Landeck (Tirol)

Landeck
Wappen von Landeck
Landeck (Tirol) (Österreich)
Landeck (Tirol)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 15,87 km²
Koordinaten: 47° 8′ N, 10° 34′ O47.13722222222210.568888888889816Koordinaten: 47° 8′ 14″ N, 10° 34′ 8″ O
Höhe: 816 m ü. A.
Einwohner: 7.742 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 487,84 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6500
Vorwahl: 05442
Gemeindekennziffer: 7 06 14
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Innstraße 23
6500 Landeck
Website: www.landeck.tirol.gv.at
Politik
Gemeinderat: (2004)
(19 Mitglieder)
8 ÖVP, 8 SPÖ, 2 FPÖ, 1 Grüne
Lage der Stadt Landeck im Bezirk Landeck
Faggen Fendels Fiss Fließ Flirsch Galtür Grins Ischgl Kappl Kaunerberg Kaunertal Kauns Ladis Landeck Nauders Pettneu am Arlberg Pfunds Pians Prutz Ried im Oberinntal St. Anton am Arlberg Schönwies See Serfaus Spiss Stanz bei Landeck Strengen Tobadill Tösens Zams TirolLage der Gemeinde Landeck (Tirol) im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Die Stadt Landeck in Tirol mit der Trasse der Arlbergbahn (im Vordergrund) und dem Bahnhof Landeck-Zams sowie der Inntal Autobahn (A 12)
Die Stadt Landeck in Tirol mit der Trasse der Arlbergbahn (im Vordergrund) und dem Bahnhof Landeck-Zams sowie der Inntal Autobahn (A 12)
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Panorama Richtung Perfuchs

Landeck ist eine Kleinstadt mit 7742 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Tiroler Oberland. Landeck ist die Bezirkshauptstadt des Bezirks Landeck, der tourismusintensivsten Region Tirols und als Sitz des Bezirksgerichts Landeck auch Zentrum des Gerichtsbezirks Landeck. Die Stadt besitzt verschiedene kulturelle Treffpunkte wie das Schloss Landeck, das alte Kino und den Stadtsaal und eine belebte Innenstadt.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Landeck liegt am nördlichen Rand des Naturparks Kaunergrat. Die Stadt ist die westlichste Kleinstadt Tirols. Das Inntal bildet hier einen Talkessel, in dem östlich von Landeck auch Zams liegt.

Stadtteile

Die Stadtgemeinde Landeck gliedert sich in die fünf Stadtteile Angedair, Perfuchs, Perfuchsberg, Perjen und Bruggen, besteht aber aus nur einer Katastralgemeinde.

Nachbargemeinden

Fiss, Fließ, Grins, Pians, Stanz bei Landeck, Tobadill, Zams

Verkehrsanbindung

Von Innsbruck erreicht man Landeck mit der Arlbergbahn, die über den Arlberg weiter nach Vorarlberg führt. Am Bahnhof Landeck-Zams halten sowohl internationale Fernverkehrszüge als auch viele Regionalzüge und die S1 der S-Bahn Tirol. Die Inntal-Autobahn A 12 verbindet Landeck mit Innsbruck; westlich von Landeck führt sie als Arlberg-Schnellstraße S 16 weiter. In Richtung Süden führt die Verbindung über den Reschenpass nach Südtirol/Italien und ins Engadin/Schweiz.

Landeck sollte einmal Ausgangspunkt der nach Mals im Vinschgau und ins Engadin geplanten Reschenbahn sein. Deren nicht mehr fertiggestellte Trasse ist im Stadtgebiet entlang des Innufers noch gut erkennbar.

Geschichte

Schon in der Römerzeit war der Landecker Talkessel an der Via Claudia Augusta und dem Pfad über den Arlberg ein wichtiger Verkehrsknoten. Im Mittelalter wurde der Verkehr und Handel von den drei Burgen des Talkessels kontrolliert (Burg Landeck, Burg Schrofenstein, Kronburg). Schloss Landeck diente als Gerichtssitz der Grafen von Tirol, die um 1250 das landesfürstliche Gericht Landeck schufen. 1296 erscheint die Burg erstmals in schriftlichen Quellen.

