bach entspringt bei der gleichnamigen Ortschaft Nestelbach südlich von Laßnitzhöhe, ist ca. 5 km lang und mündet in der Gemeinde Laßnitzthal ungefähr bei Flusskilometer 4,9 in die Laßnitz.

Der Name des Flusses „Laßnitz“ hat die Namensgebung seines Einzugsgebietes bestimmt: An ihm liegen neben den Gemeinden Laßnitzhöhe und Laßnitzthal die Orte Oberlaßnitz, Laßnitzberg, Mitterlaßnitz, Mitterlaßnitzstraße und die Katastralgemeinde Unterlaßnitz.

Sein Einzugsgebiet wird durch die Steirische Ostbahn (Strecke Graz-Gleisdorf mit den Stationen Laßnitzhöhe und Laßnitzthal) und durch die Südautobahn A 2 (Abfahrt Laßnitzhöhe) erschlossen. Die Mündung der Laßnitz liegt bei der Autobahnanschlussstelle Gleisdorf Süd. Die Autobahn verläuft im unteren Laßnitztal bis zur Einmündung des Nestelbaches und folgt dann diesem Bach bis zur Anschlussstelle Laßnitzhöhe.

Das Einzugsgebiet der Laßnitz ist locker besiedelt.

Geologie

Die Laßnitz und ihre Zuflüsse liegen im steirischen Tertiärbecken in Schotterablagerungen, die als Schemmerlschotter bezeichnet werden (nach der Schemmerlhöhe südlich von Nestelbach). Diese Ablagerungen werden in das Pannon im Miozän (Neogen) datiert, sind daher etwa 11 bis 7 Millionen Jahre alt. Als geologische Stufe entspricht dieses Alter dem Torton. Der Schotter ist durch seinen Gehalt an Geröllen aus Kalkstein und Wirbeltierresten (Vertebratenfaunen) bekannt. Es handelt sich bei dieser Schicht um eine Flussablagerung in südöstlicher Richtung aus dem Alpenraum nördlich von Graz.[2] Diese Ablagerungen bilden nordwestlich-südöstlich gerichtete flache Geländerücken (Riedel), welche die Täler der größeren Flüsse (hier: Mur und Raab) voneinander trennen und auf denen die Quellen der jeweiligen Zuflüsse wie der Laßnitz liegen.

Ab ihrem Mittellauf fließt die Laßnitz durch die „Gleisdorfer Schichten“. Diese Schichten sind feinsandige Tone mit Kies und Grobsandlagen. Sie sind ca. 12 Mio. Jahre alt und stammen aus dem Sarmatium, dessen Ablagerungen die nächst-ältere Schicht unterhalb des Pannon (siehe oben) bilden. Es handelt sich um Reste der Ablagerungen aus einem damaligen Vorstoß (Ingression) des Paratethys-Meeres ins Oststeirische Becken.[2] Dieser „Meeresstrand am Alpenostrand“ entstand im Zug der tektonischen Hebungen und Senkungen während des abschließenden Aufbaus der Alpen und enthält mehrfache Verschiebungen der damaligen Küstenlinien dieses Meeres aus dem Miozän.[3]

Der Untergrund des Einzugsgebietes der Laßnitz bildet sanfte Formen.
Das Tal der Laßnitz beginnt auf dem Höhenrücken zwischen Graz und Gleisdorf. Links oben die „Platte“ im Norden von Graz (Generalkarte von Mitteleuropa).

Die Schotterbänke im Untergrund des Einzugsgebiets der Laßnitz sind mehrere hundert Meter stark. Unter ihnen - und damit ungefähr auf dem Niveau des Meeresspiegels der Adria - liegen wesentlich ältere Gesteine: die „Wollsdorfer Metabasit-Formation“,[4] deren Alter auf ca. 430 Millionen Jahre in das Silur im Altpaläozoikum datiert wird. Dieses Gestein ist im Norden von Graz auf der „Platte“ aufgeschlossen.[2] Es gehört zum „Grazer Paläozoikum“. Dieser Gesteinsbereich ist bei der Entstehung der Alpen nur gering verändert worden (geringe metamorphe Überprägung), sodass eine weitgehend vollständige Schichtfolge sehr alter Gesteine rekonstruiert werden kann.[5]

Umwelt

Die Laßnitz fließt durch locker besiedeltes Gebiet mit Waldzonen und landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die Siedlungen ihres Einzugsgebietes liegen teilweise direkt am Gewässer.

