Ladislaus Martin Pákozdy

Ladislaus Martin Pákozdy (* 1910; † 1993) war ein ungarischer evangelisch-reformierter Theologe, Hochschullehrer und Bibelwissenschaftler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Pákozdy entstammte einer protestantischen Familie. Nach dem Besuch der Volksschule und der Erlangung seiner Hochschulreife studierte er Reformierte Theologie. Nach seiner Ordination zum Pastor widmete er sich weiter der theologisch-wissenschaftlichen Arbeit und wurde zum Doktor der Theologie promoviert. Er erhielt einen Lehrauftrag für Bibelwissenschaften an der Universität Debrecen. Sein besonderes Interesse galt der Theologie des Alten Testaments und der Geschichte des Judentums, worüber er zahlreiche Veröffentlichungen vorlegte. Diese hatten ihren Ausgangspunkt im Judentum und Christentum, speziell auf dem Territorium von Ungarn und Siebenbürgen.

Pákozdy war einer der Initiatoren zur Gründung der Christlichen Friedenskonferenz (CFK). Auf der zweiten Vorkonferenz zur Einberufung einer Allchristlichen Friedensversammlung im Jahre 1959 hielt er ein viel beachtetes Referat zum Thema „Der Kalte Krieg als theologisches Problem“. Darin führte er zum Stichwort „Propaganda“ u.a. aus:[1]

Was ist das Wesen der modernen Propaganda, ganz gleich ob sie in der Parteipolitik, in der nationalen oder internationalen Politik, im Handel und – ja auch hier – im religiöskirchlichen Leben betrieben wird? Die... Skepsis der Theologie <gegenüber der Propaganda; d.Zitierende> ist darin begründet, dass die Propaganda – mag sie auch die geistigtsen und religiösesten Kampfmittel gebrauchen – sich an etwas anderes wendet in dem Menschen als an „das Sein aus der Wahrheit“ (Joh. 18,37). Nach einem Lexikon aus dem Jahr 1958 bedient sich die Propaganda der Diskrepanz zwischen den Tatsachen und den Ansichten.

Auch nach seinem Ausscheiden aus dem universitären Betrieb war Pákozdy bis zu seinem Tode tätig als Autor in den Göttinger Predigt-Meditationen sowie mit Aufsätzen und Beiträgen in Büchern und Zeitschriften. Zum 70. Geburtstag Martin Niemöllers würdigte er diesen als ein Beispiel dafür, "daß aus dem deutschen Volk auch etwas anderes kommen kann als Kriege und Nationalismus“.[2]

Ehrung

Veröffentlichungen

  • Der siebenbürgische Sabbatismus. Seine Entstehung und Entwicklung vom Unitarismus zum Judentum sowie sein Untergang, Stuttgart, Berlin, Köln Kohlhammer 1973, ISBN 3-17-001314-9 / 3170013149
  • Juden und Christen in Ungarn nach 1526, in: in Kirche und Synagoge. Handbuch zur Geschichte von Christen und Juden
  • Die evangelische Christenheit in Ungarn zwischen Ost und West in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die moderne alttestamentliche Wissenschaft und die christliche Ethik, in: Tradition und Gegenwart, fünf Gastvorlesungen anlässlich des 150jährigen Bestehens der Berliner Theologischen Fakultät, Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1962
  • Juden und Christen in Ungarn nach 1926, in: Kirche und Synagoge, hg.von K. H. Rengstorf und S. v. Kortzfleisch

Einzelnachweise

  1. Elige vitam. Zweite Tagung der Christlichen Friedenskonferenz, Prag 16. bis 19. April 1959, Praha 1959, S. 54
  2. http://library.fes.de/gmh/main/pdf-files/gmh/1962/1962-05-b-313.pdf Annemarie Zimmermann in einer Rezension zu „BIS AN DAS ENDE DER ERDE. Ökumenische Beiträge zum 70. Geburtstag von D. Martin Niemöller, hg. von Hanfried Krüger, Chr. Kaiser Verlag, München 1962
  3. http://www.univie.ac.at/universitaet/forum-zeitgeschichte/gedenkkultur/ehrendoktorinnen/ Abgerufen 9. März 2012