Da in vielen landwirtschaftlichen Betrieben der Ertrag nicht ausreichte, um eine Familie versorgen zu können, mussten vom Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) bis zur Eröffnung der Arlbergbahn - so wie in den umliegenden Dörfern - erwachsene Männer als Saisonarbeiter nach Deutschland und in die Schweiz gehen sowie schulpflichtige Mädchen und Burschen als sogenannte Schwabenkinder in den süddeutschen Raum ziehen.

1824 wurde die Arlbergstraße fertiggestellt. Landeck erhielt dadurch auch eine Poststation. 1861 wurde der Ort in die Kurie der Märkte und Städte aufgenommen, obwohl er immer noch weder Markt noch Stadt war. Zum Bezirkshauptort wurde Landeck 1868.[1]

Mit dem Bau der Arlbergbahn wurde Landeck an das internationale Eisenbahnnetz angeschlossen. 1883 wurde das Teilstück Innsbruck-Landeck eröffnet, im September 1884 war die gesamte Strecke fertiggestellt. Die Bahn brachte nicht nur Arbeitsplätze für viele Eisenbahner, die vor der Elektrifizierung der Strecke zum Betrieb notwendig waren, sondern auch einen Industrialisierungsschub. Rund um die Jahrhundertwende entstand im Ortsteil Bruggen eine große Textilfabrik mit hunderten dort tätigen Arbeitskräften, in Perjen eine Karbidfabrik, die ein sehr großes Areal beanspruchte.

Landeck wurde 1904 zum Markt und 1923 zur Stadt erhoben. Die zwei Gemeinden Angedair und Perfuchs wurden zur neuen Stadtgemeinde Landeck zusammengeschlossen. Die Fraktionen Bruggen und Perjen waren ursprünglich Perfuchs zugeordnet.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft 1939 bis 1945 wurde Landeck mit der Nachbargemeinde Zams vereinigt. Nach 1945 wurden beide Gemeinden wieder selbständig.

Die Stadt erlebte in den 50er und 60er Jahren ein starkes Wachstum, als vor allem auf der „Öd“ in Angedair zahlreiche Wohnanlagen entstanden. Standen der Stadt bis ins Jahr 1998 durchwegs Bürgermeister der ÖVP vor, so amtierte seit diesem Jahr Engelbert Stenico († 2012) von der SPÖ, der am 18. November 2012 tödlich verunglückte.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung


Wirtschaft

Landeck war im 19. und 20. Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum der Textilindustrie. Die wichtigsten Unternehmen waren die Tiroler Loden und die Landeck Textil. Heute arbeiten nur mehr wenige Menschen in der Textilbranche, vor allem im Standort der "Linz Textil" in Bruggen. Das Karbidwerk der Donau Chemie AG beschäftigt etwa 80 Arbeitnehmer. Ein weiterer wichtiger Arbeitgeber ist heute noch die ÖBB. Am Dienstleistungszentrum Lantech sollen innovative Betriebe und Neugründer in Landeck gehalten bzw. neu angesiedelt werden.

Der Handel, der in Landeck aufgrund der verkehrsgünstigen Lage traditionell stark vertreten war, hat an Bedeutung verloren. In den letzten zehn Jahren siedelten sich in der Innenstadt und im Stadtteil Bruggen wieder verstärkt neue Handelsbetriebe an. Die Bauindustrie, das Baunebengewerbe und der Großhandel profitieren von der im Bezirk Landeck starken Tourismusindustrie.