Flora und Fauna

An größeren Wildtieren leben im Gebiet noch vereinzelt Hasen und Rehe. Durch die Besiedelung, den damit verbundenen Verkehr, auch jenem der Bahnlinie und der Autobahn, und wegen der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung des Gebiets sind keine größeren Wildbestände vorhanden.

Die Wälder bestehen aus Mischwald mit Buchen, Fichten und Eschen. Die Wasserläufe sind von Erlen und Weiden gesäumt.

Obstkulturen in Nestelbach.

Wasserqualität

Die Wassergüte liegt bei Güteklasse I–II (nahezu unbelastet, in der Praxis fast Trinkwasserqualität). Belastungen können durch die angrenzenden Landwirtschaften und die Besiedlung entstehen.

Die Wasserhärte liegt bedingt durch die Kalkanteile des Schotters im Quellbereiches im weichen bis mittleren Härtebereich.

Böden

Die Böden sind sowohl in den Hanglagen als auch in den Talböden gut mit Wasser versorgte Sedimentbraunerden. Sie bilden ein mittel- bis hochwertiges Grün- oder Ackerland, das auch für Spezialkulturen wie Obstbau genützt werden kann.[6]

Nördlich von Nestelbach (GUX29) und am Laßnitzberg nördlich Mitterlaßnitz (GUA10) befinden sich Bodenschutzpunkte des steiermärkischen Bodenschutzprogrammes. In der Steiermark ist zur Beurteilung des durch Schadstoffeintrag, Erosion und Verdichtung gegebenen Belastungsgrades landwirtschaftlicher Böden vom Referat Boden- und Pflanzenanalytik des Landwirtschaftlichen Versuchszentrums in den Jahren 1986–2006 ein Netz von über 1000 Untersuchungsstellen geschaffen worden, an denen die Böden auf die vom Gesetz geforderte Vielzahl von Parametern (allgemeine Bodenparameter, Nähr- und Schadstoffe) laufend untersucht werden.[7]

Name

Der Name Laßnitz und seine Schreibvarianten wie Lassnitz usw. kommt im Süden Österreichs mehrfach vor. Er stammt aus dem Slawischen und bedeutet einen Bach, der aus einem Wald oder einem Rodungsgebiet (Wiese, Au usw.) kommt, z. B. übersetzt mit „Waldbach“[8], „Gereutbach“,[9] „Rodebach“[10], „Wiesenbach“[9] oder Aubach[9] .[10] Diese Ableitungen werden auf alte Namensformen zurückgeführt.[9] Mögliche Hinweise auf den Lauf des Baches in einem Rodungsgebiet bieten auch die Ableitungen von „Rodung, Gereut, lichte Stelle im Wald“[11] oder von „bei der feuchten Wiesen“[12].[13]

Einzelnachweise

  1. Mit 1. Jänner 1959 wurden die Gemeinden Mitterlaßnitz und Nestelbach bei Graz zur neuen Gemeinde Nestelbach bei Graz zusammengelegt: Verordnung der steiermärkischen Landesregierung vom 22. Dezember 1958 über die Vereinigung der Gemeinde Mitterlaßnitz und Nestelbach bei Graz. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 30. Dezember 1958. 28. Stück, Nr. 96, Seite 206.
  2. a b c Helmut W. Flügel, F. Neubauer: Geologie der österreichischen Bundesländer in kurzgefassten Einzeldarstellungen. Steiermark. Geologische Karte der Steiermark 1:200.000 mit Erläuterungen. Geologische Bundesanstalt, „Bundesländerserie“. Wien 1984, ISBN 3-900312-12-5, Seiten 23–24.
  3. Hans Georg Krenmayr, Albert Daurer (Redaktion): Rocky Austria. Eine bunte Erdgeschichte von Österreich. Geologische Bundesanstalt, Wien 1999, ISBN 3-85316-006-9, Seite 45–46.
  4. Helmut W. Flügel: Geologische Karte des prätertiären Untergrundes. In: Geologische Themenkarten der Republik Österreich 1:200.000. Südsteirisches Becken – Südburgenländische Schwelle. Herausgegeben von der Geologischen Bundesanstalt. Wien 1988. Arthur Kröll, Albert Daurer (Redaktion): Erläuterungen zu den Karten über den prätertiären Untergrund des steirischen Beckens und der Südburgenländischen Schwelle. ISBN 3-900312-65-6. Gemeinsam mit Reliefkarte, Aeromagnetischer Karte und Schwerekarte im Plastikumschlag.
  5. Hans Georg Krenmayr, Albert Daurer (Redaktion): Rocky Austria. Seite 23.
  6. Digitale Bodenkarte des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW).
  7. Bodenschutzprogramm des Landes Steiermark.
  8. Werner Tscherne: Von Lonsperch zu Deutschlandsberg. Herausgeber und Verleger: Stadtgemeinde Deutschlandsberg 1990. Keine ISBN. Seite 40.
    Siehe auch die Ableitungen aus den Orten wie „Liesing“ von *lěsьnika „Waldbach“ zu slaw. lěsъ „Wald“. In: H(einz) D(ieter) Pohl: Slawische und slowenische (alpenslawische) Ortsnamen in Österreich. Bearbeitet nach der Druckfassung eines Vortrages in Graz, Urania 13. Februar 2002 sowie nach einem Manuskript für tribüne. Zeitschrift für Sprache und Schreibung. Heft Nr. 1/2003. Wien 2003. Seiten 10–16. Dort wird auch auf slow. luža „feuchte Stelle, Pfütze“ verwiesen. Zum Text
  9. a b c d Als Beispiele werden verwendet: „Lieznica“, „Luosniza“; aus dem Jahr 890: Luonzniza; aus dem Jahr 1345 Lesniz, Laßnitz bei Murau oder dem Jahr 1080 im Paltental Laznich bzw. *laz'nica und für Wiesenbach *loNč'nica. Siehe: Manfred Trummer: Slawische Steiermark = Leicht erweiterte Fassung des gleichnamigen Vortrags am Symposium „Fremd sein – beinander bleiben. Die slowenische Volksgruppe in Österreich“ im Rahmen der „Slowenischen Tage“ an der Karl-Franzens-Universität in Graz, 25.–28. März 1996. Aus: Christian Stenner (Hrsg.): Slowenische Steiermark. Verdrängte Minderheit in Österreichs Südosten. Schriftenreihe Zur Kunde Südosteuropas II/23. Herausgegeben vom Institut für Geschichte der Universität Graz, Abteilung Südosteuropäische Geschichte, Univ.-Prof. Dr. Karl Kaser. Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 1997, Seiten 15-34 (Beispiele: Seiten 21, 22 und 24). ISBN 3-205-98690-3.
  10. a b aus altslowenisch *laznica für Rodebach und *lo(n)č(i)níca für Aubach: Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. Teil I: Die Siedlungsgeschichte Kärntens von der Urzeit bis zur Gegenwart im Spiegel der Namen. Klagenfurt 1956. Herausgegeben vom Geschichtsverein für Kärnten in der Reihe Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie, Band 50. Seiten 113, 158. Zitiert nach: Monika Voggenberger. Die slawischen Ortsnamen in Osttirol. Stichwort „Lasnitzen“.
  11. Von *laz/6nica, und lazъ: Monika Voggenberger. Die slawischen Ortsnamen in Osttirol. Salzburg 1983. Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades an der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Universität Salzburg. Stichwort „Lasnitzen“.
  12. Aus lonka, Lokativ lonce: Wilhelm Brandenstein: Die Berg- und Flurnamen in der Granantspitzgrupppe (Hohe Tauern). In: Zeitschrift für Ortsnamenforschung. Nr. 4 (1928), Seiten 155–165. Zitiert nach: Fritz Freiherr Lochner von Hüttenbach: Wilhelm Brandenstein. Kleine namenkundliche Arbeiten. Akademische Druck- und Verlagsanstalt. Graz 1978, ISBN 3-201-01038-3, Seiten 41–52, hier: Seite 51.
  13. aus *lǫka „feuchte Wiese“ bei: Heinz Dieter Pohl: Siedlungsgeschichte und Überlieferung von Ortsnamen slowenischer Herkunft in Osttirol und Kärnten (mit Ausblicken aufs übrige Österreich). In: Peter Ernst, Isolde Hausner, Elisabeth Schuster, Peter Wiesinger (Hrsg.): Ortsnamen und Siedlungsgeschichte. Akten des Symposiums des Arbeitskreises für Namenforschung – Institut für Germanistik der Universität Wien und Institut für österreichische Dialekt- und Namenlexika der Österreichischen Akademie der Wissenschaften vom 28.-30. September 2000. Universitätsverlag C. Winter. Heidelberg 2002, ISBN 3-8253-1138-4, Seiten 177–189, hier: Seite 178.