Viele Bewohner Landecks haben ihren Arbeitsplatz im Zentralraum Tirols und müssen auspendeln. Zumal es nur wenige Arbeitsplätze für Absolventen höherer Schulen und Hochschulen gibt, ist auch die Wanderungsbilanz negativ.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Burg Landeck südlich der Stadt auf einer Kuppe, [2] mit dem Landecker Heimatmuseum und dem umfassenden Archiv zur Lage der Jenischen. Thema der dortigen Dauerausstellung: Migration im Oberland
  • Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (spätgotisch) erhöht am Südostrand der Stadt, im Jahr 1266 erstmals urkundlich erwähnt, mit Friedhof mit Herz-Jesu-Kapelle und Totenkapelle [2] Bei Ausgrabungen wurden im Jahr 2012 die Reste einer frühchristlichen (5. - 7. Jahrhundert) sowie Spuren einer frühmittelalterlichen, einer romanischen und einer gotischen Vorgängerkirche gefunden.[3]
  • Pfarrkirche hl. Joseph Opifex in Perfuchs [2]
  • Kapuzinerkirche Mariahilf in Perjen [2]
  • Burschlkirche Hll. Sebastian, Rochus und Pirmin auf dem Burschl [2]
  • Kapelle hl. Johannes Nepomuk in Bruggen [2]
  • Kapelle hl. Johannes Nepomuk gegenüber Schloss Landeck [2]

Musik

Ein wichtiger Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse ist das, sich momentan im Umbau befindende, Alte Kino in der Landecker Innenstadt. Vor allem lokale Bands treten dort auf.

Einen weiteren wichtigen Beitrag zum Kulturleben leisten die beiden Landecker Blasmusikkapellen. Die Stadtmusikkapelle Landeck spielt symphonische Blasmusik auf hohem internationalem Niveau, was erfolgreiche Teilnahmen an Wettbewerben beweisen. Die Stadtmusikkapelle Landeck-Perjen setzt mit ihren Showkonzerten Akzente. Unter der Leitung von Hermann Delago entwickelte sich die Stadtmusikkapelle Landeck/Perjen zu einer der erfolgreichsten "modernen" Blasmusikkapellen in ganz Österreich. Das Maikonzert zählt zu den beliebtesten Konzerten im ganzen Talkessel.

Das Landecker Stadtfest Ende Juli besuchen etwa 9000 Personen.

Im 2005 komplett renovierten Schloss Landeck finden ebenfalls Konzerte und Ausstellungen statt. Dort befindet sich auch das Landecker Heimatmuseum und das umfassendes Archiv zur Lage der Jenischen. Die Dauerausstellung widmet sich dem Thema Migration.

Sport

Beim internationalen Schrofensteinturnier der Kegler nehmen jedes Jahr um die 40 Mannschaften aus mehreren Nationen teil.

Die 1934 auf der Trams oberhalb von Landeck gebaute Sprungschanze war eine der größten des Landes. Der Skiklub Landeck, der 1908 gegründet wurde, setzt in der Jugendarbeit Akzente.[4]

Ein traditionsreicher Fußballklub ist der SV Landeck. Dieser musste am Ende der Saison 2011/12 nach einer 1:2-Niederlage gegen den Lokalrivalen Zams erstmals seit dem Anfang der 1970-er Jahre den Gang in die Gebietsliga West (sechsthöchste Leistungsklasse) antreten.[5]

Wappen

Das Stadtwappen zeigt einen grünen Dreiberg. Dieser steht für die drei Einzelgemeinden. Darüber ist die dreiteilige Burg, welche Landeck den Namen gab, sowie der Tiroler Adler zu sehen. Entworfen wurde das Wappen vom Innsbrucker Maler Ludwig Sturm.

Persönlichkeiten

Bilder

Weblinks

 Commons: Landeck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://geschichte-tirol.com/orte/nordtirol/bezirk-landeck/1296-landeck.html
  2. a b c d e f g Dehio Tirol 1980, Landeck, Seiten 452 bis 460
  3. http://www.tt.com/%C3%9Cberblick/5261344-6/stadtpfarrkirche-ausgrabungen-machen-pause.csp
  4. http://www.skl.co.at/2008_festakt_programm.htm
  5. http://www.sv-landeck.at/index.php/nachwuchs-uebersicht/spielberichte-svl